HUAI YAI – Angehörige von fünf Mordopfern haben in der Provinz Chonburi insgesamt 1,5 Millionen Baht staatliche Opferentschädigung erhalten. Die Hilfe ist wichtig. Doch die öffentliche Übergabe wirft Fragen an Behörden und beteiligte Stellen auf: Muss eine Familie nach dem Verlust eines Sohnes, einer Tochter oder eines anderen nahestehenden Menschen für einen offiziellen Fototermin erscheinen?
300.000 Baht pro Opfer ausgezahlt
Die Übergabe fand am 12. August im Gebäude des Katastrophenschutzes der Gemeinde Huai Yai im Bezirk Bang Lamung statt. Nach Berichten der thailändischen Medien Siam Rath und Daily News erhielten die Angehörigen für jedes der fünf Opfer 300.000 Baht. Insgesamt wurden 1,5 Millionen Baht ausgezahlt.
Zu den Getöteten gehörten laut den Berichten die russischen Geschwister Diana und Roman sowie drei Mitglieder einer thailändischen Familie. Ihre Leichen waren nahe Huai Yai auf dem Hügel Mab Fak Thong vergraben gefunden worden. Thailändische Medien berichteten, zwei Verdächtige hätten die Taten gestanden.
Staatliche Hilfe ist nötig – doch die Summe bleibt begrenzt
Die Zahlung erfolgte nach dem thailändischen Gesetz zur Entschädigung von Opfern und Beschuldigten. Sie ist staatliche Opferhilfe und kein Schadenersatz, den mutmaßliche Täter leisten. Für Familien kann das Geld nötig sein: Bestattungskosten, Reisen, fehlendes Einkommen und juristische Ausgaben können nach einem Verbrechen schnell zur zusätzlichen Belastung werden.
Trotzdem bleibt die Dimension schwer auszuhalten. 300.000 Baht können finanziell entlasten, aber sie sind keine Entschädigung im menschlichen Sinn. Ein verlorener Sohn, eine getötete Tochter oder ein ermordetes Familienmitglied lässt sich nicht mit einer festen Pauschale aufwiegen. Gerade deshalb muss der Umgang der Behörden mit betroffenen Familien besonders sensibel sein.
Warum die Übergabe vor Publikum?
An dem Termin nahmen laut Siam Rath Vertreter des Justizministeriums, des Provinzjustizamts Chonburi, der Gemeinde Huai Yai und weiterer Stellen teil. Auch zusätzliche Hilfen von sozialen Einrichtungen, einer Stiftung und Versicherungsunternehmen wurden in den Berichten genannt. Offen blieb, ob die öffentliche Übergabe der staatlichen Zahlung rechtlich vorgeschrieben war oder ob sie in einem kleineren, geschützten Rahmen hätte erfolgen können.
Genau hier richtet sich die Kritik nicht gegen die Angehörigen, sondern an die verantwortlichen Behörden und Organisationen. Niemand sollte nach einem schweren Gewaltverbrechen erklären müssen, warum er Unterstützung entgegennimmt. Behörden können Hilfe leisten, ohne Trauernde vor Kameras und Öffentlichkeit in eine Situation zu bringen, die sie möglicherweise nicht selbst gewählt haben.
Was denkst DU? Schreib uns deine Meinung!
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Sollten Behörden Opferhilfe nach schweren Verbrechen grundsätzlich diskret und ohne öffentliche Übergabe leisten? Oder gehört Transparenz bei staatlichen Zahlungen dazu? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare – wir sind gespannt, was DU dazu sagst!


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