Machtpoker um Anutin spitzt sich zu

🏛️🔥 300 Sitze gesichert – doch der politische Sturm zieht auf! Bhumjaithai schließt Kla Tham aus der Regierung aus. Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig…

Machtpoker um Anutin spitzt sich zu
KhaoSod, ThaiExaminer
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BANGKOK, THAILAND – Die regierende Partei Bhumjaithai hat die Regierungsbildung nach der Wahl vom 8. Februar abgeschlossen und die Kla Tham Party aus der neuen Koalition ausgeschlossen, obwohl Ministerpräsident Anutin Charnvirakul weiter unter massivem Druck wegen Zweifeln an der Gültigkeit der Parlamentswahl 2026 steht.

Koalition steht ohne Kla Tham

Die Führung von Bhumjaithai bestätigte am Samstag, dass der Prozess der Regierungsbildung abgeschlossen sei und die Kla Tham Party der künftigen Regierung nicht angehören werde.

Nach wochenlangen Unsicherheiten seit der Wahl am 8. Februar seien laut Parteiquellen die Koalitionszahlen nun fixiert, womit alle Verhandlungen mit Kla Tham faktisch beendet seien.

Mehrheit von 300 Sitzen geplant

Nach dem geplanten Zuschnitt soll das Regierungsbündnis über 300 Sitze im 500-köpfigen Repräsentantenhaus verfügen, davon 193 Abgeordnete von Bhumjaithai, 74 Mandate von Pheu Thai und 33 von kleineren Parteien, vorbehaltlich der Bestätigung durch die Wahlkommission.

Die Opposition käme demnach auf 200 Sitze, angeführt von der People’s Party mit 118 Abgeordneten, ergänzt um 58 Sitze von Kla Tham, 22 der Democrat Party und zwei Mandate der United Thai Nation.

Machtbalance und Kabinettsposten

Führende Vertreter von Bhumjaithai gehen davon aus, dass eine Mehrheit von 300 Sitzen politische Stabilität sichern kann und entschieden sich daher, die Koalition nicht weiter auszubauen.

Zugleich verweisen interne Quellen darauf, dass zusätzliche Partner die Verteilung der Ressorts verkomplizieren würden, da bereits fünf Kabinettsposten für nicht dem Parlament angehörende Minister reserviert seien und Bhumjaithai seine Kontrolle über Schlüsselressorts sichern wolle.

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Fünf externe Schwergewichte

Zu den für das Kabinett gesetzten externen Persönlichkeiten zählt Sihasak Phuangketkeow, der als Vizepremier und Außenminister eingeplant ist, ebenso wie Suphajee Suthumpun, die Vizepremier und Handelsministerin werden soll.

Hinzu kommen Ekniti Nitithanprapas als Finanzminister und Vizepremier, Bowornsak Uwanno für Rechtsangelegenheiten im Rang eines Vizepremiers sowie Predee Daochai als Energieminister, womit der Grundrahmen des Kabinetts bereits vor der offiziellen Bekanntgabe steht.

Pheu Thai sichert sich Kernressorts

Die Pheu Thai Party soll im neuen Bündnis fünf Ministerien behalten und dabei die Ressorts Landwirtschaft und Genossenschaften, Hochschulbildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation sowie das Bildungsministerium führen.

Darüber hinaus soll Pheu Thai die Ministerien für Arbeit sowie für Sozialentwicklung und menschliche Sicherheit kontrollieren und damit erhebliches administratives Gewicht in der Koalition erhalten.

Thamanat verliert Agrarressort

Besonders brisant ist, dass das Landwirtschaftsministerium, das derzeit von Captain Thamanat Prompow als Vizepremier und Übergangs-Landwirtschaftsminister geführt wird, im neuen Kabinett an Pheu Thai gehen soll.

In Kreisen von Kla Tham wird der Ausschluss aus der Regierung als schwerer politischer Vertrauensbruch gewertet, auch wenn die Partei ihre Rolle in der Opposition offiziell akzeptiert.

Vergangene Kontroversen als Belastung

Nach Berichten vom Samstag will die neue Regierung eine Zusammenarbeit mit Kla Tham und Thamanat meiden, unter anderem wegen dessen Verbindungen zu grauen Kapitalgruppen sowie seiner Rolle beim parlamentarischen Umsturzversuch von 2021 gegen den damaligen Premier General Prayut Chan-o-cha.

Damals waren sowohl Thamanat als auch die prominente Kla-Tham-Politikerin und Bildungsministerin Narumon Pinyosinwat von General Prayut aus dem Kabinett entlassen worden.

