Pattayas Nachtleben hängt am Geld der Gäste. Bleibt es aus, stehen die Bars leer. Der Finanzminister hat gerade fünf Gefahren für die Weltwirtschaft aufgezählt, und jede davon trifft am Ende die Bars. Wer abends in der Walking Street ein Bier bestellt, spürt keine Handelskriege und keine Zinsen. Der Wirt spürt sie sofort. Die Hochsaison steht vor der Tür. Offen ist, wie viel Geld die Gäste mitbringen.
Pattayas Bars leben von der Reisekasse der Gäste
Ein Bar-Betrieb in Pattaya verdient nur, wenn der Gast Geld ausgibt. Das Hotelzimmer ist gebucht, das Essen muss sein, das Bier danach ist freiwillig. Wer sparen muss, streicht zuerst den Abend. Das ist die einfache Rechnung jedes Wirts. Daran ändert auch der schönste Neonschriftzug nichts.
Dazu kommen die Angestellten. Bedienungen, Köche, Türsteher, Musiker und Taxifahrer leben vom Umsatz und vom Trinkgeld des Abends. Gibt ein Gast weniger aus, trifft das nicht nur den Besitzer. Es trifft eine lange Kette von Leuten, die davon ihre Miete zahlen.
Fünf Risiken, die der Finanzminister nennt
Vizepremier und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas hat am 22. Oktober bei einer Veranstaltung des Verbands der Wirtschaftsjournalisten fünf Gefahren genannt: Kriege und Handelsstreit, hohe Zinsen, Druck auf die Staatsfinanzen, Umbrüche durch Künstliche Intelligenz und Klimarisiken. Thailand sei in dieser Lage ein kleines Boot in rauer See, sagte er.[1]
Seine Antwort: Staatsfinanzen ordnen, nur den Schwächsten gezielt helfen, mehr Solarstrom, Künstliche Intelligenz für kleine Händler. Der Minister sagt selbst, der Staat könne nicht allen gleichzeitig helfen.[2] Schon die Förderung im Juni schloss mehrere Betriebe des Tourismusgewerbes aus.[3] Ob die neuen Pläne bei den Bars an der Soi Buakhao ankommen, ist offen.
Was Gäste in der Hochsaison ausgeben wollen
Die Tourismusbehörde TAT rechnet für das Jahr mit rund 32,6 bis 32,7 Millionen ausländischen Gästen und 2,7 Billionen Baht Einnahmen, das sind etwa 70 Milliarden Euro. Das ist ein Ziel, kein Kontostand. Wie viel davon in Pattaya ankommt, sagt die Zahl nicht.[4]
Die Bank von Thailand hat im August festgestellt: Mehr Ausländer kamen, die Einnahmen blieben ungefähr gleich, die Aufenthalte wurden kürzer. Mehr Köpfe, gleiches Geld. Für einen Wirt ist das keine gute Nachricht, denn er bezahlt seine Rechnungen nicht mit Besucherzahlen.[4]
Langzeitgäste halten die Stammkneipen am Laufen
Langzeitgäste tragen zum Umsatz bei, weil sie regelmäßig kommen. Sie gehen oft in dieselben Bars und Restaurants und geben Woche für Woche Geld aus. Für Europäer spielt dabei der Wechselkurs mit: Ein Euro brachte zuletzt rund 38 Baht.[5]
Wer dauerhaft bleibt, rechnet genau. Er kennt die Preise im Viertel und weiß, welche Bar fair ist. Verliert ein Wirt solche Gäste, fehlt ihm der Umsatz, mit dem er planen konnte. Das gilt genauso für Restaurants und Läden. Eine volle Straße am Wochenende ersetzt das nicht.
Kürzere Aufenthalte treffen jeden Betrieb
Bleibt ein Gast fünf statt sieben Nächte, fehlen zwei Abende. Das merken Bars, Restaurants, Läden und Taxifahrer gleichzeitig. Die Bank von Thailand nennt die kürzere Aufenthaltsdauer ausdrücklich. Mit Besucherzahlen allein lässt sich das nicht ausgleichen.
