Phangnga im Boom: So wird die Grüne Saison zum neuen Erfolgsmodell

Sturm über Phangnga: Früher flohen Touristen in der Monsunzeit, heute entwickelt sich die Region zum Surf-Hotspot. Doch kann das neue Erfolgsmodell den Einbruch im Hotelgeschäft dauerhaft ausgleichen?

Phangnga im Boom: So wird die Grüne Saison zum neuen Erfolgsmodell
Tourism Authority of Thailand

PHANGNGA – Die Provinz am Andamanenmeer hat den saisonalen Trott abgehängt und sich zum Ganzjahresziel für Premium-Touristen gewandelt. Zwischen Januar und April rauschten mehr als 1,5 Millionen Besucher in die Region, die sich gerade erst den Titel der gastfreundlichsten Destination der Welt von Booking.com sicherte. Jetzt zeigt sich: Selbst in der einst verlassenen Regenzeit füllen thailändische Reisende und Surfer aus aller Welt die Hotelbetten.

Doppelte Einnahmen in nur einem Jahr

20,3 Milliarden Baht spülte der Tourismus zwischen Januar und April in die Kassen der Provinz – eine schlichte Verdopplung zum Vorjahreszeitraum. Von den 1,5 Millionen Gästen kamen 927.091 aus dem Ausland, während 582.898 inländische Reisende die Strände und Obstplantagen erkundeten.

Das Tourismus- und Sportbüro der Provinz sieht darin den Fortschritt eines gigantischen Wachstumsschubs. Allein 2025 hatte die Branche über 50 Milliarden Baht für die lokale Wirtschaft generiert.

Von der toten Flaute zur "Green Season"-Chance

Juni bis September galten einst als die toten Monate in Phangnga. Jetzt liegen die Auslastungsraten der geschätzten 15.000 Hotelzimmer in Khao Lak, Na Tai und Koh Yao bei soliden 40 bis 50 Prozent.

Die Fifa-Weltmeisterschaft mag die Übersee-Nachfrage etwas gedämpft haben, doch inländische Reisende springen in die Bresche. Viele Hotels locken mit Preisnachlässen von mehr als 10 Prozent und schaffen so eine erschwingliche Luxus-Alternative zur Hochsaison.

14 Tage Urlaub für 13.000 Baht pro Trip

Australien bleibt in der Regenzeit der stärkste Übersee-Markt, dicht gefolgt von Langzeiturlaubern aus Großbritannien, Italien und dem Rest Europas. Diese Gäste bleiben gern zwischen zehn Nächten und zwei vollen Wochen.

Ihre durchschnittlichen Reisekosten von rund 13.000 Baht pro Aufenthalt bescheren Phangnga ein konsumfreudiges Klientel. „Die Struktur des Marktes in der ‚Green Season‘ hat sich verschoben, wobei thailändische Reisende neben Ankünften aus Australien, Europa, Großbritannien und Italien dazu beitragen, die Zimmer zu füllen“, erklärt Uthit Limsakul, Chef des örtlichen TAT-Büros.

Indische Hochzeitsgesellschaften im Visier

Abseits der klassischen Strandurlauber rückt eine zahlungskräftige Nische in den Fokus: Khao Lak wurde von Travel + Leisure India zur besten internationalen Hochzeitsdestination gekürt. Eine Auszeichnung, die wohlhabende indische Familien aufhorchen lässt.

Um dieses Potenzial auszuschöpfen, veranstalten Tourismusunternehmen und der Hotelverband vom 23. bis 25. Juni Roadshows in Mumbai und Neu-Delhi. Ziel ist es, Buchungen für die Hochsaison von November bis Februar zu sichern, wenn die Auslastung wieder auf etwa 90 Prozent klettert.

Monsunwellen treiben Surfer in Scharen an den Strand

Nirgendwo wird der Wandel so sichtbar wie am Memories Beach in Takua Pa. Die raue Monsunsee, die früher Urlauber vergraulte, zieht heute Surfer aus Skandinavien, Russland und den Philippinen an. „Khao Lak hat sich zu einem echten Surferdorf entwickelt, mit Restaurants, Bars, Surfschulen und Einrichtungen für Besucher während der gesamten Saison“, sagt Chatchai Somporn, Präsident des Phangnga Surfing Club.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Die Preise sind erfreulich bodenständig: Eine 90-minütige Brett-Miete kostet 200 Baht, jede Extrastunde nur 100 Baht. Anfängerkurse gibt es ab 1.800 Baht, reduziert vom Standardpreis von 2.200 Baht. Sogar ein 80-jähriger Mann soll sich hier aufs Brett gewagt haben.

Handgefertigte Bretter aus der lokalen Fabrik

Die Welle trägt auch lokale Handwerksbetriebe. In der Board Factory in Khao Lak entstehen handgefertigte Sunova-Surfbretter für internationale Kunden. Manager Eknarin Yotiphai öffnet die Werkstatttore jetzt für Touristen.

„Die Öffnung der Fabrik für Besucher ermöglicht es Touristen, eine direkte Verbindung zur Surfkultur und zum Fertigungserbe von Khao Lak herzustellen“, beschreibt Eknarin das Konzept. Aus Sport und lokalem Handwerk wird so ein echtes Reisemagnet.

Die cremige Durian, die Millionen bringt

Das Tourismuswachstum kriecht längst über die Strände hinaus in die ländlichen Gebiete. Im Distrikt Kapong dreht sich alles um die Salika-Durian, eine geschützte geografische Angabe mit unverwechselbarer cremiger Textur. Auf 8.919 Rai ertragreicher Plantagen werden dieses Jahr etwa 4.285 Tonnen Durian erwartet.

Die Salika-Sorte allein macht davon 400 Tonnen aus und spült pro Saison mehr als 100 Millionen Baht in die Provinzwirtschaft. Besitzer Ronnapol Khwanseng von der Suan Keng Plantage bestätigt: „Obwohl die Preise ab Hof gegenüber dem Vorjahr leicht nachgegeben haben, bleibt die Nachfrage nach Salika-Durian aufgrund ihrer unverwechselbaren cremigen Textur und ihres Geschmacks stark.“

65 Ford-Geländewagen auf Obstjagd

Tourismusbehörden haben bereits drei Jahre in Folge Obst-Tourismus-Festivals organisiert, zuletzt mit 34 teilnehmenden Plantagen. Bei einer spektakulären Werbeaktion schickte Ford Phuket kürzlich eine Autokarawane mit 65 Fahrzeugen und mehr als 200 Besuchern zu den Obstplantagen.

Nach der Salika-Ernte locken Mangostan, Rambutan und Jackfrucht bis August weitere Tagesausflügler in die ländlichen Bezirke. Touristen kaufen Obst direkt vom Erzeuger, und die Tourismussaison gräbt sich tiefer ins Hinterland.

Neuer Flughafen befeuert Investorenfantasien

Trotz globaler Konsumsorgen und geopolitischer Unsicherheiten zeigen sich Wirtschaftsführer äußerst optimistisch. Entscheidender Stimmungsmacher ist der geplante Flughafen in Phangnga, der bei Investoren bereits massive Erwartungen auslöst.

Uthit Limsakul bringt es auf den Punkt: „Der Flughafenplan hat eine enorm positive Stimmung unter Investoren geschaffen, was zu Investitionen in Unterkünfte, Hotels und tourismusbezogene Unternehmen geführt hat.“ Der Erfolg der Provinz hängt immer weniger von Stränden ab, dafür umso mehr von einer cleveren Mischung aus Weltklasse-Gastfreundschaft und einzigartigen Erlebnissen.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Bangkok Post Thailand

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.