Thailands Tourismus wird 2026 laut der Universität der Thai-Handelskammer nur rund 31,5 Millionen ausländische Gäste zählen. Das sind 4 Prozent weniger als im Vorjahr und unter dem bisherigen Ziel von 32 bis 34 Millionen. Die Branche hofft für 2027 auf eine Erholung, doch dafür müssen Flüge, Visa und Grenzen besser werden.
31,5 Millionen Gäste statt 32 bis 34 Millionen
Der Rektor der Universität, Thanawat Polwichai, sieht die Branche auch 2026 im harten Wettbewerb und bei der Erholung vor Herausforderungen. Erwartet werden rund 31,5 Millionen ausländische Einreisen, 4 Prozent weniger als im Vorjahr und unter dem alten Ziel.
Als Gründe nennt er den Konflikt im Nahen Osten, schwankende Ölpreise und höhere Reisekosten. Dazu kommt die Konkurrenz aus dem Ausland. Vietnam punktet mit günstigen Preisen, neue Reiseziele locken Urlauber an, und China und Japan werden wettbewerbsfähiger.
Zu wenige Flüge, unklare Visa und Probleme an den Grenzen
Eine Umfrage unter Tourismusunternehmern zeigt laut Universität klare Schwachstellen. Genannt werden zu wenige Flüge und Sitzplätze, unklare Visaregeln, Probleme an den Grenzübergängen und hohe Kosten für Reisende.
Auch das Sicherheitsimage leidet. Berichte über Kriminalität und Betrugsbanden schaden dem Vertrauen ausländischer Gäste, besonders auf dem chinesischen Markt, der sich noch nicht vollständig erholt hat.
Vietnam schnappt Gäste weg
Russische Urlauber kommen kaum noch häufiger nach Thailand, ihre Zahl bleibt mit minus 0,1 Prozent praktisch gleich. Nach Vietnam reisen dagegen 160 Prozent mehr Russen, dank 45-Tage-Visum und mehr Direktflügen. Auch Malaysier und Inder zieht es lieber dorthin.
Die Zahl der Südkoreaner in Thailand fiel um 25,4 Prozent. Wegen hoher Treibstoffzuschläge sind Langstreckenflüge nach Thailand 2,4-mal teurer als Kurzstreckenflüge nach Japan. Der schwache Yen macht Japan zusätzlich attraktiv.
Jeder Zweite sieht Thailand im Rückstand
59,1 Prozent der Unternehmer meinen, Thailand liege hinter den Rivalen der Region zurück. 52,2 Prozent sagen aber auch, die Wettbewerbsfähigkeit sei besser als vor drei Jahren. Über 60 Prozent rechnen erst 2031 oder später wieder mit dem Vorkrisenrekord von 40 Millionen Gästen.
Wichian Kaewsombat, Direktor des Trade Strategy Institute, warnt: Ohne zusätzliche Direktflüge und bessere Preisleistung drohe Thailand, diese Märkte langfristig zu verlieren.
Malaysia, Indien, China: Jeder Markt hat sein Problem
Aus Malaysia kamen über 500.000 Gäste weniger (minus 15,2 Prozent). Gründe sind Verzögerungen am neuen Grenzübergang Sadao, die noch nicht überwundene Flut in Hat Yai und Sicherheitswarnungen nach Vorfällen an der Südgrenze.
Indiens Visaregeln wechselten ständig: erst 15 statt 60 Tage Aufenthalt, dann 30 Tage. Das sorgte für Verwirrung und rund 20 Prozent Stornierungen. Aus China kommen 15,2 Prozent mehr Gäste, allerdings von niedrigem Niveau. Betrügermeldungen und Warnungen der chinesischen Botschaft bremsen die Erholung.
Das fordert die Branche
Über 50 Prozent der Unternehmer verlangen vom Staat mehr Flugsitze und Charterflüge, eine Lösung für Sadao und stabile Visaregeln. Außerdem soll hart gegen Graugeld und Strohmann-Firmen vorgegangen werden.
Nach Meinung der Branche muss Thailand das Reisen einfacher machen, Direktflüge sichern und das Vertrauen in die Sicherheit zurückgewinnen, um Marktanteile zu halten.
Fast die Hälfte sieht äußere Gründe
Befragt wurden 368 Tourismusunternehmen, 63 Prozent davon Hotels und Restaurants. Diese Betriebe verdienen mindestens 25 Prozent ihres Umsatzes mit Touristen. Im ersten Monat dieses Jahres sank die Zahl der Besucher um 4,5 Prozent, die Ausgaben pro Person und Reise stiegen aber um 1,8 Prozent.
48 Prozent der Befragten machen Faktoren verantwortlich, die sich nicht kontrollieren lassen. 25 Prozent sehen die Ursache dagegen in Schwächen im eigenen Land, etwa bei Flügen, Grenzen, Visa und Sicherheit.
China bleibt Hoffnungsmarkt, Energiepreise sind das größte Risiko
43 Prozent der Unternehmer setzen vor allem auf China. Dahinter folgen Asean sowie Indien und Südasien mit 26 Prozent und Europa mit 16 Prozent.
Als größtes Risiko für 2027 nennen die Unternehmer hohe Energiepreise wegen der Spannungen im Nahen Osten. Am dringendsten fordern sie vom Staat mehr Direktflüge und Lösungen für die Probleme an den Grenzübergängen, das nennen 42 Prozent.
2027 soll die Zahl der Gäste wieder auf 34 Millionen steigen
Für 2027 peilt die Universität rund 34 Millionen ausländische Gäste an. Sie sollen etwa 1,6 Billionen Baht einbringen, ein Plus von rund 7,5 Prozent. Grund für den Optimismus sind eine bessere Weltwirtschaft und möglicherweise sinkende Ölpreise.
Entscheidend ist laut Universität, wie viel Regierung und Wirtschaft an den strukturellen Problemen tatsächlich ändern. Gesamtwirtschaftlich rechnet die Universität 2026 mit rund 2,5 Prozent Wachstum. Die Exporte wachsen dank Elektronik, doch das Handelsdefizit liegt wegen hoher Maschinenimporte über einer Billion Baht, und die Haushaltsschulden bleiben eine Belastung.
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