Aus für 60 Tage Visum: Thailands Tourismus-Eigentor gefährdet Wirtschaft

Thailands Regierung streicht das 60-Tage-Visum radikal zusammen. Aus Angst vor Kriminalität opfern die Behörden ihren größten Wettbewerbsvorteil – doch ob der populistische Schritt die Sicherheit wirklich erhöht, bleibt zweifelhaft.

Aus für 60 Tage Visum: Thailands Tourismus-Eigentor gefährdet Wirtschaft
KhaoSod English

Bangkok, Thailand – Die Regierung von Anutin Charnvirakul hat letzte Woche das visafreie Einreiseprogramm von 60 auf 30 Tage zurückgestutzt. Betroffen sind Bürger von 93 Nationalitäten; die Regierung nennt nationale Sicherheit, die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität sowie die Verhinderung illegaler Arbeits- und Geschäftsaktivitäten als Gründe. Behörden wollen die Folgen in den nächsten drei bis sechs Monaten prüfen, um die Wirksamkeit der Maßnahme zu bewerten.

Die konkrete Regeländerung

Das erweiterte visafreie Programm, das Aufenthalte von bis zu 60 Tagen erlaubte, ist abgeschafft worden und gilt wieder nur für 30 Tage. Bürger von 93 Nationalitäten unterliegen damit erneut dem kürzeren Limit.

Die Regierung begründete den Schritt offiziell mit Sicherheitsgründen und dem Schutz vor Missbrauch durch ausländische Besucher. Für Reisende, die länger bleiben wollen, bedeutet das eine deutlichere Einschränkung ihres freien Aufenthalts.

Wer nach Thailand kommt – Zahlen

Zwischen dem 1. Januar und dem 24. Mai registrierte das Ministerium für Tourismus und Sport mehr als 13,4 Millionen ausländische Touristen und Tourismuseinnahmen von fast 654 Milliarden Baht. Größte Besuchergruppe war China mit 2,24 Millionen Ankünften.

Weitere große Quellenländer sind Malaysia und Indien (jeweils mehr als eine Million Ankünfte) sowie Russland und Südkorea. Thailand zieht üblicherweise rund 30 Millionen Ausländer pro Jahr an; eine Studie, auf die sich Behörden berufen, sagt, die meisten Touristen blieben etwas mehr als neun Tage.

Regierung: Sicherheit, Kriminalität und Missbrauch

Die Regierung nennt nationale Sicherheit, die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität und die Verhinderung illegaler Arbeit oder unerlaubter Geschäftsaktivitäten als zentrale Gründe für die Verkürzung. Sie verwies auf Berichte über ausländische Täter und kriminelle Netzwerke, die sich als Touristen ausgeben.

Nach Darstellung der Regierung dienen die neuen Regeln dazu, Missbrauch des Touristenstatus zu erschweren und Straftaten zu verhindern. Behörden betonten zugleich, dass Kontrollen und Nachverfolgung verschärft werden könnten, um solche Fälle aufzudecken.

Kritik, Medien und öffentliche Debatte

Kritiker bezeichnen die Maßnahme als populistische Reaktion und bezweifeln, dass eine Verkürzung der visafreien Aufenthalte Kriminalität effektiv reduziert. Beobachter fordern eine evidenzbasierte Prüfung der Zahlen, bevor Grundregeln für Touristen verändert werden.

Gleichzeitig begrüßen manche Thailänder und Expatriates die Änderung in der Hoffnung auf weniger Fehlverhalten durch Ausländer. Die Debatte umfasst auch Vorwürfe, die heimische Presse überhöre thailändische Mitverantwortung und verstärke Stereotype durch übergroße Aufmerksamkeit für Einzelfälle.

Diplomatische Reaktionen und Warnhinweise

Die israelische Botschaft in Bangkok rief ihre Staatsangehörigen in Phuket zur Einhaltung lokaler Gesetze auf und schrieb in einem Hinweis: „Bitte, zu Ihrem eigenen Wohl, handeln Sie gemäß den Verfahren und Gesetzen des Ortes.“

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Die Botschaftswarnung folgte mehreren medienwirksamen Vorfällen in Phuket; solche Hinweise könnten anderen Botschaften folgen, wenn wiederholt Staatsangehörige in Probleme geraten.

Prüfung der Wirkung in den nächsten Monaten

Polizei und das Ministerium für Tourismus und Sport sollen in den kommenden drei bis sechs Monaten Kriminalitäts- und Tourismuszahlen auswerten, um festzustellen, ob die Maßnahme die gewünschten Effekte erzielt. Die Analyse soll zeigen, ob weniger Straftaten mit dem kürzeren visafreien Aufenthalt einhergehen, ohne die Besucherzahlen stark zu drücken. Auf Grundlage dieser Prüfung wollen Behörden beurteilen, ob die Entscheidung gerechtfertigt ist oder nachgebessert werden muss.

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Quelle: Khaosod English

12 Kommentare zu „Aus für 60 Tage Visum: Thailands Tourismus-Eigentor gefährdet Wirtschaft

    1. Können sie halten, wie sie lustig sind. Ein TR Visum werde ich nicht beantragen, ein NON-O für 40 Tage ist zu aufwendig. Und die visumsfreie Einreise ist mit 30 Tagen zu kurz.
      Klar, die junge Generation fliegt lieber 4 mal im Jahr für je eine Woche, ich als Boomer nur einmal im Jahr etwas länger. Das spart auch Resourcen ein.
      Ist ehrlich gesagt nicht mein Problem, was Thailand wie entscheidet. Ich befolge nur die Anweisung, erstmal nicht zu erscheinen.

  1. Die Verkürzung des Visa gefährdet weniger den Tourismus, als das blöde Reden der Verantwortlichen die alle Langzeit Reisenden unter Generalverdacht stellen sowie das Langzeit Urlauber zu wenig Geld ausgeben, also mit einem Wort unerwünscht sind!! Für mich und etlichen meiner Freude und Bekannten hat sich das Thema Thailand erledigt!!

    1. Ganz genau viele Farangs unterstützen Famielien und Angehörige ich habe kein Problem mit dem Non O aber es gibt auch Rentner die nicht so eine gute Rente haben sie sollen mal die kriminellen [entfernt] ins Visier nehmen . Ich kann auch auf den Philipienen überwintern die Ausländern gehen einkaufen und das schafft auch Arbeitsplätze das ganze wird sich als Schuss ins eigene Knie erweisen

      Redaktioneller Hinweis: Teile dieses Kommentars, die gegen die Regeln verstoßen haben, wurden entfernt.

  2. Seit rund 100 Wochen gibt’s 60 Tage visafreie Einreise.
    Warum sind die Thais nicht in der Lage, die in diesem Zeitraum gesammelten Daten auszuwerten?
    Kleine Hilfe:
    Wie viel Straftaten wurden von Ausländern vom 31. bis 60. Tag ihres Aufenthalts begangen?
    Verglichen mit Straftaten während des 1. bis 30. Tag des Aufenthalts.
    Von welchen Altersgruppen?
    Von welchen Nationalitäten?
    Je nach Ergebnis kann man Altersgruppen und Nationalitäten von der 60-Tage-Regel ausschließen.
    Bei Altersgruppen und Nationalitäten, die so gut wie nicht kriminell geworden sind, könnte man die Einreise auf 90 oder 120 Tage verlängern.
    Panama hat z. B. 180 Tage visafrei.

    Vielleicht ist das ganze ja auch nur eine Arbeitsbeschaffung für Beamte in den Visastellen der Provinzen?
    Meine Schlussfolgerung:
    Diesen Winter teile ich auf in 2 x 30 Tage Thailand, 60 Tage China, ein paar Tage Laos.

