Wer über Sicherheit in Thailand spricht, redet meist über zwei verschiedene Dinge, ohne es zu merken. Das eine ist die Statistik, das andere das Bauchgefühl beim abendlichen Spaziergang. Beide fallen in Thailand auffallend weit auseinander, und zwar nicht immer zugunsten des Bauchgefühls. Wer sich vor Ort orientieren will, sollte beide Ebenen kennen. Die Touristenpolizei ist landesweit unter der Nummer 1155 erreichbar, rund um die Uhr und auf Englisch.
Warum sich Thailand für viele sicherer anfühlt als Europa
Deutsche, Österreicher und Schweizer, die längere Zeit in Thailand leben, berichten fast durchgängig dasselbe: Sie bewegen sich hier abends entspannter als in der Heimatstadt. Nachts allein durch eine Soi zu laufen, das Handy sichtbar in der Hand, das Portemonnaie in der Gesäßtasche, gilt vielen als unproblematisch. In Frankfurt, Wien oder Zürich würden dieselben Menschen anders handeln.
Dieses Empfinden ist kein Selbstbetrug. Aggressives Anpöbeln auf offener Straße, Bedrohung durch Gruppen, spontane Gewalt gegen Fremde: Solche Erlebnisse kommen im thailändischen Alltag seltener vor als in europäischen Großstädten. Der öffentliche Raum ist bis spät belebt, Garküchen und Läden haben lange offen, und soziale Kontrolle ersetzt an vielen Orten die Polizeipräsenz.
Woher dieses Gefühl kommt – und wo es trügt
Das subjektive Sicherheitsgefühl speist sich vor allem aus der Abwesenheit von Konfrontation. Thailändische Alltagskultur meidet den offenen Streit, lautes Auftreten gilt als Gesichtsverlust. Wer aus einer Gesellschaft kommt, in der Konflikte direkt ausgetragen werden, empfindet diese Zurückhaltung als spürbare Entlastung. Genau das prägt den ersten Eindruck stärker als jede Statistik.
Die Kehrseite: Gefahr zeigt sich in Thailand seltener als sichtbare Bedrohung und häufiger als stille Fehlkalkulation. Der gemietete Roller ohne Helm, die Überweisung an eine Person, die man nur aus dem Chat kennt, der Kommentar in einem sozialen Netzwerk. Wer nur auf das achtet, was in Europa gefährlich aussieht, übersieht in Thailand die realen Risiken fast vollständig.
Der Vergleich mit Deutschland, Österreich und der Schweiz
Bei der Gewaltkriminalität liegen die Werte näher beieinander, als die öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt. Ein sauberer Vergleich scheitert allerdings oft an unterschiedlichen Zähl- und Erfassungsweisen der nationalen Statistiken. Die Wochenblitz-Redaktion hat diesen Punkt bereits ausführlich im Detail auseinandergenommen, samt der Frage, welche Zahlen überhaupt vergleichbar sind.
Ein Bereich fällt jedoch eindeutig aus dem Rahmen, und das ist der Straßenverkehr. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation kamen in Thailand 25,4 Menschen je 100.000 Einwohner im Verkehr ums Leben. Deutschland lag 2024 bei 33 Verkehrstoten je einer Million Einwohner, Österreich bei 38. Der Abstand beträgt hier also nicht wenige Prozent, sondern ein Vielfaches.
Gewaltkriminalität gegen Ausländer: das reale Bild
Schwere Gewalttaten gegen deutschsprachige Gäste sind selten, und wenn sie geschehen, berichten die Medien darüber ausführlich. Genau diese Ausführlichkeit verzerrt den Eindruck. Ein einzelner Fall in Pattaya oder auf Koh Samui erreicht binnen Stunden ein Millionenpublikum in der DACH-Region und prägt das Bild eines ganzen Landes.
Der weit überwiegende Teil der Tötungs- und Gewaltdelikte in Thailand betrifft Konflikte innerhalb der einheimischen Bevölkerung: Beziehungstaten, Streitigkeiten im Drogenmilieu, lokale Auseinandersetzungen mit langer Vorgeschichte. Ausländer geraten in diese Strukturen praktisch nur hinein, wenn sie selbst Teil davon werden. Das ist keine Beschönigung, sondern eine Frage der Fallzahlen.
