Geliehenes Geld vom Freund zurückfordern

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Geldverleih unter Freunden: Wenn die Hilfe zum Albtraum wird

In der Redaktion erreichen uns immer wieder Zuschriften, die zeigen, wie schwierig das Zusammenleben und das gegenseitige Vertrauen in der Expat-Gemeinschaft sein können. Besonders beim Thema Geld hört die Freundschaft oft auf.

Unser Leser Friedhelm (65) hat uns seine Geschichte geschrieben, die stellvertretend für viele ähnliche Fälle in Thailand steht.

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Ein persönlicher Brief, der zum Nachdenken anregt

„Ich schreibe euch heute, weil ich mir etwas von der Seele reden muss, das mir schlaflose Nächte bereitet. Es geht um ein Thema, bei dem wir Expats hier in Thailand leider immer wieder ins Fettnäpfchen treten: Geldverleihen unter Freunden. Man will helfen, man vertraut sich, und am Ende steht man da und schaut in die Röhre.

In meinem Fall geht es um einen Bekannten, einen Restaurantbesitzer. Insgesamt habe ich ihm 255.000 Baht geliehen. Für 200.000 Baht habe ich einen Vertrag, aber die restlichen 55.000 Baht flossen per Handschlag und Line-Chat für den Wareneinkauf. Anfangs lief alles gut, doch jetzt kommen nur noch Ausreden und leere Versprechungen.“

— Friedhelm

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Die emotionale Belastung für Rentner in Thailand

Für viele Rentner wie Friedhelm ist das Ersparte die Lebensgrundlage im Ausland.

Wenn Zusagen nicht eingehalten werden, geht es nicht nur um den finanziellen Verlust, sondern auch um einen massiven Vertrauensbruch, der die Lebensqualität im Ruhestand massiv beeinträchtigen kann.

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Die rechtliche Basis für Darlehen im thailändischen Recht

In Thailand ist die rechtliche Lage bei Krediten im Civil and Commercial Code (CCC) geregelt. Grundsätzlich gilt: Ein Darlehen über 2.000 Baht kann nur dann gerichtlich eingeklagt werden, wenn ein schriftliches Dokument vorliegt, das vom Schuldner unterzeichnet wurde.

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Digitale Beweise: Sind Line-Chats rechtlich bindend?

Friedhelms Frage nach den Chat-Protokollen ist hochaktuell. Der Electronic Transactions Act erkennt digitale Nachrichten als Beweismittel an.

Wenn im Line-Chat klar wird, dass Geld geflossen ist und der Empfänger die Rückzahlung bestätigt hat, dient dies als wertvolle Ergänzung vor Gericht.

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Die Bedeutung von Bankbelegen bei der Beweisführung

Ein Chat allein reicht oft nicht aus. Die Kombination aus einem schriftlichen Dialog und den dazugehörigen Bank-Überweisungsbelegen bildet ein starkes Fundament.

Wer Geld bar verleiht, hat in Thailand fast immer verloren, da der Geldfluss nicht lückenlos nachgewiesen werden kann.

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Warum ein formeller Vertrag der Goldstandard bleibt

Trotz moderner Apps bleibt der klassische Papiervertrag das sicherste Mittel. Friedhelm hat dies für den Löwenanteil von 200.000 Baht richtig gemacht.

Ein solcher Vertrag sollte idealerweise zweisprachig (Thai/Deutsch oder Thai/Englisch) verfasst sein, um Missverständnisse über Fristen und Zinsen auszuschließen.

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Das Problem mit den mündlichen Absprachen

Die zusätzlichen 55.000 Baht für den „schnellen Wareneinkauf“ sind das klassische Beispiel für Gutgläubigkeit. In Thailand gilt oft das Prinzip: Was nicht auf Papier steht, existiert nicht.

Mündliche Zusagen werden vor Gericht extrem kritisch hinterfragt und sind schwer zu beweisen.

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Die Rolle des Mahnschreibens durch einen Anwalt

Ein „Notice Letter“ ist oft die effektivste Methode, um Bewegung in die Sache zu bringen.

Wenn ein offizielles Schreiben einer thailändischen Kanzlei im Briefkasten landet, verstehen viele Schuldner, dass der Gläubiger es ernst meint und bereit ist, den Klageweg zu beschreiten.

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Außerordentliche Kündigung bei Zahlungsverzug

Gerät ein Schuldner mit den vereinbarten Zinsen oder Raten in Verzug, kann das gesamte Darlehen oft sofort fällig gestellt werden. Dies muss jedoch meist explizit im Vertrag vereinbart sein.

Ohne diese Klausel ist man oft an die ursprüngliche Laufzeit gebunden, was riskant ist.

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Kosten und Nutzen einer Klage in Thailand

Man muss abwägen: Eine Klage kostet Zeit und Geld. Anwaltsgebühren und Gerichtsgebühren können schnell die Höhe der ausstehenden Summe erreichen, wenn es um „kleinere“ Beträge wie 55.000 Baht geht.

Hier ist ein Vergleich oft die klügere Lösung.

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Mediation als friedlicher Ausweg

Bevor man die Fronten endgültig verhärtet, kann ein Mediator helfen.

Manchmal reicht ein neutraler Dritter aus, um einen neuen, realistischen Rückzahlungsplan zu erstellen, der für beide Seiten akzeptabel ist, ohne dass die Anwaltskosten explodieren.

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Warnsignale: Wann Sie kein Geld verleihen sollten

Wenn die Geschichte zu dramatisch klingt (kranke Verwandte, plötzliche Behördenprobleme) oder wenn bereits Schulden bei anderen Expats bekannt sind, sollten alle Alarmglocken schrillen.

In Thailand gilt: Verleihen Sie nur Geld, dessen Verlust Sie finanziell und emotional verkraften können.

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Unterstützung durch die Expat-Community

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht wie Friedhelm?

Der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen, seriöse Anwälte zu finden oder mehr über die Zahlungsmoral bestimmter Personen zu erfahren. Oft ist man mit seinem Problem nicht allein.

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