Bangkok wirft Kambodscha Provokation vor

🚨 Schlagabtausch in Genf: Thailands Außenminister weist Vorwürfe Kambodschas vor dem UN-Menschenrechtsrat scharf zurück – und spricht von Provokationen, Landminen und gezielten Falschdarstellungen.

Bangkok wirft Kambodscha Provokation vor
Bangkok Post
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GENF, SCHWEIZ – Thailands Außenminister Sihasak Phuangketkeow hat vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf den wachsenden Menschenrechtsgefahren durch globale Online-Betrugsnetze und den schwelenden Grenzstreit mit Kambodscha scharf angesprochen. Er forderte mehr internationale Zusammenarbeit gegen transnationale Verbrechen und warf Kambodscha zugleich gezielte Provokationen und eine Verzerrung der Faktenlage vor.

Thailands Rolle im UN-Menschenrechtsrat

Der erfahrene Diplomat Sihasak Phuangketkeow, der den Rat vor über zehn Jahren bereits als Präsident geleitet hatte, erinnerte in seiner Rede an eine frühere Klausur in Bangkok, bei der grundlegende Reformen des Gremiums beraten worden waren.

Damals sei es gelungen, trotz politischer und regionaler Gräben Strukturen zu stärken, damit der Rat sein Mandat zum Schutz der Menschenrechte wirksamer erfüllen könne.

Forderung nach mehr Wirkung statt mehr Resolutionen

Sihasak betonte, die Leistungsfähigkeit des Menschenrechtsrats dürfe nicht daran gemessen werden, wie viele Resolutionen verabschiedet würden, sondern daran, ob sich die Lage der Menschen vor Ort tatsächlich verbessere.

Angesichts der aktuellen Krise des Multilateralismus mahnte er, Staaten müssten „denken und handeln“ als Gemeinschaft, um spürbare Ergebnisse zu erzielen.

Online-Betrug als globale Menschenrechtskrise

Besonders eindringlich warnte der Minister vor der rasanten Ausbreitung grenzüberschreitender Online-Betrugsmaschen, unter denen weltweit Millionen Menschen litten.

Er schilderte, wie verschleppte Personen in abgeschotteten Anlagen festgehalten, unter Druck gesetzt, misshandelt und zur Beteiligung an kriminellen Aktivitäten gezwungen würden, wodurch sich ein „globaler Menschenrechtskrisen“-Komplex entwickle.

Schwacher Rechtsstaat als Nährboden der Banden

Diese Betrugsoperationen könnten nur deshalb gedeihen, weil es in den betroffenen Ländern an Rechtsstaatlichkeit mangele und Täter kaum Konsequenzen zu fürchten hätten.

Thailand stehe sowohl an der vordersten Linie der Betroffenen als auch an der Spitze der internationalen Bemühungen, diese kriminellen Netzwerke zu zerschlagen und die Kooperation weiter auszubauen.

Scharfe Kritik an Kambodscha im Grenzstreit

Den zweiten Schwerpunkt seiner Rede widmete Sihasak dem Konflikt mit Kambodscha, nachdem ein Vertreter des Nachbarlandes Thailand zuvor scharf kritisiert hatte.

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Er sprach von „abwegigen Bemerkungen“ und warf Phnom Penh vor, Thailand immer wieder mit falschen Anschuldigungen und verzerrten Darstellungen zu dämonisieren, anstatt einen Beitrag zum Frieden zu leisten.

Vorwürfe der Provokation und Einmischung

Nach Darstellung des Ministers seien die Spannungen an der Grenze das Ergebnis jahrelanger Grenzverletzungen und wiederholter Provokationen, die offenbar Thailands Zurückhaltung testen sollten.

Dazu hätten aus thailändischer Sicht sogar Versuche Kambodschas gehört, Einfluss auf die innenpolitische Entwicklung in Thailand zu nehmen.

Zivile Opfer trotz Waffenruhe

Die Eskalation dieser Spannungen habe schließlich in indiskriminierte Angriffe gemündet, bei denen auch Zivilisten ums Leben gekommen seien, sagte Sihasak und sprach von einem tragischen Kapitel in den Beziehungen beider Länder.

Gleichzeitig hob er hervor, Thailand habe seinem Nachbarn in der Vergangenheit Zuflucht für Flüchtlinge gewährt und humanitäre Hilfe sowie Wiederaufbau nach dem Bürgerkrieg in Kambodscha unterstützt.

Streit um Territorium und anhaltende Zwischenfälle

Kambodscha werfe Thailand vor, Gebiete zu besetzen, doch nach Darstellung Bangkoks gelte eine Waffenruhe, in der beide Seiten vereinbart hätten, ihre Truppen bis zu einer endgültigen Lösung durch Dialog auf ihren jeweiligen Positionen zu belassen.

Trotz dieses Abkommens komme es laut Sihasak auch nach dem Waffenstillstand zu geplanten Provokationen, Landminenfunden und Schüssen über die Grenze, was die Spannungen weiter hochhalte.

Appell an Kambodscha und Definition von Frieden

Thailand sei klar zum Dialog verpflichtet, werde aber seine Souveränität, territoriale Integrität und die Sicherheit seiner Bevölkerung unter allen Umständen verteidigen, bekräftigte der Außenminister.

Er forderte Kambodscha auf, sich zwischen einem Weg des Friedens oder weiterer Spannungen zu entscheiden und betonte, wirklicher Frieden beginne im Inneren eines Staates, wo Rechtsstaatlichkeit, verantwortliche Führung und umfassender Menschenrechtsschutz gewährleistet seien.

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Quelle: Bangkok Post

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