Die häufigsten Delikte, die Urlauber tatsächlich treffen
Was Gäste real erwischt, ist unspektakulär: Taschendiebstahl in gedrängten Nachtmärkten, überhöhte Preise ohne Taxameter, manipulierte Abrechnungen beim Rollerverleih, gelegentlich der Griff in ein unverschlossenes Hotelzimmer. Kaum eine dieser Taten geht mit Gewalt einher, und fast alle lassen sich mit einfachen Vorkehrungen abwehren.
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Bewährt hat sich, beim Rollerverleih vor Übergabe jeden Kratzer zu fotografieren und niemals den Reisepass als Pfand zu hinterlegen. Eine Kopie oder eine Kaution reicht in seriösen Betrieben aus. Bei Taxis in Bangkok gilt: Taxameter einschalten lassen oder eine App nutzen. Wer diese wenigen Punkte beachtet, hat den Großteil der realistischen Ärgernisse bereits ausgeschlossen.
Straßenverkehr: das eine Risiko, das aus dem Rahmen fällt
Die Weltgesundheitsorganisation zählte für Thailand rund 18.200 Verkehrstote in einem Jahr, im Schnitt etwa 50 pro Tag. Das Land steht damit auf Rang neun von 175 erfassten Staaten. Wer Sicherheit in Thailand ernsthaft bewerten will, muss diesen Punkt an die erste Stelle setzen, denn kein anderes Alltagsrisiko liegt auch nur in derselben Größenordnung.
Die Regierung arbeitet gegen diese Zahlen an. Der fünfte nationale Verkehrssicherheitsplan setzt als Ziel zwölf Verkehrstote je 100.000 Einwohner bis 2027, also eine Halbierung. Seit dem 1. April 2026 gelten deutlich höhere Bußgelder: 2.000 Baht für fehlenden Helm oder Gurt, bis zu 4.000 Baht für Handy am Steuer, Rotlichtverstöße und Rasen.
Motorrad, Helm und Führerschein Thailand: was tatsächlich schützt
Motorradfahrer stellen laut WHO 83,8 Prozent aller Verkehrstoten in Thailand. Damit ist die Frage, ob jemand einen Roller mietet und wie er ihn fährt, die mit Abstand wichtigste Sicherheitsentscheidung der ganzen Reise. Ein Helm mit geschlossenem Kinnriemen halbiert das Risiko schwerer Kopfverletzungen, und er kostet nichts extra.
Rechtlich gilt für Deutsche seit dem 1. Mai 2021 ausschließlich der internationale Führerschein nach dem Wiener Übereinkommen von 1968, immer zusammen mit dem nationalen Führerschein. Ein häufiger und teurer Irrtum betrifft die Klasse: Die Fahrerlaubnis der Klasse B berechtigt nicht zum Führen von Motorrädern oder Rollern. Dafür ist A1, A2 oder A nötig.
Krankenversicherung Thailand: warum sie hier schwerer wiegt
Fehlt bei einem Unfall die gültige Fahrerlaubnis, prüfen Versicherer den rechtlichen Status des Fahrers. Der Schutz kann dann entfallen, und zwar sowohl bei der Reisekrankenversicherung als auch bei der Haftung gegenüber Dritten. Autovermieter verlangen häufig nur den heimischen Führerschein, was ein falsches Gefühl von Rechtssicherheit erzeugt.
Private Kliniken behandeln in Thailand gegen Vorkasse oder Kostenzusage. Wer ohne Absicherung in die Notaufnahme kommt, zahlt selbst, und bei einer Operation nach schwerem Unfall geht das schnell in sechsstellige Baht-Beträge. Eine Krankenversicherung in Thailand gehört deshalb zur Grundausstattung, nicht zur Kür.
Medizinische Versorgung: der stille Sicherheitsvorteil
Was in der Sicherheitsdebatte fast immer untergeht: Die medizinische Versorgung gehört zu den stärksten Argumenten für Thailand. Eine Regierungsübersicht vom März 2026 nennt 61 Krankenhäuser und Kliniken mit Akkreditierung der Joint Commission International. Damit liegt Thailand weltweit auf einem der vorderen Plätze und in Südostasien an der Spitze.
Praktisch heißt das: kurze Wartezeiten, englischsprachiges Personal, moderne Diagnostik, oft am selben Tag. Wer in Bangkok, Pattaya oder Chiang Mai einen Herzinfarkt erleidet, ist medizinisch nicht schlechter aufgehoben als in Europa. Wie weit dieser Standard reicht, hat die Redaktion in einem eigenen Beitrag zur Klinikqualität beschrieben.
