Thaksin-Neffe involviert? Gigantischer Chip-Schmuggel über Bangkok

Milliardenschwerer Halbleiter-Schmuggel nach China! Eine Firma aus dem Umfeld von Thaksins Neffen soll Exportverbote für Nvidia-Chips umgangen haben. Jetzt greift die US-Justiz knallhart durch.

Thaksin-Neffe involviert? Gigantischer Chip-Schmuggel über Bangkok
Photo by Andrey Matveev on Unsplash

Bangkok, Thailand – Ein Unternehmen mit Verbindung zu Thailands nationaler KI-Initiative steht im Verdacht, beim Schmuggel von Servern mit Nvidia-Chips nach China geholfen zu haben. Im Raum stehen Lieferungen im Wert von mindestens 2,5 Milliarden US-Dollar. OBON wird mit Siam.AI und dessen Chef Ratanaphon Wongnapachant in Verbindung gebracht.

OBON im Fokus der Ermittlungen

Nach einem Bericht von Bloomberg News soll das in Bangkok ansässige Unternehmen OBON als Vermittler bei dem Geschäft aufgetreten sein. US-Staatsanwälte bezeichnen die Firma in ihrer Anklageschrift als „Company-1“.

Alibaba Group Holding gehörte dem Bericht zufolge zu den Endkunden für die von Super Micro Computer Inc. hergestellten Server. Gegen den Super-Micro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw liegt bereits eine Anklage vor, weil er mit OBON und Maklern zusammengearbeitet haben soll, um Exportkontrollen zu umgehen.

Verbindung zu Siam.AI und Thaksin

OBON wurde mit Thailands souveräner KI-Initiative Siam.AI in Verbindung gebracht. Dessen Chef Ratanaphon Wongnapachant ist ein Neffe des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra.

Ratanaphon sagte, er habe OBON verlassen, als er Siam.AI gründete, und könne sich zu den US-Verdächtigungen gegen OBON nicht äußern. Zugleich betonte er: „Siam.AI imports GPUs for our own use.“

Was die Beteiligten sagen

Eine mit den Abläufen von Siam.AI vertraute Person sagte, OBON sei einer von mehreren Lieferanten gewesen, von denen das Unternehmen KI-Server in Thailand bezogen habe. Nvidia erklärte, man erwarte von seinen Partnern die Einhaltung strenger Vorschriften auf jeder Ebene und arbeite weiter mit der Regierung zusammen, um die Regeln durchzusetzen.

Alibaba wies jede Beteiligung zurück und teilte Reuters mit, dass es keine Geschäftsbeziehungen mit Super Micro, OBON oder den in der Anklageschrift genannten Drittmaklern habe. Außerdem seien verbotene Nvidia-Chips niemals in seinen Rechenzentren verwendet worden.

US-Exportregeln und Super-Micro-Klage

Die US-Behörden hatten 2022 den Export von High-End-Chips von Nvidia nach China verboten, weil sie eine militärische Nutzung befürchteten. Im Januar 2026 genehmigten die USA unter bestimmten Bedingungen den Verkauf von Nvidias zweitstärksten H200-Chips.

Super-Micro-Aktionäre verklagten den Serverhersteller aus dem Silicon Valley im März wegen Wertpapierbetrugs. Sie werfen ihm vor, die Abhängigkeit von Verkäufen nach China verschwiegen zu haben, die gegen US-Exportgesetze verstoßen haben sollen.

Milliardenbewegung über Monate

In der Anklageschrift behaupten US-Staatsanwälte, dass US-KI-Technologie im Wert von mindestens 2,5 Milliarden US-Dollar bewegt wurde. Mehr als 500 Millionen US-Dollar davon sollen zwischen April und Mitte Mai 2025 versandt worden sein. Super Micro reagierte nicht sofort auf Anfragen von Reuters. OBON war ebenfalls nicht sofort erreichbar.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

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