Auswandern nach Thailand ist Männersache. Zumindest wirkt es so, wenn man durch Pattaya, Hua Hin oder Udon Thani geht. Das Bild stimmt, aber es erklärt nichts. Die Gründe liegen tiefer als das Wetter, und sie sagen viel darüber, was Menschen in Europa vermissen. Frauen sind seltener dabei, dafür kommen auch ganze Familien. Auch dafür gibt es Ursachen. Schmeichelhaft sind sie nicht immer, und manche Antwort passt nicht ins Bild vom Männerparadies.
Männer stellen die Mehrheit
Wer aus Europa dauerhaft in Thailand lebt, ist meistens ein Mann. Forscher beschreiben europäische Langzeitaufenthalter dort als überwiegend männlich, viele leben mit einer Thailänderin zusammen. Das ist keine Stammtischbehauptung. Das ist der Stand der Wissenschaft.
Auffällig ist auch das Alter. In einer Umfrage unter Auswanderern waren vierzig Prozent der Befragten in Thailand Rentner, weltweit sind es vierzehn Prozent. Thailand ist also vor allem ein Ziel für den Ruhestand. Eine genaue Zahl nach Geschlecht ist nicht bekannt.
Neuanfang nach dem Bruch
Viele Deutsche in Pattaya sind Witwer oder geschieden, sagt ein Vertreter der evangelischen Gemeinde dort. Wer allein dasteht, sucht eine zweite Chance. Thailand liefert sie, mit neuem Umfeld und neuen Regeln. Es seien nicht nur Sextouristen, betont er. Mit dem Klischee hat das wenig zu tun.
Der Schritt lohnt sich oft. Eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung fand, dass Auswanderer aus Deutschland nach dem Umzug meist zufriedener leben als vorher, Männer wie Frauen. Das spricht gegen das Klischee vom gescheiterten Flüchtling. Es spricht auch gegen die Annahme, dass nur Männer vom Neuanfang profitieren.
Wärme statt Winterdunkel
In Europa dauert der Winter lang, die Tage sind kurz und grau. In Thailand ist es das ganze Jahr warm. Für viele Rentner zählt das mehr als jede Statistik. Wer einmal einen Dezember in Thailand erlebt hat, vergleicht jeden Winter in Europa damit.
Dazu kommt das Licht. Wer morgens die Sonne sieht, startet anders in den Tag. Das erklärt, warum Thailand für viele Rentner im Winter attraktiv ist. Wärme allein erklärt den Männerüberschuss aber nicht. Nach Spanien zieht es ebenfalls ältere Deutsche. Das Wetter ist dort auch gut.
Weniger Druck im Alltag
In der neuesten Umfrage unter Auswanderern liegt Thailand beim Glück an der Spitze. Sechsundachtzig Prozent der Befragten sind glücklich mit ihrem Leben dort, weltweit sind es siebzig Prozent. Zweiundvierzig Prozent wollen für immer bleiben, weltweit sind es siebenundzwanzig.
Auch die Forschung kennt das Muster. Eine Studie über deutsche Rentner in Thailand nennt Rente oder Krankheit als häufigste Auslöser für den ersten Besuch. Mit dem Ruhestand fällt der Beruf weg. Was bleibt, ist die Frage, wo man den Rest der Zeit verbringen will.
Beziehungen mit Thailänderinnen
Europäische Langzeitaufenthalter in Thailand leben häufig in einer Beziehung mit einer Thailänderin, sagen Forscher. Weniger sichtbar sind Partnerschaften mit thailändischen Männern. Das gehört zum Bild, und es erklärt, warum viele Männer nicht nur zu Besuch kommen, sondern bleiben.
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Dazu kommt ein Bild von Thailand als traditionelle Gegenwelt zu Deutschland. Eine Studie über deutsche Rentner dort zeigt, wie stark Nostalgie und Vorstellungen von Männlichkeit mitspielen. Das ist nicht jedermanns Geschmack. Es ist aber ein Teil der Erklärung, warum diese Auswanderung so einseitig männlich ist.
Das Visum entscheidet mit
Wer eine Thailänderin heiratet, bekommt über die Ehe eine Grundlage für den Aufenthalt. Das macht das Bleiben einfacher als für andere Auswanderer. Dazu gehören Regeln, die man kennen muss und die sich ändern. Die Unterlagen für das Destination Thailand Visa wurden erst Ende August angepasst.
