BANGKOK – Der thailändische Baht steht unter Druck und notiert aktuell bei rund 33,5 zum US-Dollar. Doch die Talfahrt ist nach Einschätzung von Finanzstrategen nur von kurzer Dauer. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll die Landeswährung wieder zulegen.
Kurzfristige Kapitalabflüsse belasten den Baht
Wachirawat Banchuen, leitender Stratege für Finanzmärkte bei der Siam Commercial Bank, sieht keine fundamentale Wirtschaftskrise. Er führt die aktuelle Schwäche auf kurzfristige Kapitalabflüsse zurück, vor allem durch ausländische Verkäufe am thailändischen Aktienmarkt.
Sobald diese Abflüsse nachließen, habe sich die Währung auch prompt stabilisiert. Der Baht sei im Vergleich zu anderen regionalen Währungen nicht übermäßig schwach und bleibe relativ robust.
Keine neue Asienkrise in Sicht
Der Stratege warnt eindringlich vor überzogenen Vergleichen. Die jetzige Abwertung sei ein einmaliges Ereignis und nicht der Beginn eines anhaltenden Abwärtstrends wie während der Asienkrise 1997.
Damals stand die Region vor einem finanziellen Kollaps. Heute sind die Vorzeichen andere, auch wenn die Nervosität am Markt spürbar ist.
Zinskluft zwischen Thailand und den USA bleibt
Kurzfristig rechnet die SCB FM mit einem Wechselkurs zwischen 33 und 33,50 Baht pro US-Dollar. Der Abwärtsdruck bleibt durch die sich ausweitende Zinskluft bestehen.
Die Bank of Thailand wird die Leitzinsen wohl nicht antasten, um die fragile Wirtschaft zu stützen. Gleichzeitig hält die US-Notenbank Federal Reserve an ihren hohen Zinsen fest, um die Inflation zu bekämpfen.
Handelsdefizite als zusätzlicher Brocken
Auch die Außenhandelsbilanz drückt auf die Stimmung. Im Mai verzeichnete Thailand ein massives Handelsdefizit von rund 10 Milliarden US-Dollar.
Im darauffolgenden Monat kam ein weiteres Minus von etwa 5 Milliarden US-Dollar hinzu. Diese roten Zahlen belasten die Währung zusätzlich.
Lichtblick in der zweiten Jahreshälfte
Wachirawat hält die Markterwartungen an eine dauerhaft große Zinskluft jedoch für übertrieben. Er geht davon aus, dass sowohl die Fed als auch die Bank of Thailand ihre Leitzinsen für den Rest des Jahres konstant lassen.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Lässt der Inflationsdruck in den USA nach, verliert der Dollar an Fahrt und der Druck auf den Baht sinkt. Zudem dürfte sich Thailands Handelsdefizit verringern und die Leistungsbilanz zur Neutralität zurückkehren.
Baht-Erholung auf 32,5 prognostiziert
Auf Basis dieser Faktoren rechnet die Großbank mit einer deutlichen Erholung. Bis Ende 2026 soll der Baht auf einen Korridor zwischen 32,5 und 33 zum US-Dollar erstarken.
Für Urlauber und Importeure aus Deutschland könnte ein stärkerer Baht die Kaufkraft später im Jahr leicht schmälern.
Konkrete Absicherungsstrategie für Exporteure und Importeure
In der aktuellen volatilen Marktphase rät die SCB FM zu einer klaren Absicherungsstrategie. Exporteure sollen rund 60 Prozent ihrer erwarteten Fremdwährungseinnahmen per Kassageschäft sichern.
Für die restlichen Einnahmen empfiehlt sich der flexible Einsatz von Optionen. Importeure hingegen sollten jetzt noch keine großen Dollar-Bestände kaufen und nur etwa 20 Prozent ihres Devisenbedarfs absichern.
Dollar-Kauf lohnt sich später mehr
Die Strategen raten Importeuren, mit dollarbasierten Einkäufen zu warten. Steigt der Baht wie prognostiziert in der zweiten Jahreshälfte, gibt es mehr US-Dollar fürs gleiche Geld. Erst wenn die eigene Währung an Stärke gewinnt, sollten die Käufe schrittweise erhöht werden. Das spart auf längere Sicht bares Geld bei Geschäften mit den Vereinigten Staaten.
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.



Wie üblich in der Hochsaison steigt der Bath damit man die Qualitätstouristen besser abzocken kann 😃😃😃
Ein Schelm wer sich etwas dabei denkt… Zum Glück ist der Kip nach zwei Chaosjahren deutlich stabiler als der THB.
Das ist ein Irrtum. Je stärker der Baht, desto weniger kriegt man für Euro etc. und damit bleibt nicht mehr, sondern weniger um die „Qualitätstouristen abzuzocken“.