Mehr Flüge nach Thailand, sinkt der Preis?

Thai Airways, Lufthansa, Finnair, Emirates und weitere Airlines schicken im Winter zusätzliche Maschinen nach Thailand. Doch was bedeutet das für den Preis, den Urlauber am Ende zahlen?

Mehr Flüge nach Thailand, sinkt der Preis?
Photo by Jeffry Surianto on Pexels

Wer im Winter nach Thailand fliegen will, findet im Flugplan mehr Verbindungen als im Vorjahr. Mehrere Airlines stocken auf, andere streichen einzelne Flüge. Für Urlauber und Expats stellt sich vor allem eine Frage: Wird das Ticket dadurch billiger? Der Winterflugplan zeigt, wer öfter fliegt, wer abbaut und was die Airlines gerade belastet. Die Antwort auf die Preisfrage fällt weniger eindeutig aus, als viele hoffen.

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Thai Airways fliegt im Winter mehr nach Europa

Im neuen Winterflugplan von Thai Airways stehen vom 25. Oktober bis 27. März insgesamt 66 Strecken, drei mehr als im Vorjahr. Bei den europäischen Zielen taucht Amsterdam neu auf, mit täglichen Flügen. Ab wann die Maschinen dort genau starten, prüfen Reisende am sichersten in der Buchungsmaske der Airline.[1]

Die zusätzlichen Flüge kommen gestaffelt. Paris wird ab 1. Dezember zweimal täglich bedient, das sind 14 statt 7 Flüge pro Woche. München steigt ab 16. Dezember von 7 auf 10 Flüge, Zürich ab 16. Januar von 7 auf 11 Flüge pro Woche. Frankfurt und London bleiben bei 14 Flügen pro Woche. Die Erhöhungen gelten also nicht ab dem ersten Tag der Saison.

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Lufthansa setzt zweiten A380 nach Bangkok ein

Lufthansa fliegt vom 16. Januar bis 27. Februar zweimal täglich mit dem Airbus A380 von München nach Bangkok. Die Airline begründet das mit hoher Nachfrage. Zusammen mit Thai Airways gibt es an einzelnen Wochentagen bis zu vier Verbindungen zwischen München und Bangkok. Im Sommer fliegt Lufthansa die Strecke mit dem kleineren Airbus A350, im Winter kommt traditionell der A380 zum Einsatz.[2]

Die beiden Flüge starten in München um 16:25 Uhr und um 22:10 Uhr. Die frühere Maschine landet am nächsten Morgen um 9:05 Uhr in Bangkok, die spätere um 14:50 Uhr. Zurück geht es ab Bangkok um 10:50 Uhr als Tagflug und um 23:30 Uhr als Nachtflug. Die Flugzeit beträgt nach München knapp zwölf Stunden, in Gegenrichtung rund zehneinhalb Stunden.

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Finnair und SAS bringen Krabi und Phuket ins Programm

Finnair fliegt im Winter mit bis zu 25 Flügen pro Woche nach Thailand, so oft wie nie zuvor. Nach Bangkok sind es bis zu 18 Flüge, vier mehr als im Winter davor, an manchen Tagen bis zu dreimal. Nach Phuket fliegt Finnair fünfmal pro Woche. Neu im Plan ist Krabi: Ab Helsinki gibt es dort wieder zwei Flüge pro Woche, montags und donnerstags.[3]

SAS startet am 8. Dezember mit zwei Flügen pro Woche von Kopenhagen nach Krabi und am 9. Dezember mit zwei bis drei Flügen pro Woche nach Phuket. Beide Strecken fliegt die Airline mit dem Airbus A350. Auf der Strecke nach Bangkok steigt die Kapazität um 15 Prozent gegenüber dem Vorwinter. Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das jeweils einen Umstieg in Kopenhagen oder Helsinki.

