BANGKOK – Die thailändische Regierung macht ernst mit der Abschiebung krimineller Ausländer. Premierminister Anutin Charnvirakul hat eine Straffung der Gesetze angeordnet, um langwierige Verfahren zu beenden und verurteilte Straftäter deutlich schneller außer Landes zu bringen.
Kabinett gibt grünes Licht für härteres Durchgreifen
Regierungssprecherin Ratchada Thanadirek kündigte die geplanten Änderungen am Einwanderungsgesetz und den zugehörigen Vorschriften nach einer Kabinettssitzung am Dienstag an. Das Ziel: Schlupflöcher stopfen, die es verurteilten Kriminellen bisher ermöglichen, im Land zu bleiben.
Premierminister Anutin sprach das Thema vor dem Hintergrund anhaltender Erfolge gegen grenzüberschreitende Kriminalität an. Dazu zählen Callcenter-Betrugsnetzwerke, illegale Strohmann-Geschäfte und andere Verstöße mit ausländischer Beteiligung.
Anutin nennt langwierige Verfahren einen „Engpass“
Der Premier fand deutliche Worte für die aktuelle Misere. Selbst nach Festnahmen und Strafverfolgungen blieben die Abschiebeprozeduren, Berufungen und die rechtliche Abwicklung ein massiver „Engpass“, zitierte Ratchada den Regierungschef.
Deshalb hat Anutin seinen Stellvertreter Pakorn Nilprapunt, das Einwanderungsbüro der Königlich Thailändischen Polizei und das Innenministerium angewiesen, gemeinsam Gesetzesänderungen zu prüfen. Die Reform soll den gesamten Abschiebeprozess straffen und beschleunigen.
Bürokratie-Hürden untergraben die Durchsetzung
Nach den aktuellen Bestimmungen des Einwanderungsgesetzes von 1979 dürfen Beamte Ausländer bereits abschieben, wenn sie ihre Aufenthaltsdauer überschreiten oder Straftaten begehen. In der Praxis scheitert eine zügige Umsetzung jedoch oft an Berufungen, Dokumentationspflichten und schlechter Koordination zwischen den Behörden.
Die jüngsten Razzien gegen Betrugssyndikate und illegale Geschäftsmodelle hatten die Sorge verstärkt, dass träge bürokratische und rechtliche Hürden eine konsequente Strafverfolgung unterlaufen. Genau hier setzen die Reformen nun an.
Thailand bleibt offen – aber nicht für Kriminelle
Ratchada betonte, dass die neuen Maßnahmen nationale Sicherheit, öffentliches Interesse und internationale Verpflichtungen Thailands in Einklang bringen müssen. Die Botschaft des Premiers sei in dieser Hinsicht unmissverständlich.
Anutin selbst bekräftigte Thailands offene Haltung gegenüber rechtmäßigen Besuchern: „Wir heißen ausländische Staatsangehörige willkommen, die zu touristischen Zwecken, für Investitionen und rechtmäßige Geschäfte kommen.“
Kurzer Prozess für Gesetzesbrecher
Wer sich dagegen nicht an die Regeln hält, muss mit der vollen Härte des Staates rechnen. „Diejenigen jedoch, die unsere Gesetze verletzen, werden mit einer strengen Durchsetzung und einer schnellen Entfernung aus dem Königreich konfrontiert“, stellte der Premierminister klar.
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Die geplante Gesetzesverschärfung reiht sich in frühere Signale der Regierung ein, die Einwanderungskontrollen und Visa-Bestimmungen deutlich zu verschärfen. Nun werden konkrete Änderungen geprüft und vorgeschlagen.



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