Strompreise Thailand: Wer viel verbraucht, zahlt bald viel mehr

Thailand zieht die Strompreisschraube an: Wer mehr verbraucht, wird künftig deutlich stärker zur Kasse gebeten. Vor allem Ausländer mit hohem Verbrauch trifft es hart.

Regierung verhindert Anstieg der Stromkosten
KhaoSod

Thailand dreht an der Strompreisschraube – und wer viel verbraucht, zahlt künftig deutlich mehr. Ab Juni 2026 gilt ein neues, gestaffeltes Tarifsystem für 23,2 Millionen Haushalte. Für Kleinhaushalte sinken die Kosten. Für alle anderen: nicht unbedingt.

Wer in Thailand mit laufenden Klimaanlagen lebt – und das dürften die meisten Langzeitbewohner sein – sollte jetzt genau hinschauen. Die Reform klingt sozial und gerecht. Für Vielverbraucher bedeutet sie aber bares Geld mehr auf der Rechnung.

Wer zahlt mehr – und wer zahlt weniger

Das neue System funktioniert wie die Einkommensteuer: gestaffelt nach Verbrauch. Wer monatlich weniger als 200 Einheiten verbraucht, zahlt maximal 3 Baht pro Einheit. Das betrifft laut Energieministerium rund 15,4 Millionen Haushalte – meist kleine Wohnungen, sparsame Thai-Familien.

Wer zwischen 200 und 400 Einheiten liegt, zahlt den aktuellen Normaltarif von 3,95 Baht. Und wer über 400 Einheiten kommt – also rund 3,2 Millionen Haushalte – zahlt künftig über 5 Baht pro Einheit. Bisher lag dieser Satz bei rund 4,50 Baht. Das ist ein Anstieg von mehr als einem Baht pro Einheit, nur für die obere Stufe.

400 Einheiten – wo liegt die Grenze im Alltag?

400 Einheiten im Monat klingt nach viel. Ist es aber nicht zwingend. Eine Klimaanlage, die nachts läuft, verbraucht allein rund 150 bis 200 Einheiten pro Monat. Wer zwei Geräte betreibt, einen Kühlschrank hat und gelegentlich den Wasserkocher anwirft, landet schnell über dieser Grenze.

Wer in einer Wohnung oder einem Haus mit mehreren Räumen lebt, kommt im thailändischen Sommer kaum darunter. Expats mit westlichem Komfortanspruch – also Klimaanlage im Schlafzimmer und im Wohnzimmer, dazu Warmwasserboiler – dürften die 400er-Marke regelmäßig überschreiten.

Was der Minister sagt – und was das bedeutet

Energieminister Akanat Promphan begründet die Reform so: Das bisherige Tarifsystem stamme aus der Zeit vor der Jahrtausendwende und habe sich seit über 20 Jahren nicht verändert. Heute liefert Thailand mehr als 60 Prozent seines Stroms aus Erdgas, fast ein Drittel davon als teures Flüssiggas (LNG) aus dem Ausland. Steigen die Weltmarktpreise – wie zuletzt wegen der Lage im Nahen Osten – steigt der Strompreis für alle.

Die Botschaft des Ministers ist klar: Wer viel verbraucht, soll mehr zahlen. Und wer über 480 bis 500 Einheiten im Monat kommt, soll sich laut Regierung eine Solaranlage aufs Dach bauen. Zinsgünstige Kredite sollen dabei helfen – monatliche Rate rund 600 Baht bei zehn Jahren Laufzeit und 3 Prozent Zinsen für ein 2-bis-3-Kilowatt-System.

Was jetzt zu beachten ist

Die Reform ist noch nicht final beschlossen. Am 29. April 2026 geht der Plan an den Nationalen Energiepolitikrat (NEPC), danach ans Kabinett. Ziel ist ein Inkrafttreten ab dem Juni-Abrechnungszyklus 2026. Wer jetzt seinen Monatsverbrauch nicht kennt, sollte ihn prüfen – die Abrechnung der MEA oder PEA weist die Einheiten aus.

