Fake-Zahlung endet fatal: Wut-Händler prügelt Ausländer

Ein mehr als sechs Minuten langes Video verbreitete sich online. Nach Angaben des Mitarbeiters entstand durch manipulierte Belege ein Schaden von 29.200 Baht.

Fake-Zahlung endet fatal: Wut-Händler prügelt Ausländer
แจ็ค โพธิ์แดง

PATTAYA, THAILAND – Ein Mitarbeiter eines Cannabisladens ist nach einem Angriff auf einen ausländischen Kunden von der Polizei befragt worden. Ein Video zeigt, wie er den Mann auf einer Straße festhält und mehrfach attackiert. Als Grund nennt der Mitarbeiter angeblich gefälschte Überweisungsbelege für Cannabis im Wert von 29.200 Baht.

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Überweisungsbelege sollen manipuliert worden sein

Nach Angaben des 31-jährigen Watcharapong, genannt Ice, bestellte der ausländische Kunde zweimal über die Internetseite des Ladens. Die Kommunikation lief über WhatsApp.

Beim zweiten Auftrag bemerkten die Mitarbeiter, dass kein Geld auf dem Konto eingegangen war. Bei der Prüfung stellten sie laut Watcharapong fest, dass die Belege veränderte Uhrzeiten und Beträge aufwiesen, aber dieselbe Transaktionsnummer trugen. Der Gesamtschaden habe 29.200 Baht betragen.

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Video zeigt Auseinandersetzung auf der Straße

Der mehr als sechs Minuten lange Mitschnitt verbreitete sich im Internet. Darauf ist zu sehen, wie Watcharapong den Ausländer in Soi Bongkot in Süd-Pattaya, Chonburi, festhält und wiederholt auf ihn losgeht, während Passanten zuschauen.

Eine thailändische Frau, die den Ausländer nach eigenen Angaben kannte, hielt mit ihrem Auto an und versuchte einzugreifen. Die Auseinandersetzung ereignete sich am 30. August gegen 17.30 Uhr.

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Geschäft suchte wochenlang nach dem Kunden

Watcharapong sagte, der Kunde habe auf die Zahlungsaufforderung spöttisch reagiert. Anschließend habe der Laden mehr als zwei bis drei Wochen lang öffentlich nach dem Mann gesucht.

Ein Hinweis aus der Bevölkerung führte schließlich zu seinem Aufenthaltsort. Watcharapong fuhr dorthin und wollte den Mann festhalten, weil dieser nach seiner Darstellung davonzulaufen schien. Aus Sorge, er könne mit einem Motorrad fliehen, stellte er sein Fahrzeug ab, nahm die Verfolgung auf und attackierte ihn.

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Rückzahlung in Raten vereinbart

Beide Seiten gingen später zu einer Polizeiwache, um zu verhandeln. Der ausländische Kunde erklärte sich laut Watcharapong bereit, den Schaden in Raten zu ersetzen.

Eine erste Zahlung von 10.000 Baht sei am 31. August geleistet worden. Eine weitere Rate von 10.000 Baht, die an diesem Tag fällig war, stand nach seinen Angaben noch zur Überweisung aus. Die Polizei bestellte Watcharapong zur Befragung ein; wegen des Vorwurfs eines Angriffs wurde ein Bericht aufgenommen.

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Geschäftsmitarbeiter entschuldigt sich

Watcharapong entschuldigte sich bei der Öffentlichkeit. Er sagte, seine Wut habe die Kontrolle übernommen und er habe übermäßige Gewalt angewendet. Mit einer viralen Verbreitung der Aufnahme habe er nicht gerechnet.

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Online kursierende Behauptungen über Verbindungen zu Geschäften im Graubereich oder anderen Drogen wies er zurück. Der Laden verkaufe ausschließlich Cannabis, sagte Watcharapong. Er selbst nehme keine Drogen und sei bereit, sich in einem Krankenhaus einem Drogentest zu unterziehen.

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Quelle: AseanNow

5 Kommentare zu „Fake-Zahlung endet fatal: Wut-Händler prügelt Ausländer

  1. Einmal mehr: Wer hier deutsche Rechtsstaatlichkeit erwartet, erlebt im Konfliktfall ganz schnell die bittere Wahrheit. So etwas wie StGB kann man vergessen. Gewaltanwendung wird bei der Polizei erst einmal „verhandelt“. Hab‘ ich selbst letztens mit einem Speedboat-„Kapitän“ erlebt und hatte noch Glück, dass nicht ich plötzlich der Täter war!

    1. Im Vordergrund steht doch hier der Grund für die „Gewaltanwendung“.
      Und der Grund war doch eindeutig, falls die Angaben stimmen, Betrug. Und hier sollte doch bei der Polizei der Ansatz für Ermittlungen beginnen, nicht wegen einer Gewaltanwendung die offensichtlich nicht mehr als ein Festhalten war.

      Da ändert auch ein Speed-Boot-Kapitän nix dran, der mit dem Fall nix zu tun hat.

      1. Nee Bernd, da liegen Sie ganz falsch. Hier geht es um das, was man volkstümlich „Faustrecht“ nennt. In einem Rechtsstaat gibt es das nicht. Selbst wenn ein „Betrug“ vorläge (was ja übrigens eines gerichtsfesten Beweises bedarf), so ist die Anwendung von Gewalt eine Straftat, da in einem Rechtsstaat mit Gewaltenteilung das Gewaltmonopol beim Staat und seinen Organen liegt. In Thailand verhält sich das alles ein bisschen anders. Dass man selbst versucht, sich „Recht“ zu verschaffen, ist hier gang und gäbe und eine Strafverfolgung in unserem rechtsstaatlichen Sinne nicht immer die Konsequenz. Es wird verhandelt und vermittelt, was sicherlich auch von Vorteil sein kann – wenn man kein Farang ist…LOL

        1. Ja, ich gebe Ihnen da völlig recht. Vielleicht haben Sie meinen Kommentar ein wenig missinterpretiert.
          Mir ging es mehr darum, dass man offensichtlich einen vermeintlichen Straftäter festzuhalten wollte, um ihn wegen der vermeintlichen Straftat, hier Betrug, der Polizei zuzuführen und Anzeige erstatten zu können.
          In DE entspräche das, mehr oder weniger, § 127 StPO.
          Nix für ungut!

  2. Mich würde interessieren was die Polizei zu den Fake Überweisungen sagt.
    Ich würde das Betrug nennen. Außerdem wäre für mich noch die Frage offen, ob solch ein Mensch nach Ausgleich seiner Schulden nicht besser das Land verlassen sollte.

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