BANGKOK, Thailand – Mehr als 80 Menschen haben in Bangkok Beschwerde gegen ein Vermittlungsunternehmen eingereicht, das Jobs in Kanada und Finnland angeboten haben soll. Die Betroffenen geben ihre gemeinsamen Verluste mit mehr als 20 Millionen Baht an und sagen, sie hätten für nie zustande gekommene Arbeitsreisen bezahlt.
Mehr als 20 Millionen Baht Verlust
Die Gruppe wandte sich am 14. August an das Beschwerdezentrum des Central Investigation Bureau. Dort sprach sie mit Ermittlern der Abteilung zur Bekämpfung des Menschenhandels.
Nach Angaben der Betroffenen stellte die Firma Arbeit beim Pflücken und Verpacken von Früchten in Kanada und Finnland in Aussicht. Dafür verlangte sie Geld von Menschen, die ins Ausland reisen und dort arbeiten wollten.
Erst 12.500, später 65.000 Baht
Ein Vertreter der Betroffenen sagte, der erste Kontakt sei über eine Facebook-Seite erfolgt, die glaubwürdig gewirkt habe. Anschließend seien die Interessenten in einen Line-Chat aufgenommen und zu einem Gespräch sowie zur Abgabe von Unterlagen in ein Büro im Raum Don Mueang eingeladen worden.
Bei den Gesprächen soll ein Kanadier anwesend gewesen sein. Nach der angeblichen Zusage verlangte die Firma laut den Betroffenen zunächst 12.500 Baht für die Bearbeitung eines Touristenvisums. Später überwiesen sie in mehreren Raten weitere 65.000 Baht.
E-Mails meldeten angebliche Visa-Zusage
Die Bewerber sollten für den Visumantrag eine neue E-Mail-Adresse einrichten. Danach erhielten sie Termine zur Abgabe ihrer Unterlagen und zur Erfassung biometrischer Daten bei VFS im Gebiet Rama 9.
Später bekamen sie nach eigenen Angaben E-Mails, wonach ihre Visa genehmigt worden seien. Die Reisepässe wurden ihnen zurückgeschickt. Die Firma soll außerdem mit günstigen Wechselkursen geworben haben; mehrere Betroffene tauschten und verwahrten Geld über dieses Angebot.
Büro kurz vor der Abreise leer
Anfang August besuchte der Vertreter das Büro in Don Mueang, um den Stand der Vorbereitungen zu prüfen. Nach seinen Angaben war niemand mehr dort, und die Einrichtung war entfernt worden.
Ein Administrator der Vermittlungsseite soll erklärt haben, die Räume würden renoviert. Die Betroffenen entdeckten später nach eigenen Angaben, dass es sich lediglich um ein vorübergehend angemietetes Büro gehandelt hatte. Als der geplante Abflug am 17. August 2026 näher rückte, erhielten sie auf ihre wiederholten Nachfragen nach Flugtickets und Reisedaten keine Antworten mehr und konnten das Firmenpersonal nicht mehr erreichen. Das überzeugte sie nach eigenen Angaben davon, dass die Bearbeitungsgebühren betrügerisch genommen worden waren. Viele kommen aus Provinzgebieten wie Chiang Rai, Chumphon und dem Nordosten. Einige hatten sich Geld geliehen und blieben nach eigenen Angaben auf Schulden sitzen. Sie hofften, mit den Löhnen im Ausland ihre Familien zu unterstützen, reisten aber nicht ab.
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Traurig das die Masche immer noch erfolgreich funktioniert. Eine Bekannte ist auch auf ähnliches Angebot reingefallen, am Flughafen war natürlich kein Ticket hinterlegt, das im voraus bezahlte Geld und Anbieter verschwunden.