Wer dauerhaft über 400 Einheiten liegt, hat zwei Optionen: Verbrauch senken oder die höhere Rechnung einkalkulieren. Eine Solaranlage amortisiert sich laut Energieministerium in fünf bis acht Jahren – vorausgesetzt, die Förderkonditionen kommen tatsächlich wie angekündigt. Über den aktuellen Stand der Strompreise in Thailand berichtet Wochenblitz hier im Detail.

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Redaktionelle Hinweise

Die neue Tarifstruktur ist zum Redaktionsschluss noch nicht final vom Kabinett beschlossen. Alle Angaben zu Tarifstufen basieren auf dem Stand vom 28. April 2026 (Quellen: Nation Thailand, Thai Rath English). Änderungen vor Inkrafttreten im Juni 2026 sind möglich.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

17 Kommentare zu „Strompreise Thailand: Wer viel verbraucht, zahlt bald viel mehr

  1. Gelackmeiert sind die Condobewohner in irgendwelchen Wohntürmen. In diesen Brutkästen ist es ohne AC zumeist kaum auszuhalten und die können sich keine eigene Photovoltaikanlage so einfach auf’s Dach schrauben lassen. Auch blöd wenn der Eigentümer von gemieteten Häusern die Investitionskosten nicht aufbringen will weil er sie, warum auch immer, nicht entsprechend auf die Miete umlegen kann. Vielleicht kommt wenigstens der eine oder andere in seinem eigenen Haus* nun langsam darauf, dass so eine Photovoltaikanlage auf dem Hausdach doch kein ganz nutzloses, noch dazu teures Equipment wäre.
    * Und ja, ich weiß Leasing auf 30 Jahre etc.

    1. habe hier in der province mit 2 farangs kontakt die sich so eine PH anlage aufs dach haben schrauben lassen.
      es vergeht im wahrsten sinne des wortes kaum ein monat wo nicht beide bei der pea einfliegen, und sich vorrechnen lassen , einspeisung ins netz usw. !
      alles ein hingehalte , erklaerungen die nicht nachvollziehbar sind , rechnungen die nicht stimmen koennen usw.
      wer sich sowas anschafft hat grundsaetzlich schlechte karten , du kannst klagen , ja mach mal ,viel spass.
      mir kommt so ein misst nicht in haus !!

    2. Bla bla…
      Immer einen dt. Senf am Mann!
      Photovoltaik auf dem Dach für ca 200000 Baht z. B., dann kannst dir ja ausrechnen, nach wieviel JAHREN sich die Anlage amortisiert hat!
      Ein Strompreis für ca 4 Baht/kw, ist schon I. O.!
      Kusch…wennst im Keller lebst, dann benötigst erst recht keine Solarplatte, ne wa…

      1. so schaut es aus! Der Oskar hat es schon richtig gemacht!

        Eckdaten zur Amortisation
        Investitionskosten: ca. 200.000 THB für ein 2–3 kWp System (Standardgröße für Privathaushalte).
        Strompreise ab Juni 2026:
        Bis 200 kWh: max. 3 THB/kWh
        200–400 kWh: 3,95 THB/kWh
        Über 400 kWh: >5 THB/kWh (deutlich teurer als bisher)
        Förderung: Steuerabzug bis zu 200.000 THB für private Solaranlagen (Royal Gazette März 2026).
        Net-Billing: Verkauf von Überschussstrom zu 2,20 THB/kWh möglich (Programm derzeit begrenzt).

        📊 Vergleich: Amortisationsdauer nach Verbrauch
        Verbrauch pro Monat Stromkosten ohne Solar Ersparnis mit Solar Amortisationszeit
        200 kWh (kleiner Haushalt) ~600 THB ~400 THB 7–8 Jahre
        400 kWh (mittlerer Haushalt) ~1.580 THB ~1.200 THB 6–7 Jahre
        600 kWh (großer Haushalt, mehrere ACs) ~3.000 THB ~2.400 THB 4–5 Jahre

        (Berechnung basiert auf neuen Tarifstufen und typischen Solarerträgen von 300–400 kWh/Monat bei 2–3 kWp Anlagen.)

