THAILAND – Groß angekündigt, groß versprochen, am Ende oft nur Papier: Thailands Megaprojekte sollten das Land nach vorn bringen, doch viele scheiterten an Kosten, Politik, Umwelt und Machbarkeit. Mehrere Vorhaben wurden geplant, diskutiert und mit Studien untermauert – gebaut wurde am Ende aber nicht einmal der erste Pfahl.
Millionenpläne mit großem Bauchweh
Fast jede thailändische Regierung setzte auf riesige Investitionsprojekte. Sie wurden als Wirtschaftsmotoren verkauft und sollten auch ausländische Investoren anziehen.
Genannt werden vor allem der 2-Billionen-Baht-Plan der Yingluck-Regierung, der Eastern Economic Corridor unter Prayut und das Land-Bridge-Projekt unter Srettha. Doch viele dieser Vorhaben blieben an den Hürden hängen, die sie selbst mitgebracht haben: hohe Kosten, Kritik an der Umwelt und Zweifel an der Transparenz.
Dawei: Vom Schlüsselprojekt zum Rückzug
Die Sonderwirtschaftszone Dawei in Myanmars Tanintharyi-Region begann 2008, als Italian-Thai Development Plc. eine Konzession erhielt. Später wurde das Projekt zum strategischen Vorhaben hochgestuft und als Tiefseehafen mit Industriegebiet in Südostasien geplant.
Thailand wollte Dawei als Tor zwischen Indischem Ozean und Südchinesischem Meer entwickeln, ohne die Straße von Malakka zu nutzen. Doch die politische Instabilität in Myanmar bremste das Projekt immer wieder aus, Thailand und Japan zogen sich schließlich zurück.
Die Schnellbahn nach Chiang Mai bleibt liegen
Auch die Hochgeschwindigkeitsbahn Bangkok-Chiang Mai kam nicht ans Ziel. Die Strecke mit 668 Kilometern wurde gemeinsam mit dem thailändischen Verkehrsministerium und Japans Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus entwickelt und sollte 12 Stationen erhalten.
Die Kosten wurden 2017 auf 276,226 Milliarden Baht geschätzt, später auf 261,754 Milliarden Baht reduziert. Trotzdem ordnete Verkehrsminister Suriya Jungrungreangkit unter der Pheu Thai-geführten Regierung an, das Projekt auf unbestimmte Zeit zu verschieben; Japan war nicht bereit, nach dem thailändischen Vorschlag mitzuzahlen.
Eine Brücke als Wohlstandsversprechen
Das Thai Bridge Projekt kam während der Covid-19-Periode von Pailin Chuchottaworn. Geplant war eine Brücke von 80 bis 100 Kilometern Länge, die das EEC-Gebiet mit der westlichen Golfküste und dem oberen Süden verbinden sollte.
Die Idee wurde dem Kabinett zur Kenntnis gebracht, und eine vorläufige Vor-Machbarkeitsstudie wurde genehmigt. Doch am Ende ging das Projekt nicht in die Praxis über und wurde auch nicht als konkrete Politik weitergeführt.
Pak Bara: Widerstand am Meer
Das Tiefseehafenprojekt Pak Bara in Satun galt 2017 als Schlüsselvorhaben für die Südwirtschaft. Es sollte die Andamanenküste zu einem internationalen Handelsportal machen und Exporten sowie Importen dienen.
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Doch der Widerstand vor Ort war massiv. Gemeinden und Umweltschützer warnten vor Schäden am marinen Ökosystem von Satun; betroffen wären auch Tarutao-Nationalpark, Mu Ko Phetra-Nationalpark und der Jabang Channel.
Projekt gestoppt, aber nicht endgültig begraben
Auch der Pak-Bara-Strand spielt eine Rolle: Er ist ein wichtiger Anleger für Boote nach Ko Lipe und Teil eines Küstenfischereischutzgebiets. Genau deshalb stellten Einwohner die Frage, ob der Preis für ein großes Industrieprojekt zu hoch wäre. Wegen des starken sozialen Drucks legte die Regierung das Vorhaben zurück, um Konflikte zu entschärfen. Der Tiefseehafen gilt weiter als verzögert und in Überprüfung, ein Baubeginn ist bis heute nicht erfolgt.
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Ich erinnere mich das vor einigen Jahren auch eine Mondlandung ein Thema war….und vor nicht allzu langer Zeit ein F1 Rennen in Bangkok…..weitere aufzählungen könnten ein A4 Blatt füllen…