BANGKOK – Thailand schaltet sich ins globale Steuer-Netz der OECD ein und macht Jagd auf multinationale Konzerne, die sich vor dem Fiskus drücken. Mit einer Mindeststeuer von 15 Prozent und einem neuen Datenaustausch ab 2027 wollen die Behörden jährlich rund zehn Milliarden Baht zusätzlich eintreiben.
Zehn Milliarden Baht zusätzlich im Visier
Das Finanzamt rechnet fest mit frischem Geld: Jahr für Jahr sollen rund zehn Milliarden Baht in die Staatskasse fließen, die bisher durch legale Tricksereien versickert sind. Die Summe trifft vor allem große multinationale Konzerne, die effektiv weniger als 15 Prozent Steuern zahlen.
Finanzminister Ekniti Nitithanprapas macht klar, dass die Zeit lauer Steuersparmodelle abläuft. Der neue Datenaustausch soll grenzüberschreitende Gewinnverschiebungen austrocknen und den Steuerbehörden endlich einen klaren Blick in ausländische Firmengeflechte ermöglichen.
Die Ergänzungssteuer als scharfe Waffe
Thailand hat bereits ein Exekutivdekret gezündet, das eine nationale Top-up-Steuer einführt. Dieses Instrument erlaubt es den Beamten, bei multinationalen Konzernen die Differenz zum 15-Prozent-Mindestsatz einfach nachzufordern.
Wer also glaubt, mit einer Briefkastenfirma auf den Cayman Islands fein raus zu sein, für den könnte es ab 2027 ungemütlich werden. Das Finanzministerium sieht in der Kombination aus Ergänzungssteuer und internationalem Datenaustausch das wirksamste Mittel gegen die Verlagerung von Offshore-Gewinnen.
Informationsaustausch beginnt im Juni 2027
Der konkrete Startschuss für den grenzüberschreitenden Datenaustausch soll im Juni 2027 fallen. Dann bekommen die thailändischen Steuerfahnder Zugriff auf Unternehmensdaten aus dem gesamten OECD-Netzwerk – eine beispiellose Transparenz.
Bisher bissen sich die Beamten oft die Zähne aus, weil relevante Informationen im Ausland unter Verschluss lagen. Mit dem neuen Rahmenwerk sollen Diskrepanzen zwischen ausgewiesenen Gewinnen und tatsächlicher Geschäftstätigkeit viel leichter auffliegen.
Steuergutschriften statt Steuerbefreiungen
Die globale Mindeststeuer stellt auch das System der Steueranreize auf den Kopf. Pauschale Steuerbefreiungen, mit denen Thailand jahrzehntelang ausländische Investoren lockte, verlieren an Wert – denn was ein Land erlässt, darf ein anderes nachfordern.
Der Fokus verschiebt sich nun hin zu gezielten Steuergutschriften und direkten Subventionen. Allerdings bremst Finanzminister Ekniti: Das aktuelle Steuergesetz gibt solche breiten Gutschriftprogramme schlicht nicht her, dafür sind erst gesetzliche Änderungen nötig.
Competitiveness Enhancement Fund als Brückenlösung
Bis die neuen Regeln greifen, dient der Competitiveness Enhancement Fund des Board of Investment als finanzieller Puffer. Aus diesem Topf können Investitionsprojekte gezielt unterstützt werden, ohne auf Steuerbefreiungen angewiesen zu sein.
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Beamte sehen den Fonds als entscheidendes Werkzeug im Übergang. Er erlaubt Thailand, international wettbewerbsfähig zu bleiben, während sich das gesamte System der Unternehmensbesteuerung global umbaut.
Das Ziel: mehr Durchblick, mehr Compliance, mehr Geld
Die Kabinettsentscheidung positioniert Thailand endgültig innerhalb des wachsenden OECD-Netzwerks. Immer mehr Länder ziehen mit, die Lücken zwischen den nationalen Steuersystemen schrumpfen, und aggressive Steuerplanung wird schlicht schwieriger. Für die Regierung geht es um das Eingemachte: bessere Übersicht über die Gewinne multinationaler Konzerne, schärfere Kontrollen und am Ende deutlich höhere Steuereinnahmen. Der rechtliche Rahmen steht, jetzt beginnt das Warten auf den Juni 2027.
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Geld was Thailand selber nicht erwirtschaften kann dann mit halt Steuern erhoben das wird für Thailand nicht gut enden. Nur Steuer und keine Gegenleistung das lassen sich nur die [entfernt] gefallen.
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…zwischen Vorhaben, Möglichkeiten und Umsetzung liegen Welten. Bestes Beispiel ist der 2024 aktivierte TIN Beschluss der bis Dato nichtmal kontrolliert wird. Es wäre ein Leichtes bei TM 47 eine TIN zu belegen.