BANGKOK – Ein Abgeordneter der People’s Party erhebt schwere Korruptionsvorwürfe: Ein Geschäftsmann soll dem Minister für digitale Wirtschaft 40 Millionen Baht angeboten haben, um die Strafverfolgung gegen Tausende Online-Glücksspielseiten zu stoppen. Minister Chaichanok Chidchob lehnte das Geld zwar ab, doch die Ermittlungen des Central Investigation Bureau (CIB) treten auf der Stelle.
Das Millionen-Angebot beim Restaurant-Treffen
Hinter dem mutmaßlichen Deal steckt ein Mann, der nur als „Mr. Q“ bekannt ist. Der Sohn des Geschäftsmannes „Sia Tue“ soll bei einem Treffen in einem Restaurant 40 Millionen Baht in Aussicht gestellt haben – kalkuliert mit 10.000 Baht pro URL für 4.000 Glücksspiel-Websites.
Minister Chaichanok Chidchob wies das Angebot zurück und zog laut Rangsiman Rome sofort die Konsequenzen. Er erstattete Beschwerde beim CIB und brachte damit den Stein ins Rollen.
Warum bleibt die Vorladung aus?
Doch die Ermittler des CIB ließen den mutmaßlichen Geldboten bisher ungeschoren. Statt einer klaren Vorladung befragten die Beamten im vergangenen Monat lediglich drei oder vier Personen aus dem Umfeld des Falls.
Rangsiman Rome, Vorsitzender des zuständigen Parlamentsausschusses, kritisiert diese Untätigkeit scharf. Das CIB begründete das Ausbleiben der Vorladung gegenüber dem Ausschuss mit der Befürchtung, Mr. Q würde ohnehin nicht erscheinen.
Zweifelhafte Vermittler aus der Politik
Der brisante Vorschlag soll dem Minister nicht direkt unterbreitet worden sein. Ein Assistent eines Abgeordneten aus Ayutthaya mit den Initialen „Chor Ching“ soll gemeinsam mit dem damaligen Satun-Abgeordneten Worasit Liangprasit die Offerte übermittelt haben.
Für Rangsiman Rome ist die Rolle von Worasit mehr als unklar. Handelte er als Vermittler des Bestechungsgeldes oder meldete er lediglich das Angebot? Fakt ist: Eine eigene Anzeige hat Worasit bis heute nicht erstattet, obwohl bereits mehr als zehn Tage verstrichen sind.
Juristische Klarheit: Versuch ist vollendet
Rangsiman Rome stellt unmissverständlich klar, dass die Ablehnung des Geldes durch den Minister das Delikt nicht aufhebt. Das Anbieten einer Bestechung sei bereits ein vollendetes Verbrechen und müsse entsprechende Ermittlungen nach sich ziehen.
Die schleppende Untersuchung wirft für ihn grundsätzliche Fragen nach einer möglichen Absprache oder gezielten Vertuschung des gesamten Vorgangs auf.
Frühere Zahlungen unter dem Radar
Der Fall könnte noch größere Dimensionen haben. Unter Berufung auf Informationen des CIB erklärte Rangsiman Rome, dass Mr. Q bereits vor der Amtszeit von Chaichanok Chidchob Bestechungsgelder an das Ministerium für digitale Wirtschaft und Gesellschaft gezahlt haben soll.
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Keine Behörde sah sich bisher veranlasst, diesen Hinweisen auf Korruption und Geldwäsche mit einer Vorladung oder Untersuchung nachzugehen. Der Abgeordnete sieht darin ein alarmierendes Muster.
Vertuschung im Gange?
Angesichts der zögerlichen Ermittlungen warnt Rangsiman Rome offen: Möglicherweise gebe es Versuche, den Fall zu unterdrücken. Die fehlende Vorladung für den Hauptbeschuldigten nährt diesen Verdacht.
Der politische Druck auf das CIB wächst, während der Minister selbst längst mit einer Strafanzeige die juristischen Weichen für eine vollständige Aufklärung gestellt hat.
Ermittlungen als Zitterpartie
Die Beamten des CIB müssen nun beweisen, dass sie den Fall ernsthaft verfolgen und nicht einfach auf Zeit spielen. Die Kritik des Ausschussvorsitzenden bringt die Behörde in Zugzwang.
Der Fall wirft laut Rangsiman Rome Bedenken hinsichtlich Korruption und Geldwäsche im Zusammenhang mit staatlichen Behörden auf.



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