BANGKOK – Thailand bleibt auf der US-Währungsbeobachtungsliste, doch die Zeichen stehen auf Entwarnung. Nach dem jüngsten Bericht des US-Finanzministeriums erfüllt das Land nur noch eines von drei Belastungskriterien. Das Kasikorn Research Center rechnet daher mit einer Streichung bei der nächsten Überprüfung.
Nur noch ein Kriterium reizt die USA
In seinem Halbjahresbericht vom Juli 2026 listet das US-Treasury Thailand erneut als eine von zehn überwachten Volkswirtschaften. Die Bewertung hat sich jedoch verbessert: Der Leistungsbilanzüberschuss fiel unter die kritische Marke von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Einzig der bilaterale Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten liegt weiterhin über dem amerikanischen Referenzwert. Thailand hatte zuvor zwei der drei Prüfkriterien verletzt.
China, Japan und Deutschland bleiben auf der Liste
Neben Thailand führt das US-Finanzministerium auch China, Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur und Vietnam auf der Monitoring-Liste. Aus Europa sind Deutschland, Irland und die Schweiz vertreten.
Die Einstufung bedeutet keine sofortigen Sanktionen, signalisiert aber eine vertiefte Prüfung der Wechselkurspolitik durch Washington.
Datenbasis endet vor 2026
Der aktuelle Bericht stützt sich auf Kennzahlen bis Dezember 2025. Wirtschaftliche Entwicklungen Thailands im laufenden Jahr 2026 flossen nicht in die Analyse ein.
Das Kasikorn Research Center geht davon aus, dass der Leistungsbilanzüberschuss auch künftig unter der US-Schwelle bleibt. Sollte Thailand weiterhin höchstens ein Kriterium erfüllen, sei die Streichung von der Liste bei der nächsten Prüfung greifbar.
Deviseninterventionen gelten als marktstabilisierend
Die US-Behörde erkennt ausdrücklich an, dass Eingriffe der Bank of Thailand geordnete Marktbedingungen sichern sollen. Ein unfairer Handelsvorteil werde damit nicht bezweckt.
Damit bleibt der währungspolitische Ansatz Bangkoks in der US-Bewertung weitgehend unbeanstandet. Das Forschungsinstitut wertet dies als positives Signal.
Washington schaut jetzt genauer auf Kapitalverkehr
Der Bericht zeigt eine Akzentverschiebung: Das US-Treasury bewertet nicht mehr allein, ob eine Notenbank am Devisenmarkt eingreift. Stärkeres Gewicht erhalten Transparenz, Begründung von Interventionen und der währungspolitische Instrumentenkasten.
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Zudem nimmt das Ministerium Kapitalflusskontrollen und Regulierungen genauer unter die Lupe. Genannt werden etwa die Anhebung des Schwellenwerts für die Rückführung von Auslandseinkommen, das Verbot bestimmter Termingeschäfte mit Ausländern sowie strengere Meldepflichten für große Goldtransaktionen.
Nächste Prüfung wird zur Formsache
Das Kasikorn Research Center erwartet, dass Thailand bei der nächsten Überprüfung von der Beobachtungsliste gestrichen wird, da das Land nur noch eines der drei Kriterien erfüllt und das US-Finanzministerium die Deviseninterventionen der Bank of Thailand als marktstabilisierend anerkennt.
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Naja, ob das eine gute Nachricht ist, dass der Außenhandelsüberschuss nicht nur weniger, sondern zwischenzeitlich negativ geworden ist mag ich bezweifeln. Immerhin haben sie hier ihren relativen Wohlstand mit den Gewinnen aus dem Ausland finanziert. Das könnte sich bei einer rapide alternden Gesellschaft ohne vernünftige Ausbildung des Nachwuchses noch bitter rächen.
Aber wenn das Kasikorn Research Center das anders sieht, dann werden die wohl recht haben. Sollten sie zumindest!