BANGKOK, Thailand – Der Tourismus in Thailand ist noch nicht wieder normal, sagt der Branchenverband ATTA. Die größte Sorge gilt nicht Europa, sondern den Nachbarländern und China, wo die Zahl der Gäste deutlich sinkt. Die Reisen der Thailänder nach Frankreich, Italien und Spanien laufen trotz der Proteste weiter.
Nachbarländer und China bleiben schwach
Am 31. Oktober sagte Thanapol Chiwaratanaporn, Präsident des Verbands ATTA, dass die Lage im vierten Quartal 2026 noch nicht normal sei. Vor allem die Märkte in der Nähe bereiten ihm Sorgen. Die Zahl der Gäste aus Vietnam und anderen Ländern Südostasiens sinke in mehreren Märkten spürbar.
Auch China, die wichtigste Kundengruppe Thailands, bereitet Sorgen. Auch Vietnam und die übrigen Nachbarländer seien zuletzt so deutlich zurückgegangen, dass der Verband das ernst nimmt. Mehrere Unternehmer berichten, dass ihnen Kunden wegbleiben.
Proteste in Europa: Reisen gehen weiter
In Frankreich, Italien und Spanien gab es große Proteste, bei denen Bilder von Gewalt entstanden. Nach Einschätzung des Verbands betrafen die Unruhen aber nur einzelne Punkte in mehreren Städten, und zwar vor allem am Wochenende von Freitag bis Sonntag. Das ganze Land sei davon nicht betroffen.
Der Verband hält thailändische Reisende für gut vorbereitet, weil sie mit den Routen vertraut sind. Das Schloss Versailles und andere wichtige Sehenswürdigkeiten sind weiter normal geöffnet. Auch die Buchungen für die Hochsaison laufen unverändert weiter.
Keine Verbote und keine Stornierungen für Thailänder
Die thailändische Regierung hat Reisen ins Ausland nicht verboten. Thanapol erklärte, dass Nachrichten heute schnell verbreitet werden. Thailänder könnten deshalb Unruhen leichter ausweichen.
Die Buchungen nach Frankreich, Italien und Spanien sind nach Angaben des Verbands stabil und ohne Stornierungen. Der Verband begründet das auch damit, dass Thailänder in den einzelnen Ländern meist nur kurz bleiben.
Europäische Gäste buchen Thailand für die Hochsaison
Auch bei den Gästen aus Europa gibt es nach Angaben von ATTA keine Stornierungen. Die meisten europäischen Reisenden haben ihren Aufenthalt in der Hochsaison schon vorab gebucht. Deshalb sind auch keine Verschiebungen bekannt.
Der Verband sieht darin sogar eine Chance, Urlauber aus Europa für Thailand zu gewinnen, und sie stattdessen für einen Urlaub in Thailand zu gewinnen. Die Lage in Europa bleibt aus Sicht des Verbands aber nicht der größte Risikofaktor.
Verband kritisiert leer ausgegangene Tourismusprojekte
ATTA stellt auch Fragen zu staatlichen Projekten, die den Tourismus im Inland ankurbeln sollen. Der Verband fragt, warum manche Mitglieder bei einigen Projekten nicht beteiligt waren. Er ist über 50 Jahre alt und hat viele Mitglieder, die ausländische Gäste ins Land bringen.
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Bei manchen dieser Projekte sei kein einziger Baht an den Verband geflossen. Thanapol fordert die Regierung auf, das Vertrauen der Reisenden rasch zurückzugewinnen. Der Verband hat außerdem schriftlich bei den zuständigen Tourismusbehörden nachgefragt.

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