Zwei Kondome, zwei Tote – die Nacht in der Soi Bang Waek

Ein Paar, eine Bangkoker Seitenstraße, eine Nacht – und Funde im Auto, die mehr verraten als erwartet. Was die Ermittler in dem Wagen entdeckten und wie der Fall Stück für Stück rekonstruiert wurde.

Zwei Kondome, zwei Tote – die Nacht in der Soi Bang Waek
ThaiRath

BANGKOK – Ein Unbekannter Wagen in der Soi Bang Waek 15, ein Mann und eine Frau tot im Inneren und ein Kondom, das die Ermittler stutzen lässt: Am 4. Juli 2026 entdeckte die Polizei zwei Leichen in einem geparkten Pkw – inzwischen als Woraphon (45) und Patcharin (27) identifiziert. Die Todesursache gibt den Beamten bislang Rätsel.

Fund in der Soi Bang Waek 15

Polizisten, Spurensicherungsbeamte und Rettungsfreiwillige rückten am Samstag in die kleine Gasse aus. In dem Auto lagen ein verstorbener Mann und eine Frau – mitten in der Nachbarschaft, die auf den Schockfund fassungslos reagierte.

Die Beamten sperrten den Bereich sofort ab und begannen, Beweise zu sichern. Tatortfotos und erste Spuren wurden von der Forensik-Abteilung aufgenommen.

Kondom wirft Fragen auf

Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs fanden die Ermittler zwei benutzte Kondome, ein Hustenmittel sowie eine Packung Medikamente gegen Nervenentzündung – die Tabletten gehörten nach bisherigem Stand Woraphon. Außerdem war das Auto mit einem LPG-Donutgas-Tank im Kofferraum ausgestattet. Hinweise auf einen Kampf oder ein Fremdverschulden fehlten: Keine Verletzungen an den Leichen, keine vermissten Gegenstände.

Die Polizei hält sich mit Schlussfolgerungen bedeckt. Der Zustand der Leichen wird von Gerichtsmedizinern eingehend untersucht, Hinweise auf ein Verbrechen gibt es bisher nicht.

Todesursache bleibt ungeklärt

Vorläufig können die Beamten keine gesicherte Todesursache nennen. Der zuständige Gerichtsmediziner ist eingeschaltet, eine Obduktion soll Klarheit bringen.

Sobald die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse vorliegen, wollen die Ermittler die tatsächlichen Umstände zusammenführen. Bis dahin warten die Hinterbliebenen und die Nachbarschaft auf Antworten.

Zeuge klopfte um 3 Uhr – da waren beide bereits tot

Chamrat (68), ein Anwohner der Gasse, wollte gegen 3 Uhr morgens sein Auto aus der Garage holen, um seine Frau zum Markt zu bringen. Dabei bemerkte er das Fahrzeug der Verstorbenen am Straßenrand – der Motor lief noch. Er klopfte ans Fenster, erhielt keine Antwort und fuhr weiter, weil er annahm, die Insassen schliefen. Als er gegen 5 Uhr zurückkehrte, war der Motor abgestellt. Um 10 Uhr stand der Wagen noch immer an derselben Stelle. Diesmal holte er Nachbarn zur Hilfe.

Was die Nachbarn dann sahen: der Mann bewusstlos auf dem Sitz, die Frau ebenfalls bewusstlos – mit Schaum vor dem Mund. Die CCTV-Kameras in der Nähe zeigen, dass das Fahrzeug um 2:08 Uhr ankam. Als Chamrat gegen 3 Uhr klopfte, waren beide nach Einschätzung der Ermittler bereits gestorben. Das Zeitfenster von der Ankunft bis zum Tod beträgt demnach rund 90 Minuten.

Bruder: „Sie wollte zu einer Geburtstagsfeier“

Srawut (22), der jüngere Bruder von Patcharin, gibt an, seine Schwester habe als Bademodeveräkuferin gearbeitet. Nach Feierabend sei sie spät nach Hause gekommen und habe ihm gesagt, ein Freund hole sie zu einer Geburtstagsfeier ab. Gegen 2 Uhr nachts habe sie das Haus verlassen. Den Fahrer – Woraphon – kannte Srawut nicht persönlich, wusste aber, dass seine Schwester Kontakt zu dem Mann hatte. Das Fahrzeug der Toten wurde nur 30 Meter vom Haus entfernt gefunden, in dem er mit seiner Familie zur Miete wohnt.

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Woraphon selbst war den Anwohnern der Soi Bang Waek 15 unbekannt. Die Polizei geht davon aus, dass er nicht aus der Gegend stammt.

Kohlenmonoxid als wahrscheinlichste Todesursache

Ärzte des Siriraj-Krankenhauses schätzen, dass die beiden zum Zeitpunkt der Entdeckung bereits 8 bis 10 Stunden tot waren. Als vorläufige Todesursache gilt eine Kohlenmonoxidvergiftung. Die laufende Hypothese der Ermittler: Der Motor überhitzte, die Motorhaube war zum Kühlen leicht geöffnet worden, der Motor schaltete sich schließlich von selbst ab. Das Paar war zu diesem Zeitpunkt bereits eingeschlafen und ersticktes am Abgas im geschlossenen Fahrzeug.

Ob auch Substanzen in einem im Wagen gefundenen Yeti-Becher eine Rolle spielen, prüfen die Forensiker noch. Die Leichen wurden zur Obduktion ins Siriraj-Krankenhaus gebracht. Ergebnisse stehen aus.

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Quelle: Thairath

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