Kla Tham rückt in die Opposition

Ministerpräsident Anutin Charnvirakul führt derzeit weiterhin eine Übergangsregierung, in der Kla Tham noch vertreten ist, während die neue Koalitionsarchitektur die Partei klar in die Opposition verschiebt.

Für Anutin markiert diese Neuaufstellung einen deutlichen Kurswechsel in der Koalitionsstrategie, mit dem er sich zugleich von alten Konflikten und umstrittenen Figuren distanzieren will.

Warnungen vor Wahlannullierung

Bereits in der vergangenen Woche hatte Thamanat Prompow, Chefberater und faktischer Führer von Kla Tham, deutliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Wahl geäußert und die Bereitschaft der Partei für die Opposition betont.

Er verwies dabei insbesondere auf den Barcode auf den pinken Parteilisten-Stimmzetteln, zu dem er Experten konsultiert habe, die den Vorgang übereinstimmend als besorgniserregend einstuften und vor möglichen Folgen einer Wahlannullierung warnten.

Fokus auf Verfassung und Barcode

Politische Beobachter sehen die Möglichkeit, dass die wachsenden Bedenken zur Wahl letztlich vor dem Verfassungsgericht landen könnten, vor allem wegen des Barcodes, den viele Fachleute als klaren Verstoß gegen Artikel 85 der Verfassung von 2017 werten, der direkte und geheime Wahlen vorschreibt.

Im Raum stehen Szenarien von einer kompletten Neuwahl bis zu erneuten Abstimmungen über bestätigte Kandidaten, wobei hierzu bereits Verfahren angestoßen wurden, die jedoch noch nicht beim Verfassungsgericht anhängig sind.

Anutin unter Druck der Unsicherheit

Aus Sicht der reinen Parlamentsarithmetik sollte die von Anutin angeführte Koalition mit 193 Sitzen von Bhumjaithai, 74 von Pheu Thai, 33 von Kleinparteien, fünf externen Ministern und einer Opposition mit 58 Kla-Tham-Abgeordneten sowie 118 der People’s Party klar regierungsfähig sein.

Doch solange die Wahlkommission das Ergebnis vom 8. Februar nicht formell bestätigt und verfassungsrechtliche Fragen zum Wahlverfahren im Raum stehen, muss Anutin neben der politischen Neuaufstellung vor allem mit dieser Unsicherheit und der indirekten Drohung seines Vizepremiers Thamanat umgehen.

Scharfe Worte aus dem Kla-Tham-Lager

In einer Pressebegegnung am Freitag reagierte Thamanat auf Spekulationen über seine Zukunft in einem möglichen Kabinett und erklärte, er sei seit 2019 mehrfach nominiert worden, vollständig überprüft und bereit, jede Untersuchung über seine Qualifikation zu akzeptieren, wobei im negativen Fall auch die Ernennenden zur Verantwortung gezogen werden müssten.

Zugleich verurteilte er politische Verfahren, bei denen zunächst der Premier gewählt und die Ressortverteilung später geregelt werde, und kritisierte das, wie er sagte, als „Zyklus der Täuschung“.

Rhetorik zwischen Loyalität und Drohung

Auf Berichte über angebliche Spannungen mit Anutin reagierte Thamanat demonstrativ gelassen und betonte, es gebe keinen persönlichen Streit, wobei er die Beziehung mit dem Bild kommentierte, „Wenn Menschen verliebt sind, schmecken sogar gekochtes Gemüse und sein Wasser süß“.

Gleichzeitig verband er diese Beschwichtigung mit einer klaren Warnung und erklärte: „Ich habe noch nie mit jemandem zuerst Streit angefangen, aber wenn jemand Streit mit mir anfängt, wird er Albträume haben“, womit er signalisiert, dass Kla Tham sich im Fall von Druck entschlossen wehren werde.

Verwirrung im Kla-Tham-Spitzenkreis

Während Thamanat offensiv auftrat, gaben andere Spitzenfunktionäre von Kla Tham sich zurückhaltender, darunter Generalsekretär Pai Leeke, der erklärte, er wisse aufgrund einer Auslandsreise nichts von einem Abschluss der Koalitionsverhandlungen.

Ähnlich äußerte sich Parteisprecher Thanakrit Jitareerat, der betonte, er sei über keinen endgültigen Stand informiert worden und jede Änderung werde zunächst intern mitgeteilt, obwohl Bhumjaithai-Generalsekretär Chaichanok Chidchob Gespräche mit Kla Tham zuvor bereits als vorläufig bezeichnet und Berichte nun von einem abgeschlossenen Deal und einem klaren Rollenwechsel Kla Thams in die Opposition sprechen.

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Quelle: ThaiExaminer

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