BANGKOK – Der stellvertretende Premierminister und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas will das Land innerhalb von 12 bis 15 Jahren in die Gruppe der Länder mit hohem Einkommen führen. Dafür soll das potenzielle Wirtschaftswachstum über 3 Prozent steigen, während Thailand seine Abhängigkeit von traditionellen Industrien zugunsten von Hochtechnologie verringert.
Regierung setzt Ziel für hohes Einkommen
Unter Eknitis Roadmap soll das potenzielle Wachstum des Bruttoinlandsprodukts während der vierjährigen Amtszeit der Regierung von derzeit 2,8 bis 2,9 Prozent auf mehr als 3 Prozent steigen. Der stellvertretende Premierminister und Finanzminister stellte die Ziele am Dienstag beim jährlichen Symposium des Fiscal Policy Office 2026 vor.
Ekniti erklärte, konkrete Ziele seien nötig, damit Staat, Unternehmen und andere Bereiche gemeinsam vorankommen. Ein bloßes Versprechen, die Wirtschaft „nachhaltig“ oder „qualitativ“ wachsen zu lassen, bleibe ohne klare Vorgaben unkonkret.
Mehr Investitionen und ein Platz unter den Top 20
Die gesamten öffentlichen und privaten Investitionen sollen von derzeit 23 Prozent auf 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Das Geld soll in moderne Infrastruktur und die Ausbildung von Arbeitskräften fließen.
Auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit soll zulegen. Thailand liegt derzeit auf Rang 26 und soll nach den Bewertungen des International Institute for Management Development und des World Economic Forum unter die 20 wettbewerbsfähigsten Länder der Welt kommen.
Traditionelle Industrien verlieren an Gewicht
Die geopolitische Fragmentierung positioniert Thailand nach Darstellung des Finanzministers als attraktiven, neutralen Handels- und Investitionsstandort.
Gleichzeitig stütze sich die heimische Wirtschaft noch stark auf frühere Kapitalinvestitionen. Dazu zählen die traditionelle Automobilmontage und die petrochemische Industrie, die nach dem Plaza-Abkommen von 1985 aufgebaut wurden, sowie Entwicklungen im Eastern Economic Corridor.
Schwerpunkt auf KI, Chips und Elektrofahrzeuge
Die Regierung will stattdessen Industrien mit höherem Wertschöpfungsanteil ausbauen. Genannt werden künstliche Intelligenz, optische Transceiver und besonders große Rechenzentren.
Weitere Schwerpunkte sind die Halbleiterproduktion, Elektrofahrzeuge und Industrieroboter. Nach den neuen Regeln des Board of Investment sollen ausländische Investoren nur dann Anreize erhalten, wenn sie Technologie nach Thailand transferieren und Waren aus heimischen Lieferketten beziehen.
Fünf Leitlinien für die Finanzpolitik
Das Finanzministerium will öffentliche Ausgaben neu ordnen und pauschale Geldzahlungen durch gezielte Programme zum Aufbau von Fähigkeiten ersetzen. Gegen externe Schocks soll eine schnellere Einbindung sauberer Energie helfen, unter anderem durch direkte Stromabnahmeverträge.
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Weitere Punkte sind moderne Umschulungsangebote über die Plattform Skill Bridge, neue Infrastruktur, eine digitale Steuerverwaltung und eine digitalere Haushaltsverteilung. Öffentlich-private Partnerschaften und spezielle Infrastrukturfonds sollen privates Kapital mobilisieren und den Druck auf den Staatshaushalt mindern und die Grenzen für die öffentliche Verschuldung einhalten.
Staat und Privatwirtschaft sollen gemeinsam handeln
Ekniti forderte ein abgestimmtes Vorgehen von öffentlichem und privatem Sektor. Wer heute nicht vorbeuge, riskiere nach seiner Darstellung eine wirtschaftliche Stagnation.
Damit soll Thailand den angestrebten Wandel zu einer technologieorientierten Wirtschaft einleiten.
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