CHIANG RAI, THAILAND – Ein Forscherteam untersucht im Flussgebiet des Kok-Flusses, ob Schwermetalle aus Boden, Wasser oder Chemikalien in Gemüse, Obst und Reis gelangen. Ziel ist eine Risikokarte mit grünen, gelben und roten Zonen. In roten Zonen könnte der Anbau von Nahrungspflanzen eingestellt werden müssen. Die Forscher rechnen damit, die Risikogebiete innerhalb von zwei Monaten festzulegen.
In roten Zonen könnte der Anbau von Nahrungspflanzen enden
Die Forscher wollen die Flächen am Kok in drei Farbstufen einteilen. Grün steht für sichere Flächen, Gelb für Gebiete unter Beobachtung und Rot für Flächen, auf denen keine Nahrungspflanzen mehr wachsen sollten.
Dr. Suebsakun Kitnukon von der Mae-Fah-Luang-Universität sagte, in roten Zonen müsse der Anbau von Nahrungspflanzen womöglich eingestellt werden. Gelbe Zonen blieben unter Beobachtung, grüne Zonen bekämen Unterstützung. Die Daten sollen die Entscheidung darüber leiten, welche Pflanzen auf welchem Boden angebaut werden.
Proben von Pflanzen, Boden, Wasser und Dünger
Das Team sammelt Proben von Pflanzen, Erde, Wasser, Düngemitteln, Hormonen und Pflanzenschutzmitteln. Die Arbeiten laufen im Einzugsgebiet von Kok, Sai und Ruak in den Provinzen Chiang Rai und Chiang Mai.
Am Kok gibt es drei Abschnitte. Der obere Teil liegt bei Tha Ton und Mae Na Wang im Bezirk Mae Ai in der Provinz Chiang Mai. Der mittlere Abschnitt betrifft den Bezirk Mueang und Wiang Chai, der untere den Bezirk Doi Luang in Chiang Rai.
Bauer in Tha Ton setzt auf Brunnenwasser
Waen Panchan baut im Dorf Mai Mok Cham bei Tha Ton Gemüse an, rund 200 Meter vom Fluss entfernt. Nach der großen Flut im Jahr 2567 nach buddhistischer Zeitrechnung, also 2024, lagerte sich Schlamm auf ihrem Land ab.
Inzwischen nutzt sie Wasser aus einem Brunnen auf dem eigenen Grundstück. Bei Kohl, Koriander und Blattgemüse spritzt sie nach eigenen Angaben nur in der Jungpflanzenphase Chemikalien, danach setzt sie auf Dünger und Hormone. Sie wisse aber nicht, ob Giftstoffe mit dem Boden in ihren Garten gelangt sind.
Knoblauchernte um mehr als die Hälfte gesunken
Ape Atcho pumpt Grundwasser für ihr Feld am Kok. Auf gut einem Rai, also rund 0,16 Hektar, wollte sie Knoblauch anpflanzen. Ihr Brunnen ist etwa zehn Meter tief und liegt weniger als 20 Meter vom Fluss entfernt.
Sonst wechselt sie zwischen Knoblauch und Mais. Seit der Flut im Jahr 2024 hat sich der Ertrag trotz Dünger und Pflanzenschutz mehr als halbiert. Ursache sei vor allem der Sand- und Schlammeintrag durch das Hochwasser.

Reisbauern in Wiang Chai beunruhigt
Pathompong Rittiplaeng leitet die Wassernutzergruppe des Chiang-Rai-Staudamms auf der rechten Seite. Im Bezirk Wiang Chai steht der Reis kurz vor der Ernte. Die Erträge sind gut, fürchten aber, dass sich Schadstoffe im Korn anreichern könnten.
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Im Flussgebiet gibt es mehrere zehntausend Rai Reisfelder. Bisher wurden Verunreinigungen nur gelegentlich gefunden, die Herkunft ist ungeklärt.
Forscher suchen nach der Quelle der Schadstoffe
Dr. Thanaphon Phenrat von der Naresuan-Universität ist Teil des Forschungsteams. Die Proben fließen in ein KI-Modell und eine App namens „Essbare Pflanze“ ein. Das Team prüft, ob Dünger oder Pflanzenschutzmittel belastet sind, in welchen Mengen sie eingesetzt werden und wie weit sich die Belastung im Boden ausbreitet. Auch Bergbau wird als mögliche Ursache untersucht.
Die zentrale Frage lautet, ob die Schwermetalle aus dem natürlichen Boden stammen, aus Pflanzenschutzmitteln oder aus dem Schlamm der Flut von 2024. Frühere Messungen fanden Schwermetalle sowohl über als auch unter den Sicherheitsgrenzwerten.
Forderung nach Gesprächen mit Myanmar und Hilfen für Bauern
Die Daten sollen auch in Gesprächen mit Myanmar dienen. Sie könnten belegen, ob Agrarprodukte durch Bergbau im Nachbarland belastet sind. So ließe sich die Verschmutzung an der Quelle angehen und ein Übergreifen auf Thailand verhindern.
Die Arbeitsgruppe auf Provinzebene reicht nach Angaben der Forscher nicht aus. Nötig seien eine Arbeitsgruppe auf Regierungsebene oder im Landwirtschaftsministerium. Zudem brauche es Geld und Technik, um Bauern beim Anbauwechsel und bei der Bodensanierung zu helfen. Ein Fonds soll Bauern entschädigen, die von Bergbau-Giften betroffen sind.
Schüler lernen Bürgerwissenschaft und Messungen gehen weiter
Schüler der Stadtschule Nr. 6 in Chiang Rai lernen im Projekt die sogenannte Bürgerwissenschaft kennen. Die Forscher wollen Schulen, Wassernutzergruppen, Bauernräte und Landwirtschaftsbeamte auf Bezirksebene als Netzwerk einbinden.
Als Nächstes sammelt das Team Proben am Sai und am Ruak. Die Zonenkarte soll mit der Karte der Flutgebiete übereinandergelegt werden, damit alle Behörden dieselben Daten nutzen. Die Forscher erwarten, die Risikogebiete innerhalb von zwei Monaten zu benennen.
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