        1. Mir hat man eine 5kWh-Anlage vor 5 Jahren auf’s Dach geschraubt. Wie das in kWp umzurechnen ist weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass wir seitdem nichts mehr für Strom zahlen und wir haben einen durchschnittlichen Verbrauch von ca. 600 kWh pro Monat. Trotz EV Auto und Motorroller, aber seltenen Gebrauch der AC’s. Begünstigt dadurch, dass wir an kein PEA angeschlossen sind und die Zähler rückwärts laufen können. Das gleicht jahreszeitliche Effizienzschwankungen der Anlage aus. Beispielsweise derzeit, da der Sonnenstand in den Norden wandert. Letztes Monat habe ich ein Angebot für eine 7 kWh Anlage für ein anderes Haus bekommen. Sollte 160.000 incl. Installation mit allem drum und dran kosten.

          1. meinst du das so? Interessiert mich auch das Thema auch wegen meines BYD Dolphin mit 50,25 kwh Akku.
            kWp (Kilowatt peak): Das ist die Nennleistung einer Solaranlage unter Standard-Testbedingungen. Beispiel: Eine „5 kWp-Anlage“ hat Module, die zusammen maximal 5 Kilowatt Leistung liefern können, wenn die Sonne optimal scheint.

            kWh (Kilowattstunden): Das ist eine Energieeinheit. Sie beschreibt, wie viel Strom tatsächlich erzeugt oder verbraucht wird. Beispiel: Eine „5 kWh-Anlage“ wäre eigentlich keine korrekte Bezeichnung für eine PV-Anlage – hier verwechselt jemand Leistung (kWp) mit Energie (kWh).

            👉 Wenn jemand sagt „5 kWh-Anlage“, meint er in der Praxis fast immer eine 5 kWp-Anlage. Denn Solaranlagen werden nach kWp angegeben, nicht nach kWh.

            Beispielrechnung für Klarheit
            5 kWp-Anlage in Phetchabun: erzeugt ca. 7.000–8.000 kWh Strom pro Jahr.

            Wenn jemand „5 kWh“ sagt, wäre das nur die Energiemenge, die ein kleiner Akku speichern kann – nicht die Größe einer Solaranlage.

            ✅ Fazit:
            Eine „5 kWh-Anlage“ ist sprachlich falsch, gemeint ist fast sicher eine 5 kWp-Anlage. Falls er tatsächlich „5 kWh“ meint, dann spricht er von einem kleinen Batteriespeicher, nicht von einer Solaranlage.

  2. Thailand sucht ständig nach Ideen um abzuzocken. Absurder Protektionismus wie zum Beispiel extreme Importzölle reichen ihnen nicht mehr.

    1. meine letzte Information war, das der nächste Zyklus von Mai bis Ende August dauert und für diesen Zeitraum die Strompreise schon festgelegt wurden. Jetzt verstehe ich nicht, wie dieser Strompreis Plan einzuordnen ist!

    2. Peter Schneider, wenn bei Ihnen 5 Baht pro KW/h als Abzocke gesehen wird, dann ziehen Sie doch nach Deutschland ! Dort kostet die KW/h nur 30 Cent.

      1. Du willst doch nicht ernsthaft Deutschland mit einem Durchschnittseinkommen von € 4.784 und Thailand mit einem Durchschnittseinkommen von ca. umgerechnet € 400 ( also zehnmal weniger) vergleichen.

  3. Wer sich den Luxus goennt und die AC den ganzen Tag laufen laesst – was in meinen Augen komplette Verhschwendung ist – der soll diesen Luxus auch mit einem hoeheren Preis bezahlen.
    Mein Opa sagte schon vor zig Jahren : „Wer D-Zug-Tempo fahren will muss D-Zug-Zuschlag zahlen.“ Wie recht er doch hatte.
    BTW : Schade ist, das man diesen „Motor-laufen-Lasser“, z.B. auf Supermarkt-Parkplaetzen, nicht einen hoeheren Preis an der Zapfsaeule abknoepfen kann. Fuer DIE ist der Sprit noch viel zu billig.

