BANGKOK, Thailand – Ein Betonbalkon riss am Samstag von einem alten Geschäftshaus im Viertel Talat Noi und krachte auf die Charoen Krung Road. Ein Mann wurde unter den tonnenschweren Trümmern begraben, ein zweiter überlebte verletzt. Rettungskräfte kämpften nahe des Wat Traimit gegen einsturzgefährdete Betonteile, um die Opfer zu bergen.
16:52 Uhr: Der Balkon bricht – und die Straße wird zur Todesfalle
Um 16:52 Uhr löste sich ein massiver Teil des Balkons im zweiten Stock. Sekunden später schlug die Betonplatte auf der Fahrbahn ein, direkt in einem belebten Geschäftsviertel nahe einer Starbucks-Filiale an der Rama IV Road.
Das Erawan Emergency Medical Centre und das Rama 199 Radio Centre koordinierten sofort den Notfall. Feuerwehrleute der Suan Mali Fire and Rescue Station und Sanitäter des Klang Hospital rasten zum Einsturzort.
Ein Verletzter, ein Toter – Rettung unter herabhängenden Trümmern
Die Helfer bargen ein Opfer lebend aus den Betonbrocken. Sie behandelten den Mann vor Ort und brachten ihn ins Krankenhaus. Ein zweiter Mensch lag jedoch eingeklemmt unter einer riesigen Betonplatte.
Feuerwehrleute und Freiwillige setzten Schneidwerkzeuge an und hoben Stück für Stück die zertrümmerten Überreste hoch. Ständig drohten weitere Gebäudeteile herabzustürzen. Um 17:20 Uhr fanden sie den Mann tot unter der Last.
Identität unklar, Behörden schweigen
Die Behörden bestätigten, dass es sich um einen Mann handelt, nannten aber weder Namen noch Alter. Die Leiche wurde ins Central Hospital überführt, und das Samphanthawong District Office gab den Abschluss der Bergung auf Facebook bekannt.
Während die Straße gesperrt blieb, begannen Ingenieure und Bezirksbeamte mit der Schadensbewertung und sperrten den Bereich ab. Die Unglücksursache ist bislang nicht geklärt.
40 bis 60 Jahre auf dem Buckel – alte Bauten in ganz Bangkok
Das eingestürzte Gebäude steht in einem der ältesten Geschäftsviertel der Hauptstadt. Viele Stahlbeton-Geschäftshäuser dort und in Bezirken wie Phra Nakhon, Pom Prap Sattru Phai, Bang Rak, Yannawa oder Pratunam wurden zwischen 1957 und 1977 errichtet. Sie sind heute 40 bis 60 Jahre alt und oft noch komplett bewohnt.
Historische Aufzeichnungen belegen, dass ein Großteil dieser Bausubstanz auf freitragenden Konstruktionen ohne stützende Säulen beruht. Die Behörden betonten jedoch, der Einsturz vom Samstag sei nicht automatisch mit breiteren Strukturproblemen anderswo zu verknüpfen.
Wenn Stahl im Beton rostet – Ingenieure warnen seit Jahren
Ingenieure nennen mehrere Risikofaktoren: Feuchtigkeit dringt in den Beton ein, der Bewehrungsstahl korrodiert und dehnt sich aus, der Beton reißt und verliert an Festigkeit. Besonders Balkone und Vordächer ohne tragende Säulen gelten als anfällig für plötzliches Versagen.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Zusätzlich belasten viele Eigentümer alte Strukturen mit Wassertanks, Klimaanlagen oder später angebauten Wänden. Gleichzeitig fehlen oft regelmäßige Inspektionen, und Bangkoks tropisches Klima mit Hitze und Regen beschleunigt den Verfall.
Ermittler suchen den Auslöser – das Gebäudealter bleibt ein Rätsel
Das Bezirksamt hat keine Angaben zum Alter des Hauses veröffentlicht und auch nicht mitgeteilt, ob es frühere Prüfungen oder Reparaturen gab. Die Untersuchung konzentriert sich ausschließlich auf das Gebäude an der Charoen Krung Road.
Ein Mann starb innerhalb von Sekunden unter dem herabstürzenden Beton. Die Behörden stehen nun vor der Aufgabe zu klären, warum die Konstruktion mitten im alten Bangkok plötzlich nachgab.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: