PHUKET, THAILAND – Das Innenministerium untersucht in Phuket ein Netzwerk aus mehr als 100 Unternehmen, die als Strohmänner-Strukturen für Ausländer gedient haben sollen. Die geprüften Geschäfte sollen im vergangenen Jahr Einnahmen von mehr als 5 Milliarden Baht erzielt haben. Im Mittelpunkt stehen Geldflüsse, die Herkunft des Kapitals und die Frage, wie betroffene Ausländer die thailändische Staatsangehörigkeit erhielten.
Mehr als 100 Firmen im Visier
Der stellvertretende Innenminister Phonphi Suwanchawi teilte am 7. August 2026 im Regierungshaus mit, dass die Ermittlungen nach einer Kontrolle in Phuket ausgeweitet worden seien. Nach bisherigen Erkenntnissen stehen mehr als 100 Unternehmen mit dem vermuteten Netzwerk in Verbindung.
Im Verdacht stehen thailändische Anteilseigner, die tatsächlich ausländisches Kapital oder ausländische Geschäftsinteressen vertreten haben könnten. Genannt wurden auch israelische Staatsbürger, die die thailändische Staatsangehörigkeit besitzen.
Mietwagen und „Null-Dollar“-Touren geprüft
Die betroffenen Unternehmen sollen in verschiedenen Bereichen tätig sein. Dazu zählen Mietwagengeschäfte, Dienstleistungen für Reiseveranstalter und möglicherweise auch sogenannte „Null-Dollar“-Touren.
Die Behörden wollen die Untersuchung auf weitere touristische Inseln und Unterkünfte in anderen Regionen Thailands ausdehnen. Auch Unternehmen aus dem Bildungsbereich werden geprüft, bei denen eine ähnliche Beteiligung für kanadische Staatsbürger vermutet wird.
Behörden verfolgen die Geldflüsse
Phonphi wies die Provinzverwaltung an, die Herkunft des Kapitals und die Wege der Gelder zu untersuchen. Dabei soll geklärt werden, ob thailändische Anteilseigner eigenes Geld eingesetzt haben oder ob das Kapital aus dem Ausland stammt.
Das Innenministerium arbeitet dabei mit der Provinzverwaltung und dem Justizministerium zusammen. Neben den Finanzströmen sollen auch die beteiligten Unternehmer, die Aktienregistrierungen und die Herkunft der Grundstücke, die die Betroffenen besitzen, geprüft werden.
Staatsangehörigkeit kommt auf den Prüfstand
Die Provinzverwaltung soll die Anträge auf thailändische Staatsangehörigkeit und die dafür vorgelegten Dokumente erneut kontrollieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Einbürgerung rechtmäßig erfolgte oder zur Umgehung von Geschäftsregeln genutzt wurde.
Phonphi kündigte an, gegen Personen mit thailändischer Staatsangehörigkeit vorzugehen, falls sie illegale Geschäfte betrieben oder ihre Registrierung rechtswidrig erlangt hätten. Die zuständigen Behörden sollen die Fälle nach den geltenden Gesetzen verfolgen.
Wortgefecht in Patong löste Ausweitung aus
Auslöser der verschärften Prüfung war eine Inspektion im Zentrum Chabad im Tambon Patong, Amphoe Kathu, am 25. Juli. Dort kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem stellvertretenden Innenminister und israelischen Staatsbürgern.
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Nach dem Besuch wurden die Ermittlungen auf weitere Unternehmen und Personen ausgedehnt. Phonphi erklärte, der Ton und die Art des Gesprächs seien bereits grenzwertig gewesen.
Regierung will thailändische Unternehmer schützen
Das Innenministerium verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, ausländische Akteure zu identifizieren, die thailändische Unternehmer benachteiligen oder verbotene Geschäfte betreiben. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen den Betroffenen Strafverfolgung und die Entfernung aus Thailand.
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Phonphi betonte, die Prüfungen könnten wegen der nötigen Kontrollen einige Zeit dauern. Nach seinen Angaben machen die Ermittlungen bereits Fortschritte; die Provinzverwaltung soll nun Einbürgerungsunterlagen, Kapitalherkunft und Firmenbeteiligungen weiter untersuchen.


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