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Emirates, Etihad und Qatar bauen über den Golf aus

Emirates fliegt seit dem 6. Juli dreimal täglich von Dubai nach Phuket, das sind 21 Flüge pro Woche. Die dritte Maschine ist ein Airbus A350 und landet morgens um 8:10 Uhr. Auch Qatar Airways baut aus: Von Doha nach Phuket steigt die Zahl der Flüge ab 25. Oktober von 14 auf 21 pro Woche. Nach Frankfurt fliegt Qatar ab 7. Dezember 21 statt 18 Mal pro Woche.[4]

Etihad setzt seit dem 26. Oktober täglich einen Airbus A380 zwischen Abu Dhabi und Bangkok ein. Das ist keine neue Strecke, sondern ein größeres Flugzeug mit 415 Plätzen in der Economy Class. Der Flug startet in Abu Dhabi um 21:20 Uhr und landet um 6:35 Uhr in Bangkok. Qatar Airways musste ihren Betrieb früher in diesem Jahr zeitweise einstellen, als der Luftraum über Katar gesperrt war.

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Norse und LOT bringen neue Verbindungen aus Großbritannien und Polen

Norse Atlantic fliegt neu dreimal pro Woche von London Gatwick nach Phuket. Von Manchester nach Bangkok geht es ab Dezember viermal pro Woche. Von Oslo und Stockholm startet Norse bis zu fünfmal pro Woche nach Bangkok und bis zu zweimal pro Woche nach Phuket. Die Airline nennt die anhaltende Nachfrage nach Südostasien als Grund für den Ausbau.[5]

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ZUM ANGEBOT

LOT Polish Airlines hat Anfang Oktober die erste Direktverbindung zwischen Polen und Thailand eröffnet. Zunächst gab es drei Flüge pro Woche, seit dem 26. Oktober sind es fünf: montags, mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags. Eingesetzt wird eine Boeing 787-8. Der Flug von Warschau nach Bangkok dauert rund zehn Stunden.

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Nicht jede Airline baut aus

Nicht überall wächst das Angebot. Edelweiss fliegt im Winter nur noch dreimal pro Woche nach Phuket, bisher waren es vier Flüge. Austrian Airlines bietet im Januar und Februar zweimal täglich Flüge von Wien nach Bangkok an. Das entspricht dem Winter davor, ein Ausbau ist hier also nicht erkennbar.[6]

Turkish Airlines hat für Istanbul nach Phuket zehn Flüge pro Woche geplant, so viele wie schon im Winter davor. Für Bangkok liegt keine Meldung über mehr Flüge vor, im Vorwinter waren es 21 pro Woche. Condor fliegt ab Frankfurt weiterhin täglich nach Phuket. Das Angebot wächst also nicht gleichmäßig, sondern auf einzelnen Strecken und bei einzelnen Airlines.

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Warum mehr Plätze nicht automatisch billigere Tickets bedeuten

Mehr Sitzplätze können die Preise auf einzelnen Strecken dämpfen, vor allem wenn die Nachfrage gleich bleibt. Im Winter trifft das größere Angebot aber auf Weihnachten, Neujahr und Schulferien. Hinzu kommen wenige Direktflüge, schwankende Wechselkurse und Airlines, die ihre Preise laufend an die Buchungslage anpassen.

Austrian Airlines sagt, die Nachfrage sei trotz höherer Ticketpreise sehr stark.[6] Dazu kommt der Wettbewerb durch Umsteigeverbindungen über den Golf, Istanbul oder Helsinki, die oft anders kalkuliert sind als Direktflüge. Ein größerer Flugplan führt deshalb nicht automatisch zu niedrigeren Preisen.

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Der Kerosinpreis belastet die Airlines

Der Preis für Flugtreibstoff hat sich seit Ende Februar ungefähr verdoppelt, so der Weltluftfahrtverband IATA. Der Verband erwartet ein langsameres Wachstum bei den Passagierzahlen und spürbaren Druck auf die Gewinne der Fluggesellschaften. Austrian Airlines plante nach eigener Aussage zeitweise nur noch von Woche zu Woche.[7]

Höhere Treibstoffkosten können in die Ticketpreise einfließen. Wie stark, ist nicht belegt. Wie viel davon die Airlines an ihre Fluggäste weitergeben, entscheidet jede Gesellschaft selbst. Ein Prozentsatz für Flüge nach Thailand lässt sich aus den Kerosinkosten deshalb nicht ableiten.

