Kampf um Pressefreiheit: Thailands Medien gegen Plattformen und KI

Globale Digitalplattformen wollen Werbeerlöse, KI verzerrt Information, staatliche Macht behindert Medien – Thailands Journalisten fordern ein Machtwort. Wird die Politik endlich handeln?

Kampf um Pressefreiheit: Thailands Medien gegen Plattformen und KI
Photo by Marija Zaric on Unsplash

BANGKOK, THAILAND – Thailands führende Medienorganisationen fordern zum Welttag der Pressefreiheit einen besseren Schutz ihrer Arbeit. Die Verbände warnen vor staatlicher Einmischung und den wirtschaftlichen Gefahren durch globale digitale Plattformen.

Medien fordern Freiheit und Kontrolle

Die Thai Journalists Association und die Online News Providers Association nutzten den Sonntag für einen dringenden Appell an die Regierung. Sie fordern, dass Journalisten die Staatsmacht ohne Behinderung prüfen dürfen und Gesetze nicht zur Unterdrückung der Berichterstattung missbraucht werden.

TJA-Präsidentin Rinee Ruangnu betonte bei der Veranstaltung in Bangkok, dass die Pressefreiheit ein unverzichtbarer Eckpfeiler jeder Demokratie sei. Für die Medienschaffenden im Land gehe es derzeit jedoch um weit mehr als nur um politische Grundrechte.

Strukturelle Krise bedroht den Journalismus

Die Branche kämpft laut Ruangnu mit einer schweren strukturellen Krise, da globale digitale Plattformen den Großteil der Werbeeinnahmen abschöpfen. Während diese Konzerne profitieren, tragen die eigentlichen Produzenten der Nachrichten die vollen Kosten für die aufwendige Recherche.

Die Verbände machten deutlich, dass guter Journalismus niemals umsonst sein kann. Die Organisationen fordern deshalb eine gesetzliche Regelung, die digitale Plattformen zu einer fairen Entschädigung der Nachrichtenquellen verpflichtet.

Künstliche Intelligenz als neuer Akteur

Wattanachai Yaninthorn von der Organisation der Online-Nachrichtenanbieter beschrieb den harten täglichen Überlebenskampf der digitalen Medien. In einem überfüllten Markt buhlen immer mehr Anbieter um die schwindende Aufmerksamkeit der Leser.

Dabei spielt künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle und wird laut Yaninthorn bereits als eigenständiger Akteur im Nachrichtenwesen wahrgenommen. Dies berge jedoch die Gefahr, dass durch Algorithmen Fehlinformationen verbreitet oder Fakten verzerrt dargestellt werden könnten.

Fünf Forderungen für die Zukunft

In einer gemeinsamen Erklärung skizzierten die Verbände fünf Kernpunkte, darunter den Schutz vor rechtlichen Einschüchterungsversuchen gegen Reporter. Zudem müssten Medienorganisationen höchste professionelle Standards bei der Faktenprüfung einhalten, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu bewahren.

Die Verbände erinnerten daran, dass „quality journalism has costs“ und somit eine solide finanzielle Basis benötigt. Nur durch faire Bedingungen und den Schutz vor staatlicher Willkür könne die Presse ihre Aufgabe als Kontrollinstanz weiterhin erfüllen.

Verantwortung der gesamten Gesellschaft

Abschließend baten die Journalistenverbände auch die Bürger um Mithilfe im Kampf gegen Falschmeldungen. Jeder Einzelne solle Informationen kritisch prüfen, bevor er sie in sozialen Netzwerken teilt, um die Verbreitung von Unwahrheiten zu stoppen.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Bangkok Post Thailand

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.