BANGKOK, THAILAND – Der Krieg kam am Samstagmorgen – und die Flugpläne brachen als erstes zusammen. Nachdem die USA und Israel Iran angriffen und Teheran zurückschlug, schlossen mindestens acht Staaten ihren Luftraum. Über dem Iran, dem Irak, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Libanon, Bahrain und Jordanien herrscht seither nahezu Stille – und wer heute über Dubai oder Doha nach Bangkok fliegen wollte, kommt nicht an.
Europäische Luftfahrtbehörde warnt vor betroffenen Lufträumen
Die Luftfahrtaufsicht der Europäischen Union forderte europäische Airlines auf, die von den Militäroperationen betroffenen Lufträume zu meiden. Viele Gesellschaften kamen dieser Empfehlung noch in der Nacht nach und strichen ihre Verbindungen in die Region.
Flugpläne brachen kurzfristig zusammen, Passagiere strandeten an Flughäfen oder erfuhren ihre Streichungen per App. Wer heute in Richtung Naher Osten fliegen wollte, erlebt einen der chaotischsten Samstage der zivilen Luftfahrt seit Jahren.
Thai Airways fliegt – aber längere Umwege
Thai Airways bestätigte, dass seine Europa-Flüge nicht durch israelischen oder iranischen Luftraum führen. Die Airline weicht bereits seit Tagen wegen der Pakistan-Afghanistan-Spannungen aus – Flüge nach Europa dauern dadurch rund 20 Minuten länger. CEO Chai Eamsiri versicherte, die Mehrkosten beim Treibstoff blieben gering.
Die eigentliche Gefahr für Reisende kommt dennoch aus dem Domino-Effekt: Dubai, der weltgrößte internationale Flughafen, steht still. Emirates strich alle Flüge. Qatar Airways pausiert. Wer über diese Hubs nach Bangkok wollte, sitzt heute fest – auf unbestimmte Zeit.
Qatar Airways: Wiederaufnahme ab Sonntagnacht – mit Chaos
Qatar Airways gab als einzige der großen Gulf-Airlines einen konkreten Zeitplan heraus: Der Betrieb soll bis Mitternacht UTC – also 3:00 Uhr Doha-Zeit am 1. März – eingestellt bleiben. Sobald der katarische Luftraum wieder öffnet, will die Airline den Flugbetrieb schrittweise aufnehmen. Am Hamad International Airport in Doha stehen bereits zusätzliche Bodenkräfte bereit. Passagiere können ihre Buchungen der nächsten sieben Tage kostenlos umbuchen oder erstatten lassen.
Wer mit Qatar Airways via Doha nach Bangkok reist, könnte damit ab Sonntagmorgen wieder fliegen – allerdings mit erheblichen Verspätungen durch den enormen Nachholbedarf. Etihad in Abu Dhabi nannte ebenfalls einen Zeitpunkt: Abflüge sollen ab 14:00 Uhr Ortszeit am 1. März wieder möglich sein. Emirates hingegen gab bislang keinen Wiederaufnahmezeitpunkt bekannt – Dubai International Airport bleibt bis auf weiteres ohne Perspektive.
Der Nahe Osten als unverzichtbare Drehscheibe
Dubai, Abu Dhabi und Doha verