BANGKOK – Thailändische Drogenfahnder haben den Namen der Empfängerin des Heroin-Pakets der festgenommenen Flugbegleiterin identifiziert: Es ist eine Frau namens „Dear“. Gleichzeitig rückt der mysteriöse Mann im schwarzen Kapuzenpullover, der das Paket lieferte, ins Zentrum der Ermittlungen. Noch in den nächsten Tagen sollen große Razzien gegen Netzwerke in Bangkok starten.
„Dear“ in Australien – Wer ist die geheimnisvolle Empfängerin?
Die thailändische Anti-Drogen-Behörde ONCB hat nach Gesprächen mit der australischen Bundespolizei AFP den Vornamen der Person erfahren, die das Heroin-Paket von der 26-jährigen Flugbegleiterin Meena entgegennehmen sollte. Es handelt sich um eine Frau namens „Dear“. Ob es eine Thailänderin oder eine Ausländerin ist, steht noch nicht fest.
Die australischen Behörden haben diese Details noch nicht vollständig aufgeschlüsselt. Das Mobiltelefon von Meena, das wichtige Kontaktwege offenlegen könnte, befindet sich weiterhin in der Auswertung. Erst dann wird klar, über welche Kanäle Dear und die Flugbegleiterin kommunizierten.
Rose Rose: Der gelöschte Facebook-Account und der Auftrag
Laut Meenas Aussage gegenüber der australischen Polizei wurde sie von einem Facebook-Nutzer namens „Rose Rose“ angeheuert. Der Auftrag: Waren für eine jüngere Person nach Australien mitnehmen. Nach der Landung in Melbourne sollte ein Kontakt von Rose Rose das Paket an einem Hotel übernehmen. Entfernung und Details zum Hotel sind noch unbekannt.
„Rose Rose“ ist mittlerweile auf Facebook verschwunden, der Account wurde gelöscht. Die ONCB arbeitet mit Meta und der US-Drogenbehörde DEA zusammen, um die wahre Identität hinter dem Profil zu lüften. Der Fall zeigt, wie stark solche Netzwerke über soziale Medien agieren.
Rätsel um den Mann im schwarzen Kapuzenpullover
Eine Schlüsselfigur bleibt der Mann, der das verhängnisvolle Paket zu Meenas Wohnung in Bangkok brachte. Überwachungskameras zeigen, wie er es aus dem Kofferraum hob und dem Sicherheitsdienst übergab. Der Sicherheitsdienst notierte, das Paket stamme von einem privaten Lieferdienst.
Ob der Mann wirklich Bote war oder sich nur als solcher ausgab, ist völlig unklar. Der Fahrer des Pkw hat sich bis heute nicht bei den Behörden gemeldet. Ein anderer Rider, der am 1. Juli 2026 zu einer Befragung erschien, hatte eine harmlose Stofftasche geliefert und gehört zu einem anderen Fall.
Drogenroute durch den Isan? Schmutzige Stoffe mit Elefantenstickerei
Das Heroin war in dünne Platten verarbeitet und in Textilien mit Elefantenstickerei eingenäht – eine Methode, die den Ermittlern aus Fällen im Nordosten Thailands und aus Laos bekannt ist. Solche Gruppen nutzen oft Handarbeit oder Stammesstoffe und schmuggeln die Ware über Bangkok in Drittländer wie Australien.
Bislang fehlt ein Beweis, ob die Drogen aus Nord- oder Nordostthailand stammen. Auf dem Paket in Meenas Zimmer stand nur ihr Name, kein Absender. Trotzdem konzentrieren sich die Ermittler auf zwei große Netzwerke aus der Isan-Region, die häufig Bangkok und die Grenzgebiete als Drehkreuze missbrauchen.
Razzien in Bangkok – ONCB greift durch
Noch am selben Tag kündigte ONCB-Generalsekretär Pol. Maj. Gen. Sarit Singkhamon eine Großoperation an: Innerhalb von ein bis zwei Tagen sollen Durchsuchungen und Festnahmen gegen ein bedeutendes Drogennetzwerk im Raum Bangkok stattfinden. Die Razzien der vergangenen Nacht hätten jedoch keinen direkten Bezug zum Fall der Flugbegleiterin.
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Der Direktor des Büros zur Drogenbekämpfung, Kanitsorn Phapiranon, stellte klar, dass es sich um eine allgemeine Überprüfung mehrerer Netzwerke handele. Die Ergebnisse dieser Schläge sollten am Nachmittag des 2. Juli 2026 auf einer Pressekonferenz veröffentlicht werden. Die eigentliche Operation gegen das Hintermänner-Netzwerk von Meena steht noch bevor.
Handy-Auswertung und der Zeuge, der fehlt
Während die australischen Behörden Meenas Mobiltelefon durchforsten, hoffen die thailändischen Ermittler auf den entscheidenden Durchbruch. Sobald die Daten vorliegen, wollen sie die Kontakte zu „Rose Rose“ und zur Empfängerin „Dear“ nachverfolgen. Auch Vorladungen für weitere Befragungen sind noch nicht ausgesprochen, weil erst die Identität des echten Nutzers von Rose Rose geklärt werden muss. Das letzte Puzzlestück bleibt der Mann mit dem Kapuzenpullover. Solange er schweigt, tappt die Polizei über den wahren Absender und die Route des Rauschgifts im Dunkeln. Die nächsten Tage könnten zeigen, ob die Razzien in Bangkok das Netzwerk sprengen, das eine junge Flugbegleiterin als Kurierin missbraucht hat.
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