BANGKOK – Die meisten Hotelbetreiber rechnen im dritten Quartal 2026 mit weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Besonders unter Druck stehen Hotels mit drei Sternen oder weniger sowie Häuser im Süden, wo sinkende Besucherzahlen und ein harter Preiskampf die Einnahmen belasten. Hoffnung setzt die Branche auf das geplante Inlandsreiseprogramm Thai Tiew Thai Plus.
Hotels im Süden spüren den Preiskampf
Hotels mit drei Sternen oder weniger erwarten den stärksten Umsatzrückgang. Im Süden ist die Lage angespannter als in anderen Regionen, weil dort weniger Besucher kommen und Hotels aller Kategorien ihre Preise stark umkämpfen.
Rund ein Viertel der befragten Häuser, vor allem Hotels mit vier Sternen oder mehr, rechnet allerdings mit einem höheren Umsatz als im dritten Quartal 2025. Einige höher eingestufte Hotels locken Gäste mit Rabatten, andere können wegen besonderer Angebote ihre Zimmerpreise erhöhen, ohne Stammkunden zu verlieren.
117 Betriebe geben eine klare Prognose ab
Die Zahlen stammen aus dem Unterkunfts-Geschäftsklimaindex für Juli 2026. Die Thai Hotels Association und die Bank of Thailand befragten dafür vom 14. bis 31. Juli insgesamt 117 Beherbergungsbetriebe.
Die Mehrheit erwartete für das dritte Quartal einen Umsatz unter dem Vorjahresniveau. Nach Einschätzung des Verbandspräsidenten Thienprasit Chaiyapatranun rechnet etwa die Hälfte der Hotels in jeder Sterneklasse mit einem niedrigeren durchschnittlichen Tagespreis.
Zimmerpreise in allen Kategorien unter Druck
Laut Verband erwartet in allen Hotelklassen etwa die Hälfte der Hotels sinkende Preise. Im Süden zeigt sich die Entwicklung besonders deutlich, weil der Wettbewerb dort im Vergleich zum Vorjahr weiter zugenommen hat.
Einige höher eingestufte Hotels versuchen, mit Sonderpreisen Gäste zu gewinnen. Hotels mit eigenen Stärken und besonderen Dienstleistungen melden dagegen, dass sie ihre Preise anheben können, ohne ihre bestehende Kundschaft zu verlieren.
Auslastung steigt im Juli auf 59 Prozent
Die durchschnittliche Auslastung der Hotels in Thailand lag im Juli bei 59 Prozent. Damit stieg sie gegenüber Juni in allen Hotelkategorien und Regionen, auch wegen Schulferien in mehreren ausländischen Märkten.
Für August erwarten die Häuser im Schnitt nur 56 Prozent Auslastung. Das wäre weniger als im August 2025.
Zentralthailand führt, der Süden bleibt Schlusslicht
Die höchste Auslastung meldete im Juli die Zentralregion mit 68 Prozent nach 65 Prozent im Juni. Im Osten stieg der Wert von 53 auf 60 Prozent.
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Im Norden nahm die Auslastung deutlich von 37 auf 53 Prozent zu. Der Süden blieb mit 49 Prozent die schwächste Region, verbesserte sich aber gegenüber den 42 Prozent im Juni.
Hotels verlangen Hilfe bei Kosten und Steuern
Die Branche fordert Maßnahmen für mehr Inlandsreisen, vor allem in der Nebensaison. Gewünscht sind Veranstaltungen wie Roadshows und Konzerte, mehr Direktflüge aus aussichtsreichen Märkten sowie Schritte gegen übermäßig hohe Flugpreise.
Die Betreiber verlangen außerdem niedrigere Energiekosten und geringere staatliche Gebühren. Steuererleichterungen bei Körperschaftsteuer, Einkommensteuer und immobilienbezogenen Steuern sollen die Betriebe zusätzlich entlasten.
Günstige Kredite und bessere Ausbildung gefordert
Für Renovierungen und Modernisierungen wünschen sich die Hotels zinsgünstige Darlehen. Damit soll die Liquidität der Unternehmen verbessert werden.
Vorgeschlagen wurden auch lokale Ausbildungszentren für Beschäftigte im Gastgewerbe. Der Verband will die Suche nach qualifizierten Kräften mit Sprach-, Kundenservice- und Kochkenntnissen stärker fördern.
Mehr Sicherheit und bessere Gesundheitsinfrastruktur vor Ort
Die Hotels erwarten Maßnahmen, die das Vertrauen der Besucher in ihre Sicherheit stärken. Auch die Infrastruktur des öffentlichen Gesundheitswesens in den Gemeinden soll verbessert werden.
Nach Ansicht der Betreiber könnten leistungsfähigere Einrichtungen eine Überlastung der Krankenhäuser verhindern. Die Forderungen gehören zu den fünf Bereichen, in denen die Branche Unterstützung von der Regierung verlangt.
18,5 Millionen ausländische Besucher bis Juli
Thailand zählte in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 insgesamt 18,5 Millionen internationale Besucher. Das Ministerium für Tourismus und Sport will das Land in der zweiten Jahreshälfte als hochwertige und nachhaltige Destination positionieren.
Unter dem Motto „Tourism for All, Tourism for the Future“ soll künftig stärker auf hochwertige Besucher und höhere Tourismuseinnahmen gesetzt werden, statt vor allem die Zahl der Ankünfte zu steigern. Die Hotelbranche erwartet weitere Besucher durch die Sommerferien in China und Südkorea, die bis Ende August dauern.
Thai Tiew Thai Plus soll ab Oktober den Inlandstourismus stärken
Die Thai Hotels Association setzt auf die Regierungsstrategie und das Programm Thai Tiew Thai Plus. Es soll Reisen innerhalb Thailands ankurbeln und Einnahmen für Hotels, Restaurants, Dienstleister und andere Tourismusbetriebe schaffen.
Nach den Vorstellungen der Branche sollen auch Nebenstädte und weitere Reiseziele profitieren. Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul nannte den 1. Oktober als vorläufigen Starttermin.
Coupons im Wert von 1.000 Baht geplant
Das Finanzministerium will das Programm an die Initiative „Thais Help Thais Plus 60/40“ anlehnen, die im September auslaufen soll. Die Finanzierung soll über ein Notkreditgesetz erfolgen, um thailändische Unternehmen in der Wirtschaftskrise zu unterstützen.
Nach dem derzeitigen Vorschlag würden Teilnehmer Gutscheine im Wert von jeweils 1.000 Baht erhalten. Die Gutscheine sollen bei verschiedenen Dienstleistungsbetrieben gelten und über die Pao-Tang-App der Krungthai Bank ausgegeben werden; pro Person wären bis zu fünf Ansprüche möglich.
Start hängt von den Systemen des Finanzministeriums ab
Das Finanzministerium arbeitet weiter am Finanzierungs- und Betriebsmodell für Thai Tiew Thai Plus. Das Programm kann laut Surasak erst beginnen, wenn die technischen Systeme im Hintergrund und die Registrierung vollständig bereitstehen.
Damit sollen Engpässe, komplizierte Anmeldungen und Verwirrung in der Bevölkerung verhindert werden, wie sie bei früheren Regierungsprogrammen aufgetreten waren.
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