Thailändisches Recht: wo Ausländer ohne Absicht anecken
Thailand ist kein rechtsfreier Raum, und die Regeln unterscheiden sich an einigen Stellen deutlich von europäischen. Beleidigung nach Section 393 des Strafgesetzbuchs kann bis zu 1.000 Baht kosten, üble Nachrede nach Section 326 bis zu 20.000 Baht und ein Jahr Haft. Wer dieselbe Äußerung online verbreitet, fällt unter Section 328 mit bis zu 200.000 Baht.
Die schärfste Grenze zieht Section 112, die Majestätsbeleidigung. Das Strafmaß liegt bei drei bis fünfzehn Jahren Haft pro Tat, gilt ausdrücklich auch für Ausländer und erfasst Äußerungen in sozialen Netzwerken. Für Reisende ist die praktische Konsequenz einfach: Zum Königshaus äußert man sich nicht, weder im Gespräch noch im Netz.
Digitale Sicherheit und die aktuellen Betrugsmaschen
Das am schnellsten wachsende Risiko trifft niemanden auf der Straße, sondern am Bildschirm. Im ersten Halbjahr 2026 registrierte Thailand über 170.000 Fälle von Online-Betrug mit einem Schaden von knapp neun Milliarden Baht. Der Durchschnittsschaden pro Fall lag bei über 52.000 Baht, gemeldet vom thailändischen Verbraucherrat.
Über 61 Prozent der Fälle liefen über Facebook: gefälschte Verkaufsseiten, erfundene Anlageangebote, Konten, die sich als Behörde oder Bekannter ausgeben. Anrufe angeblicher Polizei- oder Zollbeamter folgen demselben Muster. Thailändische Behörden fordern niemals telefonisch Überweisungen, und keine Bank verlangt am Telefon ein Passwort oder eine Kartennummer.
Botschaft, Konsulat und Notrufnummern im Ernstfall
Die wichtigsten Nummern gehören vor der Abreise ins Telefon: 191 für die Polizei, 1155 für die englischsprachige Touristenpolizei, 1669 für den Rettungsdienst, 199 für die Feuerwehr und 1784 für Warnungen bei Naturereignissen. Wer in einer Großstadt selbst ein Taxi zur Notaufnahme nehmen kann, ist im dichten Verkehr oft schneller dort als der Krankenwagen.
Konsularischen Schutz leisten die Botschaften in Bangkok für alle drei deutschsprachigen Länder, bei Passverlust, Haft, schwerer Erkrankung oder Todesfall. Sie können Anwälte und Ärzte vermitteln und Angehörige benachrichtigen. Was sie nicht tun: Rechnungen bezahlen, Kautionen stellen oder ein laufendes thailändisches Verfahren beeinflussen.
Redaktionelle Hinweise
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Die Verkehrszahlen der Weltgesundheitsorganisation beziehen sich auf das Erhebungsjahr 2021 und sind der jüngste international vergleichbare Stand. Bußgelder und Strafmaße geben den Stand August 2026 wieder; die Anwendung von Section 112 und der Diffamierungsparagrafen liegt im Einzelfall bei den thailändischen Gerichten. Hinweis: Dieser Artikel enthält Links zu unseren Werbepartnern.
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In Deutschland und vielen anderen Staaten Europas ist die Kernfrage nicht, wie man Fußgängerzonen, Schulen, Bahnhöfe, Schwimmbäder und Weihnachtsmärkte schützen soll, SONDERN WARUM MAN SIE ÜBERHAUPT SCHÜTZEN MUSS!!! Die Ursachen sind politisch verursacht!
Ja es stimmt. Seit ein paar Jahren sind in Deutschland unsere Weihnachtsmärkte oder Straßenfeste zu Hochrisiko-Veranstaltungen mutiert. Die Städte können kaum noch die Kosten für die Sicherheit für unsere Stadtfeste aufbringen. Wieso hat Thailand diese Probleme nicht?