  4. @ Cito, danke für die Erklärung. Jetzt habe ich es auch verstanden. Habe das als Komplett-Laie offensichtlich verwechselt. Korreliert auch ungefähr mit den „5 kWp-Anlage erzeugt ca. 7.000–8.000 kWh Strom pro Jahr“ und unserem tatsächlichen Verbrauch.
    Wir haben einen BYD Atto 3 mit dem 60 kWh Akku. Dazu noch einen elektrischen Motorroller Goddess von AJ. Der hat 2 Akkus mit je 2,07 kWh und die können auch mittels Typ2 Stecker geladen werden. Das Auto wird mindestens neun von zehnmal Zuhause mittels Wallbox geladen. Der Motorroller sowieso immer. Der größte Stromtreiber dürfte bei uns die Umwälzpumpe vom Pool sein. In dieser heißen Jahreszeit lasse ich die 8 Stunden täglich laufen um die Wassertemperatur erträglich zu halten. Hatte es mal mit viel Eis versucht. Kann man vergessen.

      1. Ramona, aber Du verstehst alles in Thailand? Ich finde der Oskar Kusch hat hier einen guten Beitrag geleistet und auch ich überlege mir die Anschaffung einer Solaranlage, obwohl unser Stromverbrauch eher im unteren Bereich ist. Jetzt ist der Strompreis ja noch recht günstig, wird sich aber in den nächsten Jahren eher nach oben bewegen. Mir ist es dann auch egal ob sich die Solaranlage erst in 10 oder mehr Jahren amortisiert hat, habe mein Geld schon viel blöder investiert!

        1. Als wir die Photovoltaikanlage vor 5 Jahren angeschafft haben, war weniger die Amortisierung im Vordergrund, sondern vielmehr war abzusehen, dass ich eines Tages Rentner mit entsprechend niedrigerem Einkommen werden würde. Deshalb habe ich damit versucht die ständig wiederkehrenden Fixkosten zu senken. Dass ich allerdings durch den glücklichen Umstand nicht an einem PEA-Anschluss zu hängen gar nichts mehr für Strom zahle, hatte ich gar nicht erwartet. Da war es dann nur logisch auf E-Motorisierung umzusteigen. Zuerst war es nur ein ganz kleiner EV, ausschließlich für die täglichen Fahrten, wie beispielsweise die Enkelkinder zu und von der Schule zu fahren, Einkaufen, etc. Für Fernfahrten hatten wir noch einen Hybrid. Was aber letztlich mit zweimal Versicherung + Steuer nicht zum Konzept der Verminderung der Fixkosten passte. Zudem hatte ich am Schluss nach 2 1/2 Jahren 23.000 km auf dem kleinen EV und ganze 7.000 km beim Hybrid. Beide verkauft und jetzt eben nur noch den oben erwähnten BYD Atto 3. Heute, nach einem halben Jahr und 8.000 km würde ich nicht mehr auf einen Verbrenner umsteigen wollen. Nicht nur wegen der unschlagbar niedrigen Betriebskosten. Er fährt sich als Kompromiss zwischen dem kleinen Stadtwagen und dem Hybrid verhältnismäßig sehr angenehm. Ich bin ein alter Mann. Muss zu keinen Terminen mehr hetzen und genieße es einfach nur relativ flott dahin zu cruisen. Mache gerne mal nach 2 Stunden eine Pause und lade nebenbei dass Teil wieder voll. Da verflüchtigt sich die „Reichweitenangst“ von ganz alleine. Aber wie erwähnt, mindestens neun von zehnmal lade ich Zuhause und das „for free“.
          Ganz nebenbei, viel umweltfreundlicher geht es vermutlich auch nicht. Und da ich als hauptberuflicher Rentner auch nicht mehr nach Europa fliegen muss meinen individuellen CO2 Fußabdruck massiv verkleinert und doch nichts an Lebensqualität eingebüßt. Ganz im Gegenteil.

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