Lampang, Thailand – Nach einem schweren Auffahrunfall mit einem 18-Rad-Sattelzug in der Provinz Lampang mit zwei Toten und mehreren Verletzten weist die Staatsanwaltschaft auf mögliche strafrechtliche Konsequenzen bis zu zehn Jahren Haft hin. Zudem könne auch der Arbeitgeber des Fahrers zivilrechtlich mit haften, und die Staatsanwaltschaft bietet den Hinterbliebenen Unterstützung an.
Schwerer Unfall zum Start von Songkran
Der Unfall ereignete sich am 11. April, zu Beginn des Songkran-Reiseverkehrs, auf der Phahonyothin Road (Tak–Lampang-Route) in Richtung Lampang.
Nahe dem Eingang zum Mae-Wa-Nationalpark im Bezirk Thoen (Provinz Lampang) prallte ein 18-Rad-Sattelzug in eine Fahrzeugkolonne und beschädigte dabei insgesamt neun Autos.
Zwei Tote und zehn Verletzte
Bei dem Crash starben zwei Menschen noch am Unfallort: ein Mann und eine Frau, die in einer Limousine eingeklemmt waren, nachdem der Lkw das Fahrzeug erfasst und zur Seite geschoben hatte.
Insgesamt wurden zehn Personen verletzt, darunter ein Mädchen schwer, vier Personen mittelschwer und fünf leicht; die Schwerverletzte wurde ins Krankenhaus von Thoen gebracht.
Staatsanwaltschaft: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
Kosonwat Inthuchanyong, Generaldirektor der Staatsanwaltschaft für Rechtsschutz und rechtliche Hilfe für die Bevölkerung, erklärte, die Ermittler müssten den Verdacht der fahrlässigen Fahrweise mit Todesfolge sowie Sachbeschädigung prüfen.
Genannt wurde dabei Section 291 des thailändischen Strafgesetzbuchs, die eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren sowie eine Geldstrafe von bis zu 200.000 Baht vorsieht.
„Bremsen defekt“: Behauptung wird geprüft
Der Fahrer berufe sich demnach darauf, die Bremsen seien defekt gewesen; ob das zutrifft, müsse jedoch erst durch die Ermittlungen geklärt werden.
Die Staatsanwaltschaft betonte zugleich, dass es zur Pflicht des Fahrers gehöre, den Zustand des Fahrzeugs zu überprüfen – erst recht bei einem schweren Lkw.
Zivilrecht: Schadenersatz und Unterhalt im Blick
Neben dem Strafverfahren geht es laut Staatsanwaltschaft auch um zivilrechtliche Ansprüche, etwa für Beerdigungskosten, Sachschäden und den Ausgleich entgangener Unterhaltsleistungen.
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Insbesondere bei Todesfällen könne zudem die Unterstützung für hinterbliebene Kinder und weitere Betroffene Gegenstand von Forderungen sein, die vor Gericht nachzuweisen sind.
Auch der Arbeitgeber kann mit haften
Für die zivilrechtliche Haftung komme nicht nur der Fahrer in Betracht: Ist der Lkw einem Unternehmen zuzuordnen, könne auch der Halter beziehungsweise Arbeitgeber nach den Regeln der Arbeitnehmerhaftung mit verantwortlich sein.
Welche Ansprüche im konkreten Fall durchsetzbar sind, entscheidet laut Staatsanwaltschaft das Gericht auf Grundlage der Beweise und Zeugenaussagen.
Staatsanwaltschaft bietet kostenlose Unterstützung an
Die Behörde für Rechtsschutz und rechtliche Hilfe erklärte, sie unterstütze Betroffene und Hinterbliebene – im Bericht wird insbesondere die Mutter der Verstorbenen erwähnt, die nun die Verantwortung für ein Enkelkind tragen müsse.
Betroffene können sich demnach an die zuständige Provinzstaatsanwaltschaft in Wohnortnähe wenden; Anträge können im Rahmen des Strafverfahrens eingebracht werden, damit das Gericht zivilrechtliche Forderungen gemeinsam mit dem Strafprozess prüfen kann.



Eigentlich sieht das thailändische Straßenverkehrsrecht eine Halterhaftung vor. Warum immer nur die Fahrer bestraft werden, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Und wenn man diese unendliche Reihe von angeblichen Bremsversagen endlich mal in den Griff bekommen wollte, können vermutlich nur drakonische Strafen, insbesondere auch für die Fahrzeughalten mittelfristig weiterhelfen.