ISLAMISTISCH:
19.12.2016 – Berlin, Weihnachtsmarkt (Anis Amri, IS, 13 Tote)
13.2.2025 – München, Verdi-Demo (Farhad N., Afghane, 2 Tote)
NICHT ISLAMISTISCH / KEIN POLITISCHES MOTIV:
4.4.2018 – Münster (Deutscher, psychisch krank, 2 Tote)
1.1.2019 – Bottrop/Essen (Deutscher, Rechtsradikaler, psychisch krank, 14 Verletzte)
24.2.2020 – Volkmarsen (Deutscher, Rosenmontag, 88 Verletzte)
1.12.2020 – Trier (Deutscher, paranoide Schizophrenie, 6 Tote)
Oktober 2021 – Witzenhausen (Deutscher, paranoide Schizophrenie, 1 Kind tot)
Juni 2022 – Berlin Ku’damm (Deutsch-Armenier, psychisch krank, 1 Tote)
3.3.2025 – Mannheim (Deutscher, kein religiöser/politischer Hintergrund, 2 Tote)
4.5.2026 – Leipzig (Deutscher, Amokfahrt, 2 Tote)
UMSTRITTEN:
20.12.2024 – Magdeburg (Saudi-Araber, Gericht: kein islamistisches Motiv, sondern Persönlichkeitsstörung + Rachefantasien, 6 Tote)
Ja, genau. Und „Mutti“ wäre sogar wiedergewählt worden, wenn sie erneut angetreten wäre. Aber sie wusste, wann es Zeit ist sich besser aus dem Staub zu machen. Von wegen „Wir schaffen das“!
Für Steintischler: Wenn das Auto zur Waffe wird:
ISLAMISTISCHER HINTERGRUND:
19.12.2016
20.12.2024
13.2.2025
DEUTSCHE TÄTER OHNE RELIGIÖSEM HINTERGRUND:
1.12.2020, 2/2020
4.3.2026, 1/2019
3.3.2025, 4/2018
Juni 2022
Okt. 202
Zweiter gekürzter Kommentar in der Hoffnung der Veröffentlichung.
1. Ich bin kein sogenannter „Steintischler“.
2. Ich orientiere mich immer noch an den öffentlichen Statistiken was die Ausländerkriminalität anbetrifft. Obwohl auch ich spätestens seit den Ereignissen auf der „Kölner Domplatte“ und den massenhaften sexuellen Übergriffen weiß, das die Datenerhebung keinesfalls eine Übertreibung, sondern eher die unter Grenze darstellt.
Aber hier die offiziellen statistischen Fakten: 2025 registrierten die Behörden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) insgesamt 2.054.855 Tatverdächtige. Von ihnen hatten rund 40 Prozent (823.609) keine deutsche Staatsangehörigkeit, während deren Anteil an der Wohnbevölkerung bei rund 15 % liegt. In diesem Satz steckt Brisanz! Denn das heißt implizit, dass ein Straftäter mit doppelter Staatsbürgerschaft, von der eine die deutsche ist, in der bundesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) grundsätzlich als Deutscher geführt wird!
Die überproportionale Ausländerkriminalität ist auch weitgehend das Resultat der Migrationspolitik von Frau Merkel, was von den Massenmedien 2015 folgende als „Flüchtlingspolitik“ bezeichnet wurde. Merkel wusste schon am 31. August 2015 als sie im Sommerinterview sagte: „Wir schaffen das!“; das wir es nicht schaffen werden! Beweis gewünscht? Bitte sehr. Merkel kannte bereits seit 2005 als Bundeskanzlerin im Amt die Probleme mit der Ausländerkriminalität und der Integration. Sie sagte am 16. Oktober 2010 – also als amtierende Bundeskanzlerin – auf Deutschlandtag der Jungen Union (der Jugendorganisation von CDU und CSU) in Potsdam: „Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!“ Trotz der ungelösten Probleme während ihrer Kanzlerschaft von 2005 bis 2010 was Ausländerkriminalität und gescheiterte Integration anbetrifft, äußerte sie 2015: „Wir schaffen das!“ und öffnete ohne Rücksprache mit den europäischen Ländern des Schengen-Abkommens somit nicht nur die deutschen Grenzen.
So liebe KI und/oder Redaktion. Alles was ich dazu als Kommentar eingereicht hatte und jetzt gekürzt erneut einreiche ist nachprüfbar und entspricht der Wahrheit.
Redaktionelle Einordnung vom Wochenblitz: Die vom Leser genannten Grundzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 sind korrekt: Insgesamt wurden 2.054.855 Tatverdächtige registriert, davon 823.609 ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Das entspricht 40,1 Prozent. Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger an der Wohnbevölkerung lag Ende 2025 bei 14,9 Prozent. Nichtdeutsche sind damit in der PKS deutlich überrepräsentiert.
