Forex-Betrug in Thailand: DSI hebt Mega-Netzwerk aus

Milliarden-Schaden durch illegale Forex-Plattformen: Die DSI stürmt 24 Standorte. Jetzt geraten ein prominenter Politiker und ein bekannter Schauspieler ins Visier der Ermittler. Was steckt hinter den dubiosen Zahlungsströmen?

Forex-Betrug in Thailand: DSI hebt Mega-Netzwerk aus
ThaiRath

BANGKOK – Thailands Sonderermittlungsbehörde DSI hat einen der größten Devisenbetrugsfälle der letzten Jahre aufgedeckt. Bei Razzien an 24 Orten froren die Beamten 77 Konten ein und beschlagnahmten Luxusgüter, Bargeld in Millionenhöhe und Krypto-Wallets. Brisant: Geldflüsse führen zu einem amtierenden Abgeordneten der People’s Party und dem Schauspieler Film Rattapoom.

Das DSI schlägt an 24 Orten gleichzeitig zu

Die Ermittler rückten in Bangkok, Pathum Thani, Samut Prakan und Samut Sakhon an. Sechs Monate lang hatte das DSI gemeinsam mit der Cyberkriminalitäts-Polizei und dem forensischen Institut Transaktionsströme verfolgt, bevor am Freitag die koordinierten Razzien erfolgten.

Das Ergebnis ist eine beispiellose Vermögenssicherung: 77 Bankkonten, davon 20 Firmen- und 57 Privatkonten, wurden eingefroren. Zusätzlich blockierten die Beamten den Zugang zu mehreren Kryptowährungs-Wallets.

65 Millionen Baht bar und Luxuskarossen beschlagnahmt

Allein an Bargeld stellten die Ermittler 65,27 Millionen Baht sowie umgerechnet rund 600.000 Baht in Fremdwährung sicher. Die Liste der konfiszierten Luxusgüter liest sich wie das Inventar eines High-End-Kaufhauses.

Fünf Luxusfahrzeuge, 15 weitere Pkw und vier Motorräder wurden beschlagnahmt. Dazu kommen Goldbarren und Schmuck im Gewicht von 50 Baht, zwölf Kilogramm Silberbarren, 113 Luxusuhren und mehr als 40 Designerhandtaschen. Die Ermittler nahmen zudem 55 Computer, 30 Mobiltelefone, vier Hardware-Krypto-Wallets sowie drei Schusswaffen mit.

Dreistufige Masche mit Brokern, Anwerbern und Zahlungsdienstleistern

Die Untersuchung begann ursprünglich mit Transaktionen aus dem Online-Glücksspielmilieu. Bald stießen die Ermittler auf ungewöhnlich hohe Geldflüsse über Firmen, die mit Devisenhandel in Verbindung standen – einem Sektor, für den die Bank of Thailand keinerlei Inlandslizenzen für Privatkunden vergibt.

Das DSI identifizierte eine dreistufige Struktur: Handelsplattformen wie QRS Global, HFM, GOFX und Eterwealth fungierten als Broker. Anwerber, darunter Personen namens Ajarn P, Coach James, JP Global und Acme, köderten über soziale Medien mit luxuriösen Lebensstilen. Zahlungsdienstleister wie Rainey Corporation und PaySolution schleusten die Gelder weiter.

Erst kleine Gewinne, dann der totale Zugriffsverlust

Nach Erkenntnissen der Ermittler folgte das Netzwerk einem klassischen Muster. Neue Anleger durften zunächst Gewinne abheben und wurden ermutigt, immer größere Summen einzuzahlen. Sobald das Vertrauen aufgebaut war, änderte sich das Bild schlagartig.

Die Auszahlungen wurden verzögert, neue Bedingungen aufgestellt und schließlich der Zugang zu den Einlagen vollständig blockiert. Frisches Geld neuer Investoren soll genutzt worden sein, um das System am Laufen zu halten und das Vertrauen bestehender Teilnehmer zu bewahren.

Über 28 Millionen Baht flossen auf das Konto eines Abgeordneten

Die brisanteste Spur führt zu Pawawut Pongwitayapanu, einem Listenabgeordneten der People’s Party. Das DSI wies 14 separate Überweisungen auf seinem Privatkonto nach, allesamt an einem einzigen Tag im Juli 2024. Jede Transaktion belief sich auf etwa zwei Millionen Baht, die Gesamtsumme übersteigt 28 Millionen Baht.

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ZUM ANGEBOT

Pawawut und Schauspieler Film Rattapoom Tokongsub stehen nach DSI-Angaben nicht auf der Verdächtigenliste. Die Beamten betonen, dass Transaktionen allein noch kein kriminelles Verhalten belegen. Beide Männer bestreiten Fehlverhalten und sollen Gelegenheit bekommen, ihre Rolle zu erklären.

Schauspieler als Berater – aber keine Anklage

Film Rattapoom wird mit einem Unternehmen in Verbindung gebracht, das auf der Broker-Seite des Netzwerks agierte. Laut DSI soll er als Berater aufgetreten sein und als treibende Kraft hinter dem Geschäft gewirkt haben. Auch er wurde nicht als Verdächtiger eingestuft.

Die Ermittler wollen Film Rattapoom genauso wie Pawawut nach Abschluss der aktuellen Parlamentssitzung offiziell vorladen. Sollte der Abgeordnete von sich aus Informationen bereitstellen, könnte die Klärung auch früher erfolgen.

Soziale Medien als Jagdrevier für Anleger

Die Ermittler zeichnen ein Bild, wie Anwerber auf Facebook und Instagram massenhaft Handelskurse, Mentorenprogramme und Investmenttipps anboten. Sichtbarer Reichtum durch teure Autos, Uhren und Designertaschen gehörte zur Strategie, um potenzielle Opfer zu beeindrucken und Kompetenz vorzutäuschen.

Insbesondere im Ausland lebende Personen mit Wohnsitz in Thailand verfügen laut DSI häufig über erhebliches Anlagekapital und wurden gezielt angesprochen. Mehr als 500 Anleger haben sich inzwischen bei den Behörden mit Beschwerden gemeldet.

Milliardenschäden und weiter steigende Opferzahlen

Die Ermittler rechnen mit Schäden in Milliardenhöhe und gehen davon aus, dass die Zahl der Geschädigten weiter steigen wird. Die beschlagnahmten Vermögenswerte werden jetzt auf Besitzverhältnisse und Geldherkunft geprüft, während die digitalen Beweise ausgewertet werden.

Die Behörden planen weitere Maßnahmen, um die Täter zu identifizieren und die Opfer zu schützen. Die Bank of Thailand betont, dass sie keine Lizenzen für den Devisenhandel an Privatkunden im Inland vergibt und warnt vor illegalen Handelsplattformen.

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Quelle: Thai Examiner

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