Nakhon Pathom, Thailand – Ein einst hochangesehener Abt steht nun vor dem Ruin: Wegen eines gigantischen Tempel-Betrugsskandals wurde der 70-Jährige zu 50 Jahren Haft verurteilt. Über zwei Milliarden Baht sollen veruntreut worden sein – ein Fall, der landesweit für Empörung sorgt.
Abt zu 50 Jahren Haft verurteilt
Das Zentrale Strafgericht für Korruption und Fehlverhalten sprach den ehemaligen Abt von Wat Rai Khing, Yaem Ingkrungkao, schuldig. Der 70-Jährige muss für insgesamt 50 Jahre ins Gefängnis.
Er wurde wegen Amtsmissbrauchs und Veruntreuung verurteilt. Als ranghoher Mönch galt er rechtlich als Staatsbeamter – entsprechend hart fiel das Urteil aus.
Milliarden aus Tempelkasse verschwunden
Im Zentrum des Skandals stehen mehr als zwei Milliarden Baht an Tempelgeldern. Diese sollen systematisch auf private Konten umgeleitet worden sein.
Ermittler fanden heraus, dass große Summen vom Tempelkonto zunächst auf das Konto des Abtes und anschließend weitertransferiert wurden. Ein Teil des Geldes floss offenbar in Online-Glücksspiele.
Komplizen erhalten ebenfalls Haftstrafen
Neben dem Ex-Abt wurden vier weitere Personen verurteilt. Darunter eine Frau namens Aranyawan, ein ehemaliger Mönch sowie ein Ehepaar, das bei Tempelveranstaltungen tätig war.
Sie erhielten jeweils acht Jahre Haft, da sie dem Abt bei den Machenschaften geholfen haben sollen. Alle vier haben bereits angekündigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Ermittlungen nach Hinweis gestartet
Der Fall kam im Mai 2025 ins Rollen, nachdem Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Polizei eingingen. Ermittler beobachteten den Tempel über acht Monate hinweg.
Am 15. Mai stellte sich der Abt schließlich selbst den Behörden. Noch am selben Tag wurde er aus dem Mönchsstand entlassen und kurz darauf in Untersuchungshaft genommen.
Netzwerk aus Vertrauten im Fokus
Besonders brisant: Auch enge Vertraute des Abtes waren offenbar in das System eingebunden. Ein ehemaliger Mönch soll direkt Geld an die Hauptverdächtige überwiesen haben.
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Das verurteilte Ehepaar war für Standgebühren bei Tempelfesten zuständig und soll ebenfalls Gelder weitergeleitet haben. Die Ermittler sprechen von einem eingespielten Netzwerk.
Teil einer Serie von Tempel-Skandalen
Der Fall ist kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren erschütterten mehrere Skandale rund um hochrangige Mönche das Vertrauen in religiöse Institutionen in Thailand.
Immer wieder ging es um Korruption, Luxusleben und Missbrauch von Spendengeldern. Der aktuelle Fall zählt zu den größten bislang bekannten.
Deine Meinung
Wie siehst du solche Skandale rund um religiöse Einrichtungen – ist das ein Einzelfall oder ein tiefer liegendes Problem im System? Und wie sollte der Staat deiner Meinung nach reagieren?
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