Für die Interpretation sind jedoch einige wichtige Ergänzungen notwendig. Die Zahl von 823.609 umfasst auch ausländerrechtliche Verstöße wie unerlaubte Einreise oder unerlaubten Aufenthalt, die nahezu ausschließlich Nichtdeutsche begehen können. Werden diese Delikte herausgerechnet, verbleiben 677.951 nichtdeutsche Tatverdächtige; ihr Anteil beträgt dann 35,5 Prozent. Die Überrepräsentation bleibt also bestehen, fällt aber geringer aus.
Ebenfalls richtig ist der Hinweis auf Doppelstaatler: Wer neben einer ausländischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, zählt in der PKS grundsätzlich nicht zu den „nichtdeutschen Tatverdächtigen“. Allerdings ist auch der Vergleich zwischen 40,1 Prozent Tatverdächtigen und 14,9 Prozent Bevölkerungsanteil nicht eins zu eins möglich. Unter den Tatverdächtigen befinden sich beispielsweise auch Touristen, Durchreisende und Personen ohne regulären Wohnsitz in Deutschland, die in der deutschen Wohnbevölkerung nicht enthalten sind. Hinzu kommen Unterschiede bei Alter und Geschlecht – Faktoren, die unabhängig von der Nationalität einen erheblichen Einfluss auf die Kriminalitätsbelastung haben.
Nicht korrekt belegt ist dagegen die Schlussfolgerung, die heutige Überrepräsentation nichtdeutscher Tatverdächtiger sei „weitgehend das Resultat“ der Flüchtlingspolitik Angela Merkels ab 2015. Die PKS-Zahl von 823.609 umfasst sämtliche nichtdeutschen Tatverdächtigen – also beispielsweise auch EU-Bürger, Touristen, langjährig in Deutschland lebende Ausländer und andere Gruppen. Als „Zuwanderer“ im Sinne der PKS wurden 2025 dagegen 297.401 Tatverdächtige registriert; ohne ausländerrechtliche Verstöße waren es 156.335.
Historisch korrekt ist, dass Angela Merkel am 16. Oktober 2010 den damaligen „Multikulti“-Ansatz als „absolut gescheitert“ bezeichnete. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, Merkel habe 2015 bereits gewusst, dass Deutschland die bevorstehende Flüchtlingsmigration „nicht schaffen werde“. Dafür liefert das Zitat von 2010 keinen Beleg. Es bezog sich auf die damalige Integrationsdebatte und das von Merkel kritisierte Modell eines bloßen gesellschaftlichen Nebeneinanderlebens.
Auch die häufig verwendete Formulierung, Merkel habe 2015 „die deutschen Grenzen geöffnet“, ist historisch verkürzt. Die deutschen Binnengrenzen zu den Schengen-Staaten waren bereits zuvor grundsätzlich offen. Am 4./5. September 2015 entschieden Deutschland und Österreich angesichts der Situation in Ungarn, die Grenzen für die dort festsitzenden Flüchtlinge nicht zu schließen und Deutschland machte zeitweise vom sogenannten Selbsteintrittsrecht im europäischen Asylsystem Gebrauch.
Die Ereignisse der Kölner Silvesternacht 2015/2016 und die damaligen erheblichen Probleme bei Polizeieinsatz, Erfassung und Aufarbeitung sind ebenfalls dokumentiert. Sie sind jedoch kein statistischer Beweis dafür, dass die bundesweite PKS die Kriminalität von Ausländern grundsätzlich systematisch zu niedrig ausweist. Wie jede Polizeiliche Kriminalstatistik bildet die PKS lediglich das sogenannte Hellfeld ab – also Straftaten, die der Polizei bekannt geworden sind – und erfasst Tatverdächtige, nicht rechtskräftig verurteilte Täter.
Also bis auf 1.) konnte und kann man diese copy&paste Narrative aus der blau-braunen Agitationsecke in einer Vielzahl von „sozialen Medien“ schon nachlesen. Mal etwas ausführlicher, ab und zu noch mehr gekürzt. Origineller oder richtiger wird sie mit ihren falschen Rückschlüssen, auch noch so oft zitiert, aber trotzdem nicht. Aber das dürfte ja auch völlig egal sein, Hauptsache mal wieder Stimmung gemacht.
