Weiße Nelken, Lilien, Rosen – und eine einzelne Tasse Kaffee. So sah der Abschied aus, der sich am Donnerstag im Wald von Huai Yai abspielte, genau dort, wo die Leichen von Diana und Roman Nazimova gelegen hatten. Hunderte Menschen kamen: Thais, Russen, Behördenvertreter, Fremde, die den Fall wochenlang verfolgt hatten. Eine buddhistische Zeremonie, gehalten von fünf Mönchen unter Leitung von Phra Khru Kasem Kittisophon vom Wat Samakkhibanphot in Sattahip – für zwei russische Geschwister, die nach Angaben der Polizei Opfer eines Raubes wurden, der mit ihrer Ermordung endete.
Der Kaffee war Dianas Lieblingsgetränk. Sharina Nazimova legte ihn zusammen mit einem riesigen Strauß roter Rosen am Fundort der Leichen ihrer Kinder nieder. Wer dabei war, berichtet, dass er verstummte beim Anblick.
Provinzgouverneur und Polizeiführung nahmen teil
Die Zeremonie war kein privater Akt. Chonburis Gouverneur Narit Niramaiwong erschien, ebenso Provinzpolizeichef Pol. Gen. Pongphan Wongmanithet, Bezirksvorsteher Anusak Piriyamorn sowie Pol. Col. Worawut Nittayawan, Stationsleiter der Polizei Huai Yai. Hunderte Thais und Ausländer kamen. Sharina Nazimova weinte während der gesamten Zeremonie – Verwandte, Freunde, Fremde standen neben ihr. Sie ließ sich nicht interviewen.
Ihre einzigen Worte nach dem Ende der Zeremonie galten dem Dank: an die Bevölkerung, die Behörden, die Polizei, die Freiwilligen. Sie sagte, die Anteilnahme der Thais habe ihr durch die schwersten Tage ihres Lebens geholfen.
Auch für die drei Thai-Opfer wurde gebetet
Die Gedenkfeier galt nicht nur Diana und Roman. Sharina Nazimova hatte ausdrücklich darum gebeten, dass auch die drei thailändischen Opfer – ein Ehepaar und ihre Tochter – in die Zeremonie einbezogen werden. Angehörige dieser Familie waren ebenfalls gekommen. Sie legten Blumen am Fundort der toten Geschwister nieder, sprachen wenig. Was sie sagten, war knapp und eindeutig: Sie wollen, dass alle Täter die volle Strafe des Gesetzes erhalten.
Die Angehörigen der Thai-Opfer berichteten, sie seien erschüttert gewesen, als sie die Lage des Fundortes sahen – weit im Wald, tief im Gelände, weit weg von jeder Siedlung. Es zeige, so sagten sie, wie viel Aufwand die Täter betrieben hatten, die Leichen zu verstecken.
In früheren Artikeln auf Wochenblitz
Wochenblitz hatte den Fall seit dem Verschwinden der Geschwister in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli 2026 aus Bristol Park Village, Moo 7, Huai Yai, verfolgt. Diana war 22, Roman 17 Jahre alt – beide sprachen kein Thai, keiner von beiden hätte alleine entkommen können. Das zerlegte Motorrad der Geschwister, eine schwarzgraue Honda ADV mit Chonburi-Kennzeichen, wurde am 29. Juli versteckt auf dem alten Thung-Luang-Friedhof sichergestellt, das Kennzeichen in Stücke geschnitten.
Bodenradar soll weitere Fundstellen ausschließen
Unmittelbar nach der Gedenkfeier begannen Ermittler mit dem Einsatz eines Ground Penetrating Radar (GPR) der Marke Stream DP, bereitgestellt von der Summit Engineering and Service Co., Ltd. in Abstimmung mit der Abteilung für Archäologie der Silpakorn-Universität. Das Gerät sendet hochfrequente Radarsignale in den Boden und wertet die Reflexionen aus – es kann aufgegrabene und wieder verfüllte Stellen erkennen, aber keine Leichen direkt orten. Jede Anomalie, die das Gerät meldet, muss manuell ausgegraben und forensisch bestätigt werden.
Pol. Gen. Chatchai Surachetkphong, Kommandeur der Region 2, leitete die Planungsbesprechung am Morgen des 6. August in der Polizeistation Huai Yai, bevor die Operationen begannen. Der Einsatz des Bodenradars gilt als Vorsichtsmaßnahme: Die Ermittler schließen nicht aus, dass es weitere Opfer im selben Gelände geben könnte.
Russische Gemeinschaft zwischen Solidarität und Unbehagen
Unter den Trauernden waren auch in Thailand lebende Russen. Ein Teilnehmer sagte, er wohne seit drei Jahren im Land und fühle sich sicherer als nach dieser Nachricht. Gleichzeitig betonte er: Jedes Land habe schlechte Menschen – das gelte für Thailand wie für Russland. Wer den Fall aus Russland verfolge, sehe ihn anders: Viele hätten das Bild, Thailand sei gefährlich. Er wisse nicht, wie er das erklären solle.
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Sharina Nazimova lebt seit 2018 in Thailand. Diana und Roman zogen 2021 zu ihr. Beide Geschwister wurden von ihr allein großgezogen.


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