Visa, Steuern, Krankenversicherung: Wer als Expat in Thailand lebt, hört jede Woche neue Warnungen. Die Panikmacher in den Foren und Facebook sind laut. Die Behörden sind es nicht. Ein Forumsnutzer hat im November des letzten Jahres etwas anderes getan. Er fragte die Männer, die über achtzig sind und nie zurückwollten: Was gebt ihr uns mit? Die Antworten waren kurz, hart und ehrlich. Sie gelten bis heute, und die Zahlen dazu stehen hier.
Die Frage an die Ältesten
Der Nutzer Mike stellte seine Frage in einem englischsprachigen Expat-Forum. Er richtete sie nicht an Neuankömmlinge oder Nomaden mit Laptop. Er wandte sich an die Octogenarians, wie dort Menschen über achtzig heißen, und an die Dead Enders. So nennen sich die Alten selbst: Männer ohne Rückfahrkarte, viele davon Militärveteranen, deren Leben in Thailand enden wird.
Seine Frage: Was bleibt von euch, das uns hilft, hier zurechtzukommen? Es ging nicht um das beste Restaurant oder den günstigsten Visa-Agenten. Es ging um Haltung. Die Antworten kamen von Männern, die 79 oder 83 Jahre alt sind und Putsche, Fluten und eine Pandemie hinter sich haben. Sie schrieben ohne Bitterkeit und ohne Wut.
Nichts persönlich nehmen
Fred ist 79 und lebt seit 25 Jahren in Thailand. Sein Rat: „Nimm es nicht persönlich, und vor allem, nimm es nicht ernst.“ Das klingt leicht. Es ist schwer. Jeder Expat kennt die täglichen Kämpfe: der Verkehr, der Schalter bei der Immigration, die Verwandtschaft der Partnerin. Wer jeden davon als persönlichen Angriff nimmt, kommt nicht zur Ruhe.
Der Kern davon heißt Mai pen rai, übersetzt: Es macht nichts. Viele halten das für Gleichgültigkeit. Die Veteranen sehen darin einen Selbstschutz. Wer in Thailand jede Verspätung, jede neue Regel und jeden Stempel persönlich nimmt, hält nicht lange durch. Gelassenheit ist hier keine Faulheit. Sie ist Disziplin.
Alt werden in Thailand
Mac, ein langjähriges Mitglied des Forums, schreibt nüchtern: „Besser hier alt werden als in den USA.“ Die Älteren im Forum sagen, das Alter finde in Thailand mehr Respekt als im Westen. Auch die Herkunftsländer hätten sich für sie bis zur Unkenntlichkeit verändert. Das ist ihre Sicht, und sie ist bei Langzeit-Expats weit verbreitet.
Die Dead Enders bleiben nicht wegen der Strände. Sie haben oft eine Thai-Familie, ein Haus und ihren Frieden gefunden. Dieser Frieden beruht auf einer Haltung: Dinge so nehmen, wie sie sind. Der Verkehr bleibt chaotisch, die Politik unberechenbar, die Hitze bleibt auch. Das gehört zu ihrem Alltag, und sie streiten nicht mehr darüber.
Krankenversicherung mit 80
Die Pflicht hängt vom Visum ab. Beim Non-OA, das man im Ausland beantragt, sind 3 Millionen Baht Deckung vorgeschrieben, rund 79.400 Euro. Das gilt auch bei jeder Verlängerung. Auch beim O-X Visum ist eine Versicherung Pflicht. Beim üblichen Non-O mit Jahresverlängerung in Thailand ist keine vorgeschrieben. Wer ohne Schutz lebt, zahlt jede Behandlung selbst.
Der Einstieg im hohen Alter ist schwer. Lokale Anbieter nehmen Neukunden meist nur bis 60 oder 65 Jahre. Bei einzelnen internationalen Anbietern ist der Beginn bis 80 möglich, bei AXA zum Beispiel ohne Gesundheitsprüfung. Die Prämie steigt aber mit dem Alter, und konkrete Preise nennen die Anbieter nur im persönlichen Angebot.
Lebenshaltungskosten im Oktober
Ein Euro ist im Oktober rund 37,8 Baht wert. Unsere Leser berichten, dass sie in Pattaya im Monat zwischen 40.000 und 80.000 Baht brauchen, auf dem Land zwischen 40.000 und 70.000 Baht. Die meisten leben mit einer thailändischen Frau oder Freundin zusammen. Die Tabelle zeigt die Spannen und die wichtigsten Einzelposten.
