BANGKOK, THAILAND – Zwei Japaner, die mit einem Jobangebot nach Thailand gelockt und über die Grenze in ein Callcenter gebracht worden waren, sind sicher nach Thailand zurückgekehrt. Dort mussten sie ältere Menschen in Japan mit betrügerischen Anrufen täuschen. Die Polizei hat beide als Opfer von Menschenhandel eingestuft und unter Schutz gestellt.
Hunderte Betrugsanrufe pro Tag
Nach Angaben der Polizei mussten die Männer täglich mehrere hundert Anrufe führen. Dabei gaben sie sich als Behördenmitarbeiter, Polizisten oder Staatsanwälte aus und sollten ältere Menschen in Japan täuschen.
Die Männer erhielten nach eigenen Angaben keinen Lohn. Ihre Telefone wurden ihnen abgenommen. Zugleich drohten die Verantwortlichen, sie in ein anderes Land zu bringen. Für ihre Rückkehr sollten sie Lösegeld zahlen.
Mit einem Jobangebot nach Thailand gelockt
Die beiden Japaner hatten in sozialen Medien eine Anzeige für Arbeit in Thailand gefunden. Versprochen wurde eine hohe Bezahlung für wenige Arbeitstage. Der Vermittler nahm über eine Chat-Anwendung Kontakt auf und bot an, Flug und Unterkunft zu bezahlen.
Als die Männer ihre Reise absagen wollten, wurden sie mit dem Tod bedroht. Sie sollten weder ihre Familien noch andere Personen informieren und reisten schließlich als Touristen nach Thailand ein.
Über die Westgrenze verschleppt
Nach ihrer Ankunft brachte man die Männer von ihrer Unterkunft zur Westgrenze. Dabei wechselten sie mehrfach das Fahrzeug, um Kontrollen zu umgehen. Anschließend wurden sie heimlich über die Grenze zu einem Callcenter gebracht.
Bewaffnete Kräfte kontrollierten das Gebiet. Den Männern gelang es schließlich, ihre Familien und Stellen der japanischen Regierung zu kontaktieren. Daraufhin bat Japan über das System SHIELD um Hilfe und stimmte sich direkt mit der thailändischen Polizei ab.
Polizei stuft beide als Menschenhandelsopfer ein
Die thailändische Polizei koordinierte die Rettung auf Anordnung des Vize-Nationalpolizeichefs Thatchai. Am 2. Oktober berichteten hochrangige Polizeivertreter über den Fall. Nach ihrer Rückkehr durchliefen die beiden Männer ein Verfahren zur Prüfung ihres Opferstatus.
Die Behörden bestätigten, dass es sich um Opfer von Menschenhandel handelt. Beide erhalten nun den gesetzlich vorgesehenen Schutz.
Polizei warnt vor auffälligen Jobangeboten
Nach Angaben der Männer arbeiten in der Callcenter-Anlage schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Menschen. Die meisten seien Chinesen, daneben gebe es westliche und andere ausländische Beschäftigte. Die Betrugsanrufe richteten sich gegen Menschen in mehreren Ländern, darunter die USA, China und Japan.
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Die Polizei rät Ausländern zur Vorsicht bei ungewöhnlich hohen Lohnversprechen, vor allem wenn der Vermittler Reise und Unterkunft bezahlt und die Einreise als Tourist oder visumfrei erfolgen soll. Fragen zu Einreise und Arbeitserlaubnis können Reisende bei der Einwanderungsbehörde oder der Touristenpolizei am Flughafen klären. In dringenden Fällen ist die Touristenpolizei unter 1155 rund um die Uhr erreichbar.
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