BANGKOK, THAILAND – Thailand schickt in letzter Minute zwei Schlichter ins Rennen, während Kambodscha ein UN-Zwangsverfahren zum milliardenschweren Rohstoffstreit im Golf von Thailand erzwingt. Es geht um Erdgas, Öl und ein Seegebiet, das beide Länder für sich beanspruchen. Der Schritt folgt auf das einseitige Ende eines fast 25 Jahre alten Abkommens durch Bangkok und bringt die zerrüttete Nachbarschaft endgültig vor eine internationale Instanz.
Thailand schickt zwei Schwergewichte ins Rennen
Außenminister Sihasak Phuangketkeow gab am Dienstag die Namen bekannt. Thailand vertraut auf den deutschen Juristen Rüdiger Wolfrum und den südafrikanischen Seerechtsexperten Albert Hoffman.
Das Duo soll die Interessen Bangkoks im obligatorischen Schlichtungsverfahren unter dem UN-Seerechtsübereinkommen vertreten, das Kambodscha Anfang des Monats eingeleitet hat.
Kambodscha hat sein Team bereits aufgestellt
Die Gegenseite zog schon früher nach. Kambodscha benannte Außenminister Prak Sokhonn als Vertreter direkt im Verfahren. Unterstützt wird er vom Dänen Peter Taksøe-Jensen und dem französischen Akademiker Jean-Marc Thouvenin.
Beide Seiten haben ihre Karten auf den Tisch gelegt. Das Rennen um die Deutungshoheit über eines der brisantesten Seegebiete Südostasiens beginnt jetzt konkret.
30 Tage bis zur entscheidenden Weichenstellung
Die Zeit drängt. Die Schlichter müssen binnen 30 Tagen zusammentreten und einen Vorsitzenden wählen. Erst danach kann die inhaltliche Arbeit starten.
Bis eine Entscheidung fällt, bleiben die umstrittenen Grenzgebiete geschlossen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht.
Worum es wirklich geht: Gas, Öl und Milliarden
Der Zankapfel ist ein Meeresgebiet von 26.000 Quadratkilometern. Das sogenannte Overlapping Claims Area im Golf von Thailand schlummert auf einem Schatz von geschätzt 12 Billionen Kubikfuß Erdgas.
Dazu kommen große Ölmengen. Der Gesamtwert der Rohstoffe wird auf rund 300 Milliarden US-Dollar taxiert. Kein Wunder, dass keiner nachgeben will.
Eine blutige Vorgeschichte belastet die Verhandlungen
Die Lage zwischen den Nachbarn ist vergiftet. Zwei Runden schwerer Grenzzusammenstöße töteten allein im letzten Jahr fast 150 Menschen. Über 300.000 Personen wurden auf beiden Seiten vertrieben.
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Ein Waffenstillstand vom Dezember hält bis heute. Doch das jetzt erzwungene Schlichtungsverfahren zeigt, dass der Frieden brüchig bleibt und Misstrauen regiert.
Ausblick auf das Schlichtungsverfahren
Die Schlichter müssen innerhalb von 30 Tagen zusammentreten, um einen Vorsitzenden zu wählen, bevor das Verfahren beginnt. Die Grenzgebiete bleiben bis zur Entscheidung geschlossen, was eine schnelle Entspannung erschwert.
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