  3. Fingerabdrücke, Gesichtsaufnahme, Wohnort-Meldepflicht,… – Ergebniss? Nichts. Wie immer viel Bla-Bla und populistische, dicke Hose. Vielleicht liegt es an den Anreizen, die das Land setzt, und der Mentalität des Wegsehens, Verharmlosens und gegenseitigen Bevorteilens, welche Klientel Thailand anzieht, und nicht an der Aufenthaltsdauer.

    1. die [entfernt] frauen ziehen die klientel an.

      Redaktioneller Hinweis: Teile dieses Kommentars, die gegen die Regeln verstoßen haben, wurden entfernt.

      1. Nicht nur die Frauen: Drogen, Glücksspiel, Kampfsport – das sind alles keine Anreize für Qualitätstourismus, sondern es geht nur um einfache und schnellstmögliche Geldmacherei. Ist aber leider alles relativ primitiv. Plus das Wegsehen zwecks Pseudo-Harmonie und Gesichtswahrung.

  4. Gestern wurde die Wuhan-Bande festgenommen, alle hatten ein Rentnervisa, kein Tourist Visa,
    wird nun auch das RentnerVisa in Frage gestellt ?
    Ich Frage für einen chinesischen Freund.

  5. Wenn ich mir die statistischen Werte so ansehe, dann bekomme ich Zweifel über das amtliche „wie und warum“ der Regelung. Etwa 90 % der Urlauber bleiben sowieso nur weniger als 30 Tage (also braucht der Rest auch nicht länger bleiben – oder was?); d.h. die 10 % die länger bleiben wollen und allein schon deswegen mehr Geld bringen, werden ausgesperrt oder auf umständliche bis nicht praktikable Verlängerungsmöglichkeiten gedrängt. Wie soll jemand länger bleiben, wenn er bei der Einreise bereits ein Rückflugticket vorzeigen muss? Dieses Ticket im Fall einer Verlängerung auf den Müll zu werfen und ein neues zu kaufen, kostet ihn sicherlich um die 800 € Mehrkosten, die dem Staat nichts bringen, aber dafür den Urlauber total verärgern. Im DTAC muss er bereits angeben, wie lange er bleiben möchte und es wird sicherlich nicht möglich sein, dort mehr als 30 Tage anzugeben? Aber allein schon der Aufwand, den er treiben muss wegen der Visa-Verlängerung wird viele davon abhalten, auch wenn sie ansonsten gerne geblieben wären und die echten Mehrkosten (Hotel / Verpflegung / Unterhaltung / etc.) gerne geschultert hätten.
    Mein Vorschlag für die Planungssicherheit des Urlaubers: Im DTAC bereits angeben, wie lange er bleiben möchte und das DTAC teilt ihm bereits mit, ob er anhand seiner „thailändischen Vergangenheit“ Aussicht hat, das auch zu tun – das DTAC kennt schließlich dessen Reiseverhalten der letzten Jahre. Der Beamte bei der Einreisekontrolle entscheidet dann als letzte Instanz noch einmal „Darf oder darf nicht“ und alle könnten glücklich sein.
    Ich für meinen Teil werde meinen Urlaub unter den gegebenen Umständen nicht im Land verlängern und nur als Rechenbeispiel: Mich kostete mein Thailandurlaub bisher etwa 1000 € pro Woche; Geld das in Thailand geblieben ist aber zukünftig eben nicht mehr kommt; wenn Thailand mein Geld nicht will, dann bettle ich auch nicht darum, es weiterhin in dem Umfang dort ausgeben zu dürfen.
    PS: Gibt der Staat bekannt, wie hoch die Kriminalitätsrate (schwerer Vergehen) bei normalen Thailandurlaubern in den Tagen 31 bis 60 ist? Das wird sicherlich nicht erfolgen, so klein diese Zahl tatsächlich ist – also letztlich viel Lärm um kaum etwas.

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