Danke für ihre redaktionelle Einordnung!
Mir ist nach meinem Kommentar die Frage vom 8. August d. J. des ihnen sicher bekannten deutschen Journalisten Michael Martens bekannt geworden, die mich schockierte. Für andere die Information zu Martens: Er ist Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) für Südosteuropa. [entfernt] Also, sorry für das späte Feedback.
Offenbar sieht die Redaktion meinen Kommentar ähnlich wie Oskar Kusch, sonst wäre wohl eine redaktionelle Einordnung unterblieben.
Zu ihrer redaktionellen Einordnung. Ihre erste Einordnung wäre doch entbehrlich, denn ich habe von [entfernt] gesprochen. Dass auch Durchreisende und Touristen Ausländer sind, ist doch klar, oder? Und dass Ausländer auch unterschiedlichen Geschlechts und Alters sind, ist doch wohl auch klar, oder?
[entfernt]
Zu ihrer Einordnung Merkel habe 2015 „die deutschen Grenzen geöffnet“. Es ist natürlich richtig, dass die europäischen Binnengrenzen durch das Schengen-Abkommen bereits offen waren. Die hat Merkel nicht eröffnet. Hier hätte ich präziser formulieren sollen. Gemeint war bzw. ist die Öffnung der deutschen Grenzen für Flüchtlinge bzw. Migranten bei gleichzeitig nicht ausreichendem Schutz der Außengrenzen des Schengenraumes. [entfernt]
[entfernt]
Bitte nicht vergessen einen Antwortbalken einzufügen, sodass ich Oskar Kusch direkt antworten kann, denn der „blau-braunen Agitationsecke“ möchte ich gerne widersprechen. Wer mich „blau-braun“ verortet, liegt völlig falsch.
Übrigens, liebe Redaktion: Ich halte einen solchen Kommentar mit der Einordnung wie von Oskar Kusch für eine persönliche Beleidigung! Erinnert ihr euch an eure Kommentarregeln?
Redaktioneller Hinweis: Teile dieses Kommentars wurden entfernt, da sie innenpolitische Themen aus Deutschland betreffen, die den Rahmen unseres Thailand-Magazins überschreiten.
Das Sicherheitsgefühl ist wohl ein sehr subjektives und logischerweise vom jeweiligen, unmittelbaren Umfeld stark geprägt. Letzte Woche war ich beispielsweise für ein paar Tage in Pattaya. Ein langjährig dort lebender Resident erzählte mir, dass seine Tochter (24) nicht mehr gerne bei Dunkelheit alleine unterwegs sei. Sein Empfinden ist, dass sich die Sicherheitslage über die letzten Jahre massiv verschlechtert hätte. Ich als alter Mann kann sowas nur zur Kenntnis nehmen. Zumal ich Nachts sowieso nur noch selten unterwegs bin. Abgesehen davon, auch ganz woanders lebe. Dass einem, der aus einem sozialen Brennpunkt in Deutschland nach Thailand verzogen mag das alles völlig anders empfinden.
Wenn man die Google KI nach der Kriminalitätsrate befragt, bekommt man folgende Antwort:
„Deutschland weist laut aktuellen Daten von Numbeo einen etwas höheren allgemeinen Kriminalitätsindex auf als Thailand, während Thailand wiederum bei schweren Gewaltverbrechen wie Tötungsdelikten statistisch deutlich schlechter abschneidet. Die Frage lässt sich nicht mit einem einfachen Ein-Wort-Vergleich beantworten, da beide Länder in unterschiedlichen Deliktsbereichen und Erfassungsmethoden völlig andere Schwerpunkte setzen.“
Kurz zusammengefasst, wie das Wort schon ausdrückt es ist ein „Gefühl“. Das kann, muss aber nicht unbedingt mit den echten Fakten übereinstimmen.
in thailand ist ein leben nichts wert
Seid bloß vorsichtig vom gefährlichsten Mann Deutschlands! 🤣🤡 (Spiegel)
Ja, vor dem muss man sich tatsächlich in Acht nehmen, weil er antidemokratisch, rassistisch, rechtsradikal, völkisch-nationalistisch ist und faschistische Ansichten vertritt. Das hat Deutschland schon hinter sich mit verheerenden Folgen. Eine Neuauflage braucht DE NICHT!