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Warum niemand einen Prozentsatz für den Preis nennen kann

Ein seriöser Vergleich mit dem Vorjahr braucht gleiche Bedingungen: dieselben Abflughäfen, dieselben Reisedaten, dieselbe Tarifklasse, gleiches Gepäck und denselben Buchungsvorlauf. Einen solchen Vergleich für Flüge von Europa nach Thailand gibt es nicht. Aussagen wie 15 oder 20 Prozent teurer sind deshalb nicht belegt.

Die europäische Statistikbehörde Eurostat meldet für Juni, dass die Preise im Luftverkehr in der EU um 3,1 Prozent über dem Vorjahresmonat lagen. Der Wert gilt für den gesamten EU-Markt und nicht für Thailand. Er sagt nichts darüber, was ein Flug von Frankfurt oder München nach Bangkok im Dezember kostet.[8]

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Wann sich der Preisvergleich vor der Buchung lohnt

Wer wissen will, wie sich der Preis bewegt, vergleicht selbst unter festen Bedingungen: Abflughafen, Reisedatum, Economy, Hin- und Rückflug und Aufgabegepäck. Direktflüge und Verbindungen mit Umstieg prüft man getrennt, weil sich Flugzeit und Preis stark unterscheiden. So wird aus Zufallsfunden ein Vergleich, der sich später wiederholen lässt.

Ein solcher Vergleich zeigt nur, was am Tag der Abfrage verfügbar ist. Er ist kein Marktpreis für die ganze Saison. Hintergründe zu den Preisen und Spartipps stehen im Ratgeber zu den Flugpreisen nach Thailand.

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Redaktionelle Hinweise

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Die Angaben zu Strecken und Flügen pro Woche beruhen auf den veröffentlichten Winterflugplänen der Airlines mit Stand Ende Oktober. Frequenzen und Starttermine können sich innerhalb der Saison ändern. Aktuelle Verbindungen und Preise zeigt die Buchungsmaske der jeweiligen Airline.

  1. Thai Airways: 66 Strecken im Winterflugplan, Frequenzen Paris, München, Zürich, Frankfurt und London, Amsterdam im europäischen Teil. The Nation Thailand: nationthailand.com; TTR Weekly, Winterflugplan: ttrweekly.com; Vorjahr: ttrweekly.com ↩
  2. Lufthansa: zweiter täglicher A380 München–Bangkok. Lufthansa Group: business.lufthansagroup.com; Flugzeiten und Fluggerät: Frankfurtflyer: frankfurtflyer.de; Verbindungen ab München: Rus Tourism News: rustourismnews.com ↩
  3. Finnair: 25 Flüge pro Woche, Bangkok, Phuket, Krabi. Traveldailynews: traveldailynews.com; SAS: Phuket, Krabi, Bangkok. Scandasia: scandasia.com ↩
  4. Emirates: dritter täglicher Flug nach Phuket. The Nation Thailand: nationthailand.com; Qatar Airways: Traveling for Miles: travelingformiles.com; Luftraumsperrung: Rus Tourism News: rustourismnews.com; Etihad: Aviation A2Z: aviationa2z.com ↩
  5. Norse Atlantic: Gatwick, Manchester, Oslo, Stockholm. Scandasia: scandasia.com; LOT: Pattaya Mail: pattayamail.com ↩
  6. Edelweiss: Blick: blick.ch; Austrian Airlines, Winter und Nachfrage: Reisetopia: reisetopia.de; Vorjahr: Austrian Wings: austrianwings.info; Turkish Airlines: AeroRoutes: aeroroutes.com; Condor: condor.com ↩
  7. Kerosinpreis und Kostendruck: IATA, Global Outlook for Air Transport, Juni: iata.org ↩
  8. Luftverkehrspreise in der EU im Juni: Eurostat: ec.europa.eu ↩

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