Vier Polizisten wegen Entführung von Ausländern festgenommen

Schwere Vorwürfe in Sa Kaeo: Vier Polizisten sollen fünf Ausländer entführt und Lösegeld erpresst haben. Während Ermittler den Fall aufrollen, stellt sich eine brisante Frage: War es ein Einzelfall oder steckt mehr dahinter?

Vier Polizisten wegen Entführung von Ausländern festgenommen
Nation

SA KAEO, THAILAND – Vier Polizeiobermeister und ein Zivilist wurden in Sa Kaeo festgenommen, nachdem fünf chinesische Staatsangehörige nach Polizeiangaben in einem Haus im Bezirk Wang Sombun gegen Lösegeld festgehalten worden sein sollen. Die Opfer gaben an, gefesselt und bedroht worden zu sein; Ermittler fanden Überweisungsbelege und sicherten Waffen sowie Fahrzeuge. Die Festnahmen werfen Fragen zum Umgang einzelner Beamter mit Festgenommenen auf und haben interne Disziplinarprüfungen ausgelöst.

Rettungsaktion am Abend

Die Rettungsoperation begann am 16. Mai 2026 gegen 19:30 Uhr, als Beamte mehrerer Einheiten das Haus im Bezirk Wang Sombun stürmten und die fünf Ausländer befreiten. Die Opfer standen vor dem Anwesen und zeigten Erleichterung; sie dankten den Einsatzkräften laut Polizei sofort.

Laut Angaben wurden die Chinesen bereits seit den frühen Morgenstunden desselben Tages festgehalten, die Alarmierung erfolgte zuvor gegen 11:00 Uhr über die Messaging-App Line durch einen Inspektor des Immigration Training Centre.

Wer sitzt in Gewahrsam?

Als Tatverdächtige nahm die Polizei vier Polizeiobermeister fest: Paphawin, Wuttikorn, Somchai und Pichet. Außerdem wurde ein Zivilist namens Natthanan in Gewahrsam genommen.

Die Beamten wurden den Ermittlern übergeben und befinden sich in Haft; ein weiterer namentlich nicht genannter Polizeibeamter, den die Opfer beschuldigten, war Berichten zufolge zum Zeitpunkt der Razzia unterwegs und wurde zunächst nicht festgenommen.

Opfer berichten von Fesselung und Lösegeldforderung

Über einen Dolmetscher sagten die fünf Chinesen, sie seien seit etwa 02:00 Uhr gefesselt und bedroht worden. Sie sollen angewiesen worden sein, jeweils 10.000 US-Dollar (rund 300.000 Baht) zur Freilassung zu zahlen.

Ermittlern zufolge hatten zwei der Opfer bereits jeweils 2.000 US-Dollar überwiesen, insgesamt 4.000 US-Dollar beziehungsweise etwa 120.000 Baht; Überweisungsbelege wurden als Beweismittel sichergestellt.

Waffen, Autos und Akten als Beweismittel

Bei der Festnahme stellten die Ermittler mehrere Handfeuerwaffen, Munition und zwei Pickup-Trucks sicher. Ebenso fanden sie Überweisungsbelege, die Zahlungen an die Verdächtigen dokumentieren sollen.

Vorläufige Prüfungen ergaben außerdem, dass die Betroffenen zwar zunächst nach dem Einwanderungsgesetz festgenommen worden waren, aber offenbar nicht ordnungsgemäß an Ermittlungsbehörden übergeben, sondern in das Haus gebracht und dort festgehalten wurden.

Anklagen, Verfahren und Ausweitung der Ermittlungen

Gegen die vier Polizeibeamten wurden strafrechtliche Vorwürfe wie gemeinschaftliche Freiheitsberaubung, Amtsmissbrauch, Nötigung zur Forderung von Eigentum und Pflichtverletzung im Dienst eingeleitet. Der Zivilist wird wegen Beihilfe beschuldigt.

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ZUM ANGEBOT

Die Ermittler prüfen Zeugenaussagen und forensische Beweise; die Untersuchung wird zudem auf einen weiteren flüchtigen Beamten ausgeweitet, der von den Opfern genannt wurde.

Polizeiführung verspricht harte Maßnahmen

Polizeigeneralmajor Thaworn Dulwit, Kommandeur der Provinzpolizei Sa Kaeo, ordnete disziplinarische und strafrechtliche Schritte gegen die Beschuldigten an und kündigte eine gründliche Prüfung aller Beweise an. Er betonte, dass im Falle einer Schuldfeststellung keine Ausnahmen gemacht würden, da das Verhalten das Ansehen der Polizei schwer beschädige.

Die Verdächtigen bestreiten die Vorwürfe, wurden jedoch in Gewahrsam genommen und den Ermittlern übergeben; weitere rechtliche Schritte sind angekündigt, während die Polizei die Untersuchungen fortsetzt.

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Quelle: Nation Thailand

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