Erdbeben Myanmar: Bangkok spürte zwei Beben – Büros evakuiert

Zwei Beben nahe Myanmars Küste ließen Bangkoks Hochhäuser am Montagmorgen schwanken. Eine Universität und das AMLO-Gebäude wurden evakuiert – Schäden gab es keine.

Erdbeben Myanmar: Bangkok spürte zwei Beben – Büros evakuiert
Khaosod English

Bangkoks Hochhäuser schwankten am Montagmorgen, Büros wurden evakuiert, und der Hashtag „#Erdbeben“ schoss innerhalb von Minuten in die thailändischen Trends: Ein Erdbeben der Stärke 5,3 nahe der Südküste Myanmars war am 18. Mai 2026 in weiten Teilen Bangkoks spürbar.

Kurz darauf folgte ein zweites, schwächeres Beben der Stärke 3,2 – ebenfalls nahe der myanmarischen Küste. Schäden wurden in Thailand keine gemeldet, doch die Erschütterungen sorgten für erhebliche Unruhe in der Bevölkerung.

Zwei Beben innerhalb von 13 Minuten

Das erste Beben ereignete sich um 09:05 Uhr Ortszeit. Die Erdbebenüberwachungsabteilung des Thailändischen Meteorologischen Dienstes (TMD) lokalisierte das Epizentrum auf den Koordinaten 16,351°N / 96,286°O, rund 247 Kilometer südwestlich des Bezirks Mae Sot in der Provinz Tak, in zehn Kilometern Tiefe. Um 09:18 Uhr folgte ein Nachbeben der Stärke 3,2 – ebenfalls zehn Kilometer tief, nahe derselben Küstenregion.

Bereits das erste Beben löste in Bangkok weitreichende Reaktionen aus. Rund 40 Meldungen gingen bei der TMD ein – aus Bangkok, Chiang Mai, Lampang und Nonthaburi. Bewohner berichteten von kurzzeitigem Schwindel und spürbarem Schwanken der Gebäude.

Erschütterungen in fast allen Bangkoker Bezirken gemeldet

Berichte über wahrgenommene Erschütterungen kamen aus einem breiten Gürtel quer durch die Metropole: Bang Rak, Silom, Suriyawong, Sathon, Pathum Wan, Wang Mai, Thon Buri, Samre, Bangkok Noi, Siriraj, Lak Si, Thung Song Hong, Khlong Toei, Phra Khanong, Don Mueang, Huai Khwang, Phaya Thai, Chatuchak, Bang Phlat, Phasi Charoen und Thung Khru. Besonders betroffen waren Menschen in den oberen Stockwerken von Bürotürmen, Krankenhäusern und Eigentumswohnungen.

Auf der Facebook-Seite der TMD sammelten sich Kommentare im Minutentakt. Ein Nutzer berichtete aus dem 19. Stock des Gems Tower von starken Erschütterungen. Aus dem 10. Stock im Asoke-Viertel und von der Lam Sali Kreuzung in Ramkhamhaeng kamen ähnliche Meldungen. Auch aus Chiang Mai, wo jemand im 6. Stock ein deutliches Schwanken des Gebäudes wahrnahm, gingen Berichte ein.

Universität und AMLO-Gebäude evakuiert

An der King Mongkut’s University of Technology Thonburi wurde das Gebäude vorsorglich geräumt. Auch das Bürogebäude des Anti-Geldwäsche-Büros (AMLO) in Bangkok wurde evakuiert: Hängende Leuchten bewegten sich dort sichtbar, woraufhin Beamte das Personal rasch nach draußen führten und anschließend die Struktur sowie die haustechnischen Systeme überprüften. Vor mehreren weiteren Hochhäusern in der Innenstadt sammelten sich Mitarbeiter an den ausgewiesenen Sicherheitspunkten.

Strukturschäden wurden an keiner der betroffenen Liegenschaften gemeldet. Die Behörden stuften das Beben zu keinem Zeitpunkt als unmittelbare Bedrohung für Gebäude in Thailand ein.

Warum Bangkok Beben aus 250 Kilometern Entfernung noch spürt

Bangkok liegt auf einem tiefen Becken aus weichem Schlick und Ton – dem sogenannten Bangkok Clay –, der sich 15 bis 30 Meter tief erstreckt und von weiteren Sand- und Lehmschichten gefolgt wird. Prof. Pennung Warnitchai, Direktor des Earthquake Research Centre of Thailand, hat in einer Anfang April 2026 veröffentlichten Analyse gezeigt, dass seismische Wellen in diesem Becken auf das Drei- bis Sechsfache ihrer ursprünglichen Intensität verstärkt werden können. Außerhalb des Beckens messen Messstationen eine Bodenbeschleunigung von drei bis sechs Milligravity; innerhalb Bangkoks erreicht derselbe Wellengang bis zu 20 Milligravity.

Ein weiteres Problem: Die Wellen schwingen in Bangkok langsam und langanhaltend – bis zu zwei Minuten – in Frequenzen von 1,6, 2,8 und 6,3 Sekunden pro Zyklus. Das trifft genau die natürlichen Schwingungsperioden von Hochhäusern mit 15 bis 25 Stockwerken. Ein Frühwarnsystem auf Basis schnell reisender P-Wellen soll laut Warnitchai bis zu 60 Sekunden Vorlauf bieten – genug, um kritische Systeme zu stoppen.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Sagaing-Verwerfung bleibt die eigentliche Risikoquelle

Das heutige Beben steht im Zusammenhang mit der Sagaing-Verwerfung – einem der seismisch aktivsten Bruchsysteme Südostasiens, das sich über mehr als 1.200 Kilometer durch Myanmar zieht. Entlang dieser Verwerfung ereignete sich am 28. März 2025 das verheerende Erdbeben der Stärke 7,7, das in Myanmar mehr als 3.800 Todesopfer forderte und in Bangkok den Einsturz eines Rohbaus auslöste. Das heutige Beben liegt weit unter dieser Schwelle – doch Experten warnen, dass ein Bruch in einem tieferen, Thailand näheren Segment der Verwerfung die Hauptstadt weit härter treffen könnte als bisherige Ereignisse.

Laut VolcanoDiscovery wurden in Myanmar in den vergangenen 30 Tagen zwei Beben der Stärke 5,0 oder höher sowie 15 weitere zwischen 4,0 und 5,0 registriert. Das Land verzeichnet statistisch rund neun bis zehn Beben der Stärke 5,0 oder höher pro Jahr.

Keine Schäden – Behörden beobachten die Lage

Die TMD bestätigte bis Redaktionsschluss keine Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur in Thailand. Auch Verletzte wurden nicht gemeldet. Die Behörde verfolgt die Nachbebensituation weiter; Aktualisierungen sollen folgen, sofern sich die Lage ändert.

Wer in einem Bangkoker Hochhaus arbeitet oder wohnt und sich über das persönliche Risiko im Ernstfall informieren möchte, findet auf der Website der TMD (tmd.go.th) aktuelle Erdbebendaten sowie Verhaltenshinweise für den Erdbebenfall.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Thairath

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.