BANGKOK, Thailand – Das Hochgeschwindigkeitsprojekt, das die Flughäfen Don Mueang, Suvarnabhumi und U-Tapao verbinden soll, steht vor dem Aus. Der private Partner will den Vertrag beenden, und Finanzinstitute verweigern die Finanzierung. Das hat die Behörde für den Ostkorridor (EECO) bestätigt. Am Montag, dem 26. Oktober, räumte EECO-Generalsekretär Chula Sukmanop ein, dass das ursprüngliche Projekt kaum noch umzusetzen ist.
Banken geben kein Geld, das Modell trägt sich nicht mehr
Chula Sukmanop sagte, die Rahmenbedingungen hätten sich stark verändert. Machbarkeitsstudien hätten zudem ernste Zweifel an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit geweckt. Das wirft die Frage auf, ob das Projekt überhaupt noch gebaut werden kann.
Die Berechnungen zeigen, dass das ursprüngliche Investitionsmodell nicht mehr wirtschaftlich ist. Banken halten sich deshalb mit Krediten zurück. Chula betonte, dass eine Änderung des Vertrags das Grundproblem nicht löst. Ohne Geld könnte das Projekt auch dann nicht starten, wenn die Vertragsänderungen genehmigt würden.
Konzessionär mit CP-Bezug will raus, die Staatsbahn zögert
Der private Konzessionär, der der CP-Gruppe nahesteht, hat die Staatsbahn SRT formell über seine Kündigungsabsicht informiert. Die SRT erkennt diese Mitteilung bisher nicht als rechtswirksame Kündigung an. Der Streit liegt deshalb nun in einem Verfahren zur Streitbeilegung. Parallel laufen Verhandlungen über die Bedingungen, unter denen der Vertrag enden könnte.
Chula stellte klar, dass die PPP-Konzession so lange bindend bleibt, bis die Beendigung formell genehmigt ist. „Rechtlich gesehen ist die PPP-Konzession noch nicht formell beendet. Alle Parteien müssen sich weiterhin an den Vertrag halten“, sagte er. Er verglich die Lage mit einer Ehe, die noch nicht geschieden ist. Vor einer Klärung des bestehenden Vertrags sei eine neue Vereinbarung für beide Seiten schwierig.
Ausschuss und Kabinett müssen zustimmen, Gerichte sind möglich
Eine formelle Kündigung braucht die Zustimmung des EEC-Politikausschusses. Erst danach kann der Vorschlag dem Kabinett vorgelegt werden. Kommt keine Einigung zustande, könnte der Streit vor Gericht landen.
Die Generalstaatsanwaltschaft hat die vorgeschlagenen Vertragsänderungen geprüft und für rechtlich zulässig erklärt. Chula sagte außerdem, die Regierung könne die Vertragsgarantie einziehen, falls eindeutig belegt werde, dass dem Staat ein Schaden entstanden ist.
Anutin lässt das Thema für November vorbereiten
Das Projekt stand bei der Sitzung des EEC-Politikausschusses am Montag nicht auf der Tagesordnung. Der Ausschuss wird von Ministerpräsident Anutin Charnvirakul geleitet. Anutin wies die Beamten jedoch an, das Thema für die nächste Sitzung im November vorzubereiten.
Ob das Gremium dort eine endgültige Entscheidung trifft, ist offen. Weil die Bahn im Rahmen eines PPP-Vertrags nach EEC-Recht gebaut wird, muss jede Entscheidung über Kündigung oder Neuordnung des Vertrags sorgfältig geprüft werden.
Staatsbahn soll mehr als 10 Milliarden Baht offene Gebühren eintreiben
Unabhängig vom Streit um das Hochgeschwindigkeitsprojekt muss die SRT ein weiteres Problem angehen. Es geht um offene Gebühren von mehr als 10 Milliarden Baht, die mit dem Airport Rail Link (ARL) zusammenhängen. Die Staatsbahn soll die rechtlichen Schritte dazu beschleunigen.
Dabei muss sie sicherstellen, dass ihre Forderungen rechtzeitig vor Ablauf der jeweiligen Verjährungsfristen eingereicht werden. Chula betonte, dass die Bahnverbindung zwischen Bangkok, dem U-Tapao Flughafen und der Provinz Rayong trotz der Unsicherheit erhalten bleiben soll.
Tempo 160 statt 250 als mögliche Alternative
Falls der bestehende Vertrag offiziell gekündigt wird, muss die Regierung andere Entwicklungsmodelle prüfen. Dazu gehören direkte staatliche Investitionen oder ein neues PPP-Modell, das eine Beteiligung privater Investoren finanziell tragfähig macht. Eine Option sieht vor, die Geschwindigkeit der Strecke von geplanten 250 Kilometern pro Stunde auf 160 Kilometer pro Stunde zu senken.
Dieser Plan sieht zusätzlich ein elektrifiziertes Bahnnetz bis in die Provinz Rayong vor. Die Bahn würde dann nicht mehr vor allem Reisende zwischen den Flughäfen befördern, sondern breitere Verkehrsverbindungen bieten. Chula zufolge könnten die Investitionskosten damit sinken und die wirtschaftliche Entwicklung im Ostkorridor besser unterstützt werden. Die Regierung müsste dennoch die finanzielle Tragfähigkeit und die praktischen Anforderungen eines Ersatzprojekts prüfen, bevor sie handelt.
Hafen Laem Chabang wächst, Güterzüge brauchen eigene Trassen
Chula wies außerdem darauf hin, dass das Schienennetz im Osten Thailands neu organisiert werden muss. Grund ist der zusätzliche Güterverkehr aus der dritten Ausbauphase des Hafens Laem Chabang. Die Erweiterung soll in etwa vier Jahren in Betrieb gehen und das jährliche Containervolumen von rund 11 auf 18 Millionen erhöhen.
Der Güterverkehr würde dann stark auf dem Korridor zwischen dem Bahnknoten Chachoengsao Junction, dem Inland Container Depot (ICD) in Lat Krabang und dem Hafen Laem Chabang zunehmen. Um Staus zu vermeiden, schlug Chula vor, Güter- und Personenverkehr zu trennen. Güterzüge würden weiter die bestehenden Gleise nutzen, Personen- und elektrische Züge eine eigene Trasse bekommen. So ließen sich Wartezeiten verringern, weil Züge seltener auf Gegenverkehr warten müssen.
Beim Hafenausbau sind noch Hindernisse offen
Chula räumte ein, dass beim Ausbau des Hafens Laem Chabang noch mehrere Hindernisse zu lösen sind. Diese Probleme sollen nach seinen Worten schrittweise angegangen werden, damit das Projekt seine Ziele erreicht.
Beim Hochgeschwindigkeitsprojekt bleibt die nächste Entscheidung vorerst offen. Der EEC-Politikausschuss soll im November erneut beraten. Bis dahin bleibt der bestehende Vertrag in Kraft.
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