Tödlicher Unfall auf Koh Phangan: Brite fliegt mit illegaler Firma auf

Nach dem tödlichen Raser-Drama auf Koh Phangan kommt jetzt das Geschäft des Briten ans Licht: Er betrieb ein illegales Reiseunternehmen über thailändische Strohmänner. Droht ihm nun das volle juristische Ausmaß?

Tödlicher Unfall auf Koh Phangan: Brite fliegt mit illegaler Firma auf
Wassayos Ngamkham / Bangkok Post

KOH PHANGAN – Der Brite Duncan Wilcock sitzt nach einem tödlichen Motorradunfall noch tiefer in der Klemme. Jetzt werfen ihm die Ermittler auch illegale Geschäfte mit einem thailändischen Strohmann vor.

Arzt stirbt nach Zusammenstoß mit Briten

Der 51-jährige Wilcock war am 23. Mai mit seinem Motorrad auf Koh Phangan unterwegs. Er erfasste Assoc Prof Dr Theerasuk Kawamatawong – der 53-jährige Arzt erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Am Sonntag erlag Dr. Theerasuk seinen Verletzungen im Ramathibodhi-Krankenhaus. Die Polizei stufte die Anklage gegen Wilcock sofort auf fahrlässige Tötung hoch.

Alkohol, Drogen und kein Führerschein

Direkt nach dem Crash kassierte der Brite einen ganzen Katalog an Vorwürfen. Die Liste reicht von rücksichtslosem Fahren über Fahrerflucht bis zum Fahren ohne gültigen Führerschein.

Auch Drogenkonsum und Alkohol am Lenker stehen im Raum. Sein Motorrad war laut Polizei nicht registriert und hatte keine Pflichtversicherung.

Ein Bootsunternehmen mit Schlagseite

Doch die Polizei bohrte tiefer und entdeckte Wilcocks geschäftliche Konstruktion. Er hielt 49 Prozent der Reef Charter Co Ltd, einem Ausflugsbootunternehmen auf der Insel.

Den Löwenanteil von 51 Prozent führte offiziell Jamnong Rungruang. Der gab später zu: Er war nur Bootsfahrer, angestellt bei Wilcock – und hatte nie einen eigenen Cent investiert.

Vier neue Anklagen auf einen Schlag

Die Ermittler sehen darin eine klassische Strohmann-Struktur. Wilcock soll gezielt falsche Informationen bei Behörden eingereicht haben, um ein Tourismusgeschäft zu betreiben, das nur Thais erlaubt ist.

Vier zusätzliche Anklagepunkte wurden erhoben. Dazu zählen Beihilfe zum verbotenen ausländischen Unternehmertum und das Betreiben eines Geschäfts ohne ordnungsgemäße Genehmigung.

Buchhaltungsfirma im Visier

Ins Fadenkreuz geriet auch die Ameena Accounting Phangan Co Ltd. Sie soll die undurchsichtige Firmenkonstruktion für Wilcock eingefädelt haben.

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Die Firma war bereits am 23. Mai Ziel einer Razzia. Ermittler heben ein ganzes Netzwerk aus ausländischen Nominee-Unternehmen aus.

Geständnis und laufende Ermittlungen

Duncan Wilcock legte bei der Vernehmung ein umfassendes Geständnis ab. Er räumte laut Polizei sämtliche Vorwürfe ein. Die Ermittlungen dauern an, und die Polizei kündigte an, rechtliche Schritte gegen alle beteiligten Parteien zu verfolgen.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

4 Kommentare zu „Tödlicher Unfall auf Koh Phangan: Brite fliegt mit illegaler Firma auf

  1. Na, der Mann hat sich aber Mühe gegeben um die ganze Bandbreite des thailändischen Strafenkataloges auszukosten.

  2. Auch wenn ich diese Rechtsprechung ablehne, daß immer nur Thais die Mehrheit haben können, ist es eben Gesetz. Und wenn man als Ausländer bewusst gegen Gesetze verstößt, geht man bewußt dieses Risiko ein. Ging vielleicht früher mit den richtigen „Kontakten“ problemlos, wird aber in der momentanen, nennen wir es mal ausländer-kritischen, Stimmung schwieriger. Das Problem ist und bleibt die Unmöglichkeit für Ausländer, legal die Mehrheit zu haben.

    1. Es hat sehr viele Ausländer, die sich an die Gesetze gehalten haben und sich ein Geschäft aufgebaut haben. Nun werden halt die Abkürzungen, die man mit entsprechenden Zahlungen erschleichen konnte, abgeklemmt. Profitiert haben, Mafiosi, Redlight Menschenhändler, Immobilen Gauner, Schwarzgeld Händler und Drogenhändler haben sich, wie in Europa auch hier eingenistet. Das hier Druck gemacht wird und ob der Druck mit entsprechenden Couverts wieder weggenommen werden kann, wird die Zukunft zeigen. Aber meiner Meinung nach geht es in die richtige Richtung.

    2. Das sehe ich ganz genauso. Über Jahrzehnte war es geübte Praxis Strohmannfirmen zu was auch immer zu betreiben. Die Einen nur zum Grunderwerb vorgeschoben, die Anderen um ansonsten legale Geschäfte zu führen und Dritte um illegale, hochkriminelle Tätigkeiten zu verschleiern und Geld zu waschen. Allen gemeinsam war und ist, dass sie an sich schon illegal und damit kriminell sind. Das wusste und weiß jeder der sich darauf einließ. Wie schon erwähnt, das wurde über Jahrzehnte von den Behörden trotz besseren Wissens geduldet. Damit ist es nun unter den „Nationalisten“ der Bhumjaithai vorbei. Und speziell auch dieser, ganz besondere Fall wird nun vorgeschoben werden um die insgesamt „ausländerunfreundliche“ Regierungspolitik als praktisch alternativlos darzustellen um weitere Einschränkungen und Restriktionen zu begründen.

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