BANGKOK, THAILAND – Die Stadtverwaltung von Bangkok kämpft mit Metallschranken gegen rücksichtslose Motorradfahrer auf Gehwegen. Während die Behörden den neuen Schutz loben, kocht bei vielen Bürgern die Wut über die hohen Kosten und die fehlende Disziplin hoch.
Stahl gegen rücksichtslose Raser
In den Straßen von Bangkok herrscht oft Chaos, weil Mopedfahrer die Bürgersteige als Abkürzung nutzen. Jetzt lässt die Stadtverwaltung massive S-Gitter aus Stahl an Kreuzungen aufstellen. Diese Sperren im Bezirk Klong Toey sollen die Fußgänger endlich vor den knatternden Maschinen schützen.
Besonders an der Kreuzung Rama IV-Sukhumvit war die Gefahr bisher riesig. Weil die Wege zum Wenden auf der Straße zu weit sind, rasten viele Fahrer einfach über den Gehweg. Die neuen Barrieren blockieren nun den Weg für die schweren Maschinen.
Angst vor dem unsichtbaren Tod
Viele Fußgänger berichten von ständiger Angst, wenn sie in der thailändischen Metropole unterwegs sind. Wer Kopfhörer trägt, hört die herannahenden Mopeds oft erst, wenn es fast zu spät ist. Eine junge Frau schildert, dass sie sich erst durch die neuen Gitter wieder sicher fühlt.
Die Stahlkonstruktionen sind so gebaut, dass Rollstuhlfahrer und Touristen mit Koffern noch durchpassen. Auch Radfahrer können die Hindernisse passieren, während die Motorräder draußen bleiben müssen. Für viele Anwohner bedeutet das endlich ein Ende des gefährlichen Motorenlärms direkt vor der Haustür.
Teure Lösung sorgt für Wut
Doch nicht alle Bürger jubeln über die neuen Metallpfosten im Stadtbild. Kritiker schimpfen im Internet über die Verschwendung von Steuergeldern für eine eigentlich selbstverständliche Sache. Sie fordern, dass die Polizei lieber hart durchgreifen sollte, anstatt teure Barrieren zu bauen.
Viele Menschen empfinden die Gitter als Hindernis für ältere Mitbürger und als Schandfleck für die Stadt. Wenn sich jeder an die Regeln hielte, bräuchte man keine Barrieren, schimpfen Nutzer in den sozialen Netzwerken. Sie fordern Kameras und saftige Geldstrafen statt Stahlrohre.
Tausende Sünder bereits zur Kasse gebeten
Die Behörden betonen jedoch, dass sie nicht nur auf Schranken setzen. Allein im letzten Jahr wurden über 2.000 Motorradfahrer erwischt und mussten Strafe zahlen. Die Gesamtsumme der Bußgelder beläuft sich bereits auf über 100.000 Baht.
Trotz der Kontrollen sieht die Stadtverwaltung die Gitter als notwendiges Übel an weiteren Standorten vor. An vier großen Kreuzungen wurden die Sperren bereits erweitert, um die Sicherheit der Fußgänger zu garantieren. Die Jagd auf die Gehweg-Raser geht mit Technik und Stahl weiter.
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