Hamburg – Fast 1,2 Tonnen Marihuana aus Thailand, versteckt in Lieferungen von Mauerziegeln, haben polnische und deutsche Fahnder in einer internationalen Großrazzia sichergestellt. Der Schmuggel verlief über den Hamburger Hafen und endete in Polen. Acht Männer sitzen in Haft. Der Schwarzmarktwert der Drogen: mehr als 425 Millionen Baht.
Container mit Drogen im Hafen von Hamburg entdeckt
Bei der Kontrolle von zwei Frachtcontainern, die als gewöhnliche Ziegel deklariert waren, schlug die Operation der Sicherheitsbehörden zu. Im Hamburger Hafen fanden die Beamten 815 Kilogramm Cannabis, die fest in speziell präparierte Laterit-Steine eingearbeitet waren.
Ein zweiter Container, der denselben Empfänger in Polen zum Ziel hatte, enthielt weitere 379 Kilogramm Marihuana. Insgesamt brachte der Fund 1.194 Kilogramm Rauschgift ans Licht.
Zwei Festnahmewellen in Polen
Die Razzia lief in zwei Hauptphasen. Am 6. Mai griffen die Ermittler in Stettin im Nordwesten Polens zu, als die Container entladen wurden. Vier Männer wurden direkt am Empfangsort festgenommen, darunter der Eigentümer der für die Einfuhr verantwortlichen Firma.
Eine zweite Welle folgte am 15. Juni im Großraum Posen. Dort weiteten die Behörden den Zugriff auf vier weitere Tatverdächtige aus. Die acht Beschuldigten sind zwischen 29 und 57 Jahre alt.
Anklage wegen organisierten Drogenschmuggels
Die Staatsanwaltschaft wirft allen Verdächtigen die Einfuhr und den Schmuggel großer Drogenmengen innerhalb der Europäischen Union vor. Drei von ihnen müssen sich zusätzlich wegen Beteiligung an einer organisierten kriminellen Gruppe verantworten.
Für diese Delikte drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Das Gericht ordnete für sechs Männer dreimonatige Untersuchungshaft an. Ein Beschuldigter wurde nach der Untersuchung freigelassen, ein weiterer steht unter polizeilicher Aufsicht und auf Bewährung, bis die Strafverfolgung greift.
Europäische Sicherheitsbehörden zogen an einem Strang
Die Operation basierte auf einer Europäischen Ermittlungsanordnung. Deutscher Zoll aus Hannover und die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift aus Oldenburg arbeiteten dabei mit dem Europäischen Polizeiamt Europol und der Justizbehörde Eurojust zusammen – Seite an Seite mit dem polnischen Grenzschutz.
Ziel war es, die gesamte Lieferkette des internationalen Schmuggels zu unterbrechen, die von Thailand über den Hamburger Hafen bis zu Empfängern in Polen reichte.
Polens Innenminister spricht von Rekordfund
Innenminister Marcin Kierwiński bezeichnete die Beschlagnahmung als die größte Drogenrazzia des Grenzschutzes in den vergangenen Jahren. Die sichergestellte Menge und der professionelle Schmuggelweg zeigten die Dimension des kriminellen Netzwerks.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Er würdigte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit als entscheidenden Faktor, um das transnationale Netzwerk auszuheben.
30 Monate Kampf gegen den Drogenschmuggel
Der Kommandeur des polnischen Grenzschutzes, General Robert Bagan, verwies auf die intensive Kooperation mit Zoll und Polizei in den vergangenen 30 Monaten. In dieser Zeit seien rund drei Tonnen verschiedener Drogen im Wert von über 200 Millionen Złoty beschlagnahmt worden.
Darunter befanden sich Kokain, Amphetamine, Marihuana, Kristallmeth und Mephedron – ein deutliches Signal für die wachsende Bedrohung durch organisierte Schmuggelbanden.
Jagd auf Drahtzieher geht weiter
Die Generalstaatsanwaltschaft für Korruptionsbekämpfung in Danzig führt die Ermittlungen fort, um die führenden Köpfe des Netzwerks zu identifizieren.
Nach Angaben der Behörden sind weitere Festnahmen nicht ausgeschlossen.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: