Kanchanaburi, Thailand – Eine 63-jährige Thailänderin sagt, ihr Sohn habe sie gegen ihren Willen in ein Pflegezentrum in Kanchanaburi bringen lassen. Dort sei sie mehr als zweieinhalb Jahre geblieben. Nach ihrer Rückkehr habe sie die Kontrolle über ihre Kosmetikfabrik verloren und wertvolle Gegenstände vermisst. Gesundheitsminister Pattana Promphat hält nun eine dauerhafte Schließung des Zentrums in Tha Muang für möglich.
Phat schildert mehr als zweieinhalb Jahre in der Einrichtung
Am 21. Februar 2024 sei ihr Sohn mit zwei Männern zu ihr nach Hause gekommen, angeblich um über die Fabrik zu sprechen, berichtete Phat. Die Männer hätten sie festgehalten, ihr den Mund bedeckt und sie in einen privaten Krankenwagen gezwungen. Zuvor sei behauptet worden, sie habe psychische Probleme.
In der Einrichtung in Kanchanaburi habe sie wiederholt gesagt, dass sie dort nicht bleiben wolle. Sie sei zunächst etwa einen Monat allein in einem Raum ohne Toilette eingesperrt und später täglich von etwa 7 bis 16 Uhr an einen Stuhl gebunden worden. Außerdem habe man sie gezwungen, Schlafmittel einzunehmen. Phat sagte auch, man habe sie entkleidet, ans Bett gefesselt und ihr eine Windel angelegt.
Der Streit um die Fabrik ging der Einweisung voraus
Phat stieg 2012 in die Kosmetikbranche ein und baute später eine eigene Fabrik im Bangkoker Stadtteil Lat Phrao. Die Fabrik wurde 2017 fertiggestellt. 2022 überließ sie ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter die Leitung des Betriebs.
Phat und ihre Tochter Beam hätten damals jeweils 50.000 Baht Gehalt erhalten. Nach wenigen Monaten sei der Name der Fabrik geändert worden, ohne dass Phat zunächst davon wusste. 2024 habe ihr Sohn erklärt, der Betrieb mache Verluste und er könne ihn nicht länger führen. Daraufhin habe sie begonnen, die Kontrolle zurückzugewinnen.
Schwester bekam schließlich Nachricht aus dem Zentrum
Phat blieb nach eigenen Angaben mehr als zweieinhalb Jahre in der Einrichtung. Schließlich gelang es ihr, einer anderen Bewohnerin die Telefonnummer ihrer jüngeren Schwester Ee mitzugeben, bevor diese das Zentrum verließ.
Ee sagte, sie habe einen Anruf erhalten, wonach Phat dort festgehalten werde. Phats Sohn Benz habe zunächst abgelehnt, die Mutter zurückzuholen. Später habe er Ee jedoch begleitet, um Phat aus der Einrichtung abzuholen.
Betreiberin widerspricht Teilen der Darstellung
Die Betreiberin Maeow sagte, Phats Sohn habe die Aufnahme mit einem privaten Krankenwagen organisiert und von Gewalt innerhalb der Familie berichtet. Sie bestritt, dass Phat entkleidet worden sei, und erklärte, für psychiatrische Patienten stünden separate Räume zur Verfügung.

Maeow räumte ein, dass Phat nicht in der Einrichtung bleiben wollte. Das Zentrum sei jedoch für 20.000 Baht im Monat mit ihrer Betreuung beauftragt worden. Die Bedingungen verteidigte Maeow mit dem Hinweis, das Gesundheitsamt habe die Einrichtung überprüft.
Tochter wurde nach Monaten misstrauisch
Beam sagte, sie habe zunächst geglaubt, ihr Bruder habe ihre Mutter zur psychiatrischen Behandlung gebracht. Als Phat jedoch monatelang nicht zurückkehrte, sei sie misstrauisch geworden.
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Ihr Bruder sei wütend geworden, wenn sie ihn dazu befragt habe, sagte Beam. Phat erschien später in der Sendung „Hone Krasae“ und forderte Untersuchungen zu ihrer Unterbringung sowie zum Umgang mit Fabrik und Eigentum.
Gold, Schmuck und weitere Gegenstände sollen fehlen
Nach ihrer Rückkehr habe Phat festgestellt, dass ihr Sohn und ihre Schwiegertochter die Kontrolle über die Kosmetikfabrik übernommen hätten. Auch Gegenstände aus ihrem Haus und ihrem Safe seien verschwunden.

Im Safe hätten sich nach Phats Angaben Goldbarren im Gewicht von rund 100 Baht-Gewichten, etwa 1,52 Kilogramm, Goldschmuck im Wert von rund neun Millionen Baht, Diamanten und Luxus-Handtaschen befunden. Phat ließ sich später psychiatrisch untersuchen und legte in der Sendung ein ärztliches Attest vor. Sie erstattete Anzeige wegen ihrer Vorwürfe, gewaltsam fortgebracht und festgehalten worden zu sein und eine weitere Anzeige wegen des fehlenden Eigentums.
Käfigbetten stehen im Zentrum der Vorwürfe
Nach Angaben von Gesundheitsminister Pattana Promphat hatte er am 5. Oktober das Gesundheitsdienstleistungsamt und die Abteilung für psychische Gesundheit mit einer Kontrolle des Zentrums in Tha Muang beauftragt. Anlass sind Beschwerden über körperliche Übergriffe und Freiheitsentzug. Deren Behördenleiter prüften das Zentrum am Morgen des 6. Oktober vor Ort und fanden nach Angaben des Ministers die in den Berichten geschilderten Zustände vor.
Auf Fotos seien Betten mit Gitterstäben zu sehen, sagte Pattana Promphat. Eine solche Unterbringung sei bei der Betreuung älterer Menschen oder von Patienten nicht zulässig und stelle einen klaren Verstoß dar.
Prüfung von Medikamenten und Pflegeverläufen
Die Kontrolleure sollen die Behandlungs- und Pflegeunterlagen jedes Bewohners einsehen. Sie sollen prüfen, in welchem körperlichen Zustand die Menschen ins Zentrum kamen und wie sich ihr Zustand während des Aufenthalts entwickelte.
Auch den Vorwurf, Bewohner seien mit Medikamenten benommen gemacht oder ruhiggestellt worden, sollen die Behörden untersuchen. Falls sich das bestätigt, wäre es laut Minister rechtswidrig. Polizei und weitere zuständige Stellen seien bereits in die Prüfung einbezogen.
Jährliche Genehmigungen werden überprüft
Das Zentrum hatte eine Genehmigung beantragt und diese jährlich verlängert. Pattana Promphat wies das Gesundheitsdienstleistungsamt an, den gesamten Ablauf zu prüfen.
Die Kontrolle soll bis zum ersten Antrag zurückreichen. Dabei geht es darum, wie gründlich Unterlagen und Räumlichkeiten geprüft wurden. Auch eine Verlängerung im August soll in die Untersuchung einbezogen werden.
Schließung hängt vom Prüfbericht ab
Ob das Zentrum vorläufig geschlossen wird, wollte der Minister zunächst nicht entscheiden. Er wartete auf den Bericht des Behördenleiters, der seit 10 Uhr vor Ort war und die Einrichtung zwei bis drei Stunden lang geprüft hatte.
Pattana Promphat hält eine Schließungsanordnung für wahrscheinlich. Vor einer Entscheidung müssten jedoch die Vorschriften und die Folgen geprüft sowie alle Seiten fair behandelt werden.
Unklarheit über die weitere Unterbringung der Bewohner
Ob die älteren Menschen nach Hause zurückkehren oder an einen anderen Ort gebracht werden müssen, war zunächst offen. Dem Minister lag noch keine bestätigte Zahl der Bewohner vor.
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Nach Abschluss der Kabinettssitzung wollte Pattana Promphat mit den Leitern der beiden Behörden sprechen. Der Minister will versuchen, noch am 6. Oktober zu einem klaren Ergebnis zu kommen.
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Besser gestern als morgen zusperren und dafür die Verantwortlichen dort einsperren und den Schlüssel wegwerfen.