Auch thailändische Gäste haben wenig Spielraum. Die Haushaltsschulden im Land lagen nach Angaben vom 8. Oktober bei 85,2 Prozent der Wirtschaftsleistung.[4] Der Finanzminister nennt sie selbst eine Altlast.[1] Wer Raten zahlt, hat weniger für den Abend übrig.
Das Geld bleibt nicht in der Bar
Ein Bier bezahlt mehr als den Wirt. Aus dem Umsatz gehen Miete, Strom, Lieferanten und Löhne weiter. Das Geld der Touristen läuft durch Unterkünfte, Zulieferer, Beschäftigte und Verkehrsbetriebe. Deshalb betrifft ein schwacher Winter nicht nur die Bars.
Eine volle Straße sagt nichts über den Gewinn. Große Hotels und bekannte Betriebe bekommen Buchungen leichter. Kleine Läden, Bars und Händler hängen an den Gästen des Tages. Ob jemand verdient, zeigt sich an den Schichten, die Beschäftigte bekommen, nicht an der Zahl der Leute vor der Tür.[4]
Preise, die Gäste noch bezahlen
Die Betriebe tragen Löhne, Waren, Strom und Miete, und die Lebenshaltung in Thailand wird teurer. Wer die Preise anhebt, riskiert den Gast. Wer sie hält, riskiert den Gewinn. Beides ist ein schlechter Tausch.
Die Kaufkraft der Gäste ist von Land zu Land sehr verschieden. Betreiber in Central Pattaya und an der Soi Buakhao sehen die Hochsaison deshalb als Test: Bringen steigende Gästezahlen auch mehr Umsatz? Ein Wirt kann diese Frage nicht mit Rabatten beantworten, die ihm den Gewinn nehmen.[6]
Wer die Gäste behält
Die Stadt hat für das Jahresende große Veranstaltungen geplant. Zum Pattaya Countdown erwartet sie rund 393.000 Besucher und etwa 5,7 Milliarden Baht Umsatz, das sind rund 150 Millionen Euro. Das Feuerwerksfestival soll rund 390.000 Besucher und gut 2 Milliarden Baht bringen. Das sind Prognosen, noch keine Kassenzettel.[7]
Der Finanzminister kann Zinsen und Handelskriege nicht abschaffen. Preise, Service und Freundlichkeit bestimmen die Bars selbst. Gäste, die sich gut behandelt fühlen und fair zahlen, bleiben länger und geben mehr aus. Wer daran spart, soll sich später nicht auf die Weltwirtschaft herausreden.
Redaktionelle Hinweise
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Stand: 27. Oktober. Alle Zahlen zu Besuchern und Umsatz im Winter sind Prognosen der Behörden und der Stadt. Die tatsächlichen Ausgaben stehen erst nach der Saison fest. Umrechnung: 1 Euro entspricht etwa 38 Baht. Aktuelle Zahlen veröffentlichen die Tourismusbehörde TAT und die Bank von Thailand.
- Thai PBS: Rede des Finanzministers am 22. Oktober, fünf Risiken, gezielte Hilfe, Haushaltsschulden. thaipbs.or.th ↩
- The Story Thailand: Rede, Finanzdisziplin, Künstliche Intelligenz für Kleinhändler, Hilfe nur für Betroffene. thestorythailand.com ↩
- Pattaya Mail: Förderprogramm im Juni und ausgeschlossene Betriebe. pattayamail.com ↩
- Pattaya Mail, 14. Oktober: Ziele der TAT, Einschätzung der Bank von Thailand (August), Haushaltsschulden laut Reuters vom 8. Oktober. pattayamail.com ↩
- wallstreet-online: Kurs Euro zu Baht. wallstreet-online.de ↩
- Pattaya Mail: Hochsaison als Test der Kaufkraft, Betreiber in Central Pattaya und Soi Buakhao. pattayamail.com ↩
- Pattaya Mail: Besucher- und Umsatzprognosen für Pattaya Countdown und Feuerwerksfestival. pattayamail.com ↩
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Genau! Die Abhilfe ist sehr guter Service. Gute Behandlung aller Gäste, nicht nur der Kurzzeit-Touristen, sondern auch der dauerhaft in Thailand Lebenden. Bei letzterem war zuletzt eher wenig davon zu hören.