THAILAND – Die Überschwemmungen in Thailand betreffen mehr als 2,6 Millionen Menschen in 29 Provinzen und in allen 50 Bezirken Bangkoks. Bis zum 29. September wurden 23 Todesopfer gemeldet. Während in Chanthaburi und Rayong örtliche Fluten für Alarm sorgen, steigen im Norden die Zuflüsse. Im Westen und im Zentralraum wird die Lage an Flüssen und Staudämmen genau beobachtet.
Bangkok: Chao Phraya steigt – weitere Belastung möglich
Bangkok ist direkt betroffen: Die Hauptstadt hat die Hochwasserlage für alle 50 Bezirke als Katastrophengebiet eingestuft; besonders im Osten stehen Gebiete unter Wasser. Am Chao-Phraya-Staudamm in Chai Nat wurde die Abgabe flussabwärts auf 2.500 Kubikmeter pro Sekunde erhöht. Für Bangkok und weitere Gebiete entlang des Flusses bedeutet das zusätzlichen Druck auf tiefliegende Uferbereiche. Die Warnung betrifft nicht pauschal die gesamte Stadt: Entscheidend sind die Pegel vor Ort, die Schutzmauern und das Abpumpen des Regenwassers.
Wie sich die Lage weiterentwickelt, hängt auch davon ab, wie viel Wasser aus dem Norden nachströmt und wie die großen Speicher Bhumibol und Sirikit die Zuflüsse steuern. Beide liegen weit oberhalb Bangkoks; der Chao-Phraya-Staudamm bei Chai Nat regelt einen Teil des Abflusses Richtung Süden. Eine erneute Überflutung weiterer Stadtteile ist damit nicht sicher vorhergesagt, das Risiko bleibt bei hohen Flussständen und zusätzlichen Zuflüssen aber bestehen – besonders in niedrigen Gebieten am Fluss und außerhalb der Schutzanlagen.
Chanthaburi: Rote Warnstufe in acht Bezirken
In der östlichen Provinz Chanthaburi wurde die Flutwarnung für acht Bezirke auf Rot angehoben. Die Behörden warnten vor großen Wassermengen, die in tiefer gelegene Gebiete abfließen könnten. Bewohner in gefährdeten Bereichen sollten die Lage verfolgen und sich auf eine mögliche Evakuierung einstellen.
Die Warnung bedeutet nicht, dass alle acht Bezirke vollständig überflutet sind. Sie zeigt jedoch, dass dort mit rasch ansteigendem Wasser und lokalem Überlaufen gerechnet wird. Besonders gefährdet sind tiefliegende Wohngebiete und Straßen nahe Bächen und Entwässerungskanälen.
Rayong: Häuser betroffen – Evakuierungsalarm an einem Stausee
In Rayong wurden Überschwemmungen an acht Stellen in drei Bezirken gemeldet. Hunderte Häuser seien betroffen. Die genaue Lage unterscheidet sich von Ort zu Ort; die Fluten treffen vor allem tiefliegende Bereiche und Siedlungen in der Nähe von Wasserläufen.
Zusätzliche Sorge löste eine Warnung zum Khlong-Ra-ok-Stausee bei Khao Chuk im Bezirk Klaeng aus. In der Evakuierungswarnung war von einer beschädigten Überlaufanlage und einer möglichen Gefahr für das Bauwerk die Rede. Ein tatsächlicher Bruch des Staudamms war in den verfügbaren Meldungen jedoch nicht bestätigt. Die Warnung betrifft einen örtlichen Stausee und darf nicht mit einem Bruch der großen Staudämme verwechselt werden.
Zentral-Thailand: Mehr Wasser im Chao Phraya erwartet
Im Zentralraum bleibt der Chao Phraya ein wichtiger Beobachtungspunkt. Wegen der Wassermengen aus dem Norden wird eine höhere Abgabe am Chao-Phraya-Staudamm erwogen. Für tiefer gelegene Gebiete flussabwärts wurde vor steigenden Wasserständen gewarnt; örtlich könnten die Pegel deutlich zunehmen.
Die Warnung betrifft vor allem Gemeinden und Landwirtschaftsflächen entlang des Flusses sowie Gebiete, in denen Wasser nur langsam abfließen kann. Eine erhöhte Abgabe aus einem Staudamm ist eine gesteuerte Maßnahme und kein Hinweis auf einen Schaden am Bauwerk. Für Anwohner ist entscheidend, die örtlichen Pegel- und Evakuierungshinweise zu beachten.
Norden: Zuflüsse setzen die Speicher unter Druck
Im Norden sorgen starke Regenfälle für zusätzliche Zuflüsse in die Flüsse und Stauseen. Besonders die Wassermengen im Einzugsgebiet des Ping sind für den weiteren Verlauf wichtig: Sie fließen südwärts und können die Belastung im Chao-Phraya-System erhöhen. Auch große Speicher wie der Bhumibol-Stausee werden wegen hoher Wasserstände eng überwacht.
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Die Lage im Norden ist nicht überall gleich. Während an manchen Orten die Pegel steigen, können andere Gebiete weniger stark betroffen sein. Entscheidend ist, wie viel Regen in den kommenden Tagen fällt und wie schnell das Wasser in die Flüsse und Speicher gelangt.
Kanchanaburi: Hochwasser am Fluss Kwai, Dämme werden überwacht
Auch Kanchanaburi im Westen steht unter Beobachtung. In der Provinz sind Überschwemmungen nahe des Flusses Kwai gemeldet worden. In besonders betroffenen Bereichen soll das Wasser örtlich bis zu zwei Meter hoch gestanden haben; Anlagen am Fluss wurden zeitweise geschlossen, und Tiere mussten aus gefährdeten Bereichen gebracht werden.
Die beiden großen Staudämme der Provinz, Srinakarin und Vajiralongkorn, werden angesichts der Zuflüsse überwacht. Für den Vajiralongkorn-Staudamm wurde zeitweise eine Pause bei der Wasserabgabe angekündigt, um die Gebiete flussabwärts zu entlasten. Das ist eine Steuerungsmaßnahme. Ein Bruch dieser großen Staudämme wurde nicht bestätigt.
Hohe Speicherstände sind nicht automatisch ein Dammbruch
Auch bei weiteren Speichern, darunter Prasae in Rayong, Pasak Jolasid und Kaeng Krachan, wurden sehr hohe Wasserstände und zusätzliche Abgaben gemeldet. Wenn ein Speicher seine normale Rückhaltekapazität erreicht oder überschreitet, kann Wasser kontrolliert über Auslässe oder Überläufe abgegeben werden. Das ist nicht gleichbedeutend mit einem gebrochenen Damm.
Nach den verfügbaren Meldungen gibt es keinen bestätigten Bruch eines großen Staudamms. Der Evakuierungsalarm am Khlong-Ra-ok-Stausee in Rayong bleibt davon getrennt zu betrachten: Dort bezog sich die Warnung auf eine mögliche Beschädigung der Überlaufanlage. Für Menschen in tiefer gelegenen Gebieten bleibt wichtig, offizielle örtliche Warnungen ernst zu nehmen und bei Evakuierungsaufforderungen sofort zu handeln.
Ihre Meinung ist gefragt
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Wie gut sind die betroffenen Gemeinden auf steigende Pegel und mögliche Evakuierungen vorbereitet? Leben Sie in Chanthaburi, Rayong, Kanchanaburi oder einer anderen betroffenen Provinz und können über die Lage vor Ort berichten? Schreiben Sie uns in den Kommentaren.

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