Das Destination Thailand Visa gilt fünf Jahre. Pro Aufenthalt sind bis zu 180 Tage erlaubt, einmal verlängerbar um weitere 180 Tage. Ehepartner und Kinder können es ebenfalls bekommen, Kinder bis zwanzig Jahre. Wer sich auf Stammtischwissen verlässt, riskiert Ärger mit der Immigration.
Essen und Menschen
Neun von zehn Auswanderern loben die Freundlichkeit der Einheimischen in Thailand, weltweit sind es dreiundsechzig Prozent. Damit liegt das Land bei diesem Punkt auf Platz eins von 31 Ländern. Ein deutscher Rentner in Pattaya nennt als Gründe für seinen Umzug das Klima, die Menschen und das Essen.
Auch beim Gefühl, zu Hause zu sein, liegt Thailand ganz vorn. Nicht alles ist so leicht. Achtzig Prozent der Auswanderer finden die thailändische Sprache schwer. Die Menschen sind freundlich, die Sprache ist es nicht. Das erklärt, warum so viele ihr Leben lang bei Händen und Füßen bleiben.
Wohin europäische Frauen gehen
Die Zahlen für Deutsche insgesamt sind klar. Rund 330.000 leben in der Schweiz, 240.000 in Österreich und 132.000 in Spanien. Nach Geschlecht aufgeteilt ist das nicht bekannt. Wer behauptet, Frauen zögen vor allem in ein bestimmtes Land, hat dafür keine Zahl.
Bekannt ist nur eine Spur beim Alter. Nach Österreich ziehen vergleichsweise viele jüngere Deutsche, nach Spanien eher ältere. Wohin Frauen im Einzelnen gehen, ist nicht bekannt. Das ist ein Mangel der Statistik, kein Beweis dafür, dass Frauen fehlen.
Was Frauen an Thailand schätzen
Bei der persönlichen Sicherheit liegt Thailand in der Umfrage unter Auswanderern auf Platz sechs von 31 Ländern. In einem Ranking der sichersten Länder für alleinreisende Frauen steht es auf Platz acht. Das ist kein Freibrief, aber ein Argument, das zählt.
Städte wie Chiang Mai gelten als gut für Frauen, die allein leben. Es gibt dort viele Expats, Yoga-Kurse und Gruppen für Expat-Frauen. Das senkt die Hürde für den Anfang. Wer niemanden kennt, findet dort schneller Anschluss als in Bangkok.
Familien mit Kindern kommen nach
Mit dem Education-Visum für das Kind und dem Guardian-Visum für einen Elternteil können Familien bleiben, solange die Kinder in Thailand zur Schule gehen. Dazu lässt das Destination Thailand Visa Ehepartner und Kinder mitkommen. Das ist neu für Auswanderer, die noch im Berufsleben stehen.
Das Schulangebot wächst. Nach Schätzung eines Forschungsinstituts gibt es in Thailand 280 internationale Schulen, vor wenigen Jahren waren es 234. Neue Schulen entstehen vor allem in den Provinzen, in Bangkok sinkt die Zahl leicht. Wie viele europäische Familien tatsächlich kommen, ist nicht bekannt.
Die Gemeinschaft wird gemischter
Auch die Zahl hochqualifizierter ausländischer Arbeitskräfte wächst seit Jahren, im Schnitt um gut neun Prozent pro Jahr. Wie viele davon Europäer sind und mit Familie kommen, ist nicht bekannt. Dazu kommen Fernarbeiter mit dem neuen Visum und Rentner, die schon lange da sind.
Frauen finden in Chiang Mai eigene Gruppen, Familien finden internationale Schulen. Die Rentner sind geblieben, aber sie sind nicht mehr allein. Das Männerparadies gibt es noch. Es hat nur Nachbarn bekommen.
Redaktionelle Hinweise
Eine amtliche Aufschlüsselung der Europäer in Thailand nach Geschlecht ist nicht bekannt. Zahlen aus Umfragen geben die Einschätzung der Befragten wieder, keine amtlichen Werte. Visaregeln ändern sich, aktuelle Angaben gibt es bei der thailändischen Botschaft und bei der Immigration.
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Lieber in der Badehose am Strand, als mit der Rheumacreme vor dem Heizkörper……das ist für mich der Grund über die Wintermonate auf Europa zu verzichten. Und ich brauche weniger Blutdrucksenker.