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| Posten pro Monat | Pattaya | Auf dem Land |
|---|---|---|
| Gesamtbudget laut Lesern | 40.000 bis 80.000 Baht (rund 1.060 bis 2.120 Euro) | 40.000 bis 70.000 Baht (rund 1.060 bis 1.850 Euro) |
| Einzimmerwohnung, Miete | 10.000 bis 20.000 Baht | 4.000 bis 10.000 Baht im Isaan, im eigenen Haus keine Miete |
| Strom mit täglicher Klimaanlage | 1.000 bis 2.000 Baht (Condo) | 800 bis 3.000 Baht (Haus) |
Das Nachtleben kommt je nach Gewohnheit dazu, besonders in Pattaya. Wer auf dem Land schon ein eigenes Haus hat, zahlt keine Miete, oft ist er mit einer Thailänderin verheiratet. Strom ist ein großer Posten: Condos rechnen oft 7 bis 9 Baht je Einheit ab, der staatliche Tarif liegt bei rund 4 Baht. Der Rat der Veteranen: „Lebe nicht über deine Verhältnisse, nur um jemandem etwas zu beweisen.“
Jahresverlängerung für Rentner
Die Jahresverlängerung gibt es ab 50 Jahren mit dem Non-O Visum. Als Rentner muss man 800.000 Baht auf einem thailändischen Konto (rund 21.200 Euro) oder 65.000 Baht Einkommen im Monat (rund 1.720 Euro) oder eine Mischung aus beidem nachweisen. Wer mit einer Thailänderin verheiratet ist, beantragt die Verlängerung auf Ehebasis (Non-O Marriage). Dort reichen 400.000 Baht auf dem Konto (rund 10.600 Euro) oder 40.000 Baht Einkommen im Monat (rund 1.060 Euro).
Das Guthaben muss zwei bis drei Monate vor dem Antrag auf dem Konto liegen. Danach darf es bei Rentnern nicht unter 400.000 Baht fallen, bei der Ehe nicht unter den geforderten Betrag. Beim Einkommen zählt die Botschaftsbescheinigung oder monatliche Überweisungen aus dem Ausland, dann verlangen manche Büros den FTT-Code im Sparbuch. Die Praxis unterscheidet sich von Büro zu Büro, also vorher nachfragen.
Steuern auf Auslandseinkommen
Wer mindestens 180 Tage im Kalenderjahr in Thailand bleibt, ist steuerlich ansässig. Besteuert wird nicht das gesamte Welteinkommen, sondern Geld aus dem Ausland, das nach Thailand überwiesen wird, und zwar im Jahr der Überweisung. Einkommen aus der Zeit vor der Reform bleibt frei, wenn man den Herkunftsnachweis hat. Die angekündigte Zwei-Jahres-Erleichterung ist im Oktober noch nicht in Kraft.
Für Rentner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt im Kern dasselbe. Gesetzliche und private Renten besteuert Thailand, sobald sie ins Land kommen. Beamtenpensionen und Renten öffentlicher Kassen bleiben beim zahlenden Staat, in der Schweiz mit Quellensteuer. Die AHV fällt nicht unter das Abkommen, Thailand kann sie bei der Überweisung besteuern. Ab 65 Jahren gibt es einen Altersfreibetrag von 190.000 Baht, dazu 60.000 Baht Grundfreibetrag.
Einsamkeit unter Expats
Mac schreibt auch über Verlust: „Wir haben so viele verloren.“ Wer lange in Pattaya oder Chiang Mai lebt, sieht den Freundeskreis kleiner werden. Das Sterben der Freunde ist für die Dead Enders ein ständiger Begleiter. Die Abschiedsworte im Forum sind deshalb auch ein Ruf nach Gemeinschaft. Kontakte sind am Ende wichtiger als der Wechselkurs.
Der Rat daraus ist einfach: Geht raus, redet mit Menschen, baut ein Netz auf, das nicht auf einem Bildschirm endet. Wenn die Gesundheit nachlässt, hilft kein Video-Kanal. Dann hilft der Nachbar, der einen zum Arzt fährt. Wer heute Kontakte pflegt, hat morgen jemanden, der anruft.
Was die Veteranen weitergeben
Aus den Antworten bleiben drei Regeln. Akzeptanz: Wer gegen Thailand kämpft, verliert. Bescheidenheit: Wer über seine Verhältnisse lebt, zahlt irgendwann, mit Geld oder mit Frieden. Humor: Wer über sich und den Alltag nicht lachen kann, wird hier nicht alt. Die eigentliche Aufgabe ist nicht Thailand, sondern das Altern selbst, weit weg von zu Hause.
Neue Visaregeln und Steuergesetze kommen und gehen. Die Veteranen haben viele erlebt. Thailand ist kein Billigparadies mehr, sondern ein Land für Vorbereitete. Wer die Zahlen kennt und die Haltung hat, bleibt frei. Seid nicht träge, nicht ängstlich, nicht empört. Seid gelassen, bescheiden und mutig.
Redaktionelle Hinweise
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Der Stand der Angaben ist Oktober. Beträge in Euro sind zum Kurs von rund 37,8 Baht je Euro umgerechnet. Die Kosten nennen Spannen je nach Ort, Wohnlage und Lebensstil, Visumsgebühren und Krankenversicherung kommen je nach Alter dazu. Die Anforderungen für die Jahresverlängerung können sich von Immigration-Büro zu Immigration-Büro unterscheiden, bitte vor dem Antrag beim zuständigen Büro nachfragen. Zu Steuerfragen gibt das Revenue Department Auskunft.
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