BANGKOK – Ein Streit um ein paar Baht endete in einem Doppelmord. Ein Grenzpolizist soll in Soi Prachasongkhro 38 das Feuer eröffnet und zwei Motorradtaxifahrer erschossen haben, ein dritter wurde verletzt. Nachdem sich der 33-Jährige selbst der Polizei stellte, gewährte das Strafgericht nun überraschend Kaution – sehr zum Entsetzen der Hinterbliebenen.
Blutige Eskalation vor den Augen der Nachbarschaft
Auslöser war eine heftige Auseinandersetzung über die Fahrpreise der Motorradtaxis. Der Beschuldigte, S.T.O. Namthap Phakwatthana von der Grenzschutzpolizei-Einheit 21, war mit mehreren Fahrern aneinandergeraten, nachdem man sich nicht einigen konnte.
Der Streit eskalierte schnell zu einer Schlägerei, bei der Namthap schließlich eine Schusswaffe zog. Phurit (37) und Charin (48) waren tot. Ein dritter Fahrer, Kiattisak (46), überlebte verletzt.
Täter stellt sich – nur ein leises Wort der Reue
Nach der Tat suchte Namthap nicht die Flucht, sondern stellte sich den Behörden. Am 15. Juni brachten ihn Ermittler der Polizeistation Huai Khwang zum Strafgericht, wo er mit gesenktem Kopf und tief ins Gesicht gezogener Mütze erschien.
Reportern warf er nur ein knappes „Entschuldigung“ entgegen. Auf die Frage, ob die Gegenseite die Schlägerei begonnen habe, antwortete er schlicht mit einem gedrückten „Ja“ – bevor er wortlos im Polizeifahrzeug verschwand.
Schwere Anklage und Fluchtgefahr
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polizisten vorsätzlichen Mord, versuchten Mord sowie das unerlaubte Führen einer Schusswaffe in der Öffentlichkeit vor. Während der Ermittlungen bestritt Namthap sämtliche Vorwürfe.
Die Polizei beantragte zwölf Tage Untersuchungshaft bis zum 26. Juni und legte zugleich Widerspruch gegen eine Freilassung ein. Man befürchte, der Beschuldigte könne untertauchen und sich so einem späteren Prozess entziehen.
Vater bietet Millionendomizil – Ehefrauen in Tränen
Vor Gericht hinterlegte der Vater des Beamten eine Eigentumswohnung im Bezirk Makkasan als Sicherheit. Der Verkehrswert: rund eine Million Baht.
Wenig später trafen die Ehefrauen der beiden getöteten Männer am Gericht ein und legten persönlich Protest ein. Ihre Gesichter waren von Schmerz und Wut gezeichnet, als sie gegen die Kaution Stellung bezogen.
Gericht zeigt sich gnädig und verfügt strenge Regeln
Die Richter sahen dennoch keine akute Fluchtgefahr: Namthap sei fest angestellt, habe einen Wohnsitz und habe sich selbst gestellt. Sie bewilligten die vorläufige Freilassung gegen eine Kaution von 500.000 Baht.
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Das Gericht verhängte klare Auflagen: Der Grenzpolizist darf keinerlei Beweismittel beeinflussen, das Land nicht ohne richterliche Genehmigung verlassen, keinerlei Kontakt zu den Angehörigen der Opfer aufnehmen und vor allem keine Schusswaffen mehr tragen.



Völlig absurd und unverständlich. Bei Verdacht auf Mord Freilassung auf Kaution… .
Thailand ist so friedlich und lächeln immer, ICH muss 🤣🤣. In Thailand kommen durch Gewalt mit Waffen mehr Menschen ums Leben als in den USA.
Ehrlich? Ich dachte immer, das wäre die Wahrheit:
In den USA kommen durch Gewalt mit Waffen sowohl absolut als auch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl deutlich mehr Menschen ums Leben als in Thailand.Statistischer Vergleich (pro 100.000 Einwohner):USA:
Die Rate der Todesfälle durch Schusswaffen (inklusive Morde, Unfälle und Suizide) liegt bei über 10 bis 14 pro 100.000 Personen. Jährlich sterben dort oft über 40.000 Menschen durch Waffengewalt. Der Commonwealth Fund weist auf sehr hohe Raten hin, die untypisch für Industrieländer sind.
Thailand: Die Rate der durch Schusswaffen verursachten Tötungsdelikte ist deutlich geringer. Sie schwankt Schätzungen zufolge zwischen 2 und 3,5 pro 100.000 Personen.
Nicht jeder EXPAT ist auch EXPERTE!
Das ist eben die gefühlte Wahrheit für so manchen Expat. Neudeutsch: Alternative Fakten. Übrigens in Deutschland liegt die Quote bei 0,05 bis 0,08 pro 100.000/Jahr. Und um den sogenannten Alternativen zuvor zu kommen. Getötet/Ermordet mit oder ohne Schusswaffen werden rund 0,3 bis 0,4.
Die Behauptung ist eindeutig falsch. Hier die Fakten zusammengefasst:
Laut Pew Research starben 2024 in den USA rund 44.447 Menschen durch Waffengewalt (davon ~15.400 Tötungsdelikte, ~27.600 Suizide). In Thailand lag die Zahl der jährlichen Waffentoten nach TDRI-Daten bei etwa 2.804. Selbst pro Kopf hat die USA mit rund 13,3 pro 100.000 Einwohnern eine deutlich höhere Rate als Thailand mit 3,9 pro 100.000. Verwirrung könnte ein alter DW-Artikel von 2016 stiften, der für 2013 eine höhere Tötungsrate in Thailand auswies – diese Daten sind aber überholt und bezogen sich zudem nur auf einen engeren Teilbereich (gewaltsame Tötungen ohne Suizide). Aktuell liegen die USA in absoluten Zahlen wie auch pro Kopf weit vor Thailand.
Ich denke, normalerweise haette man den Polizisten einlochen sollen und nicht auf Kaution frei rum laufen lassen. Sollte er diese Freiheit zur Flucht benutzen, dann waere bei der Polizei aber die
[entfernt] am dampfen.
Man wird diesen Fall wohl als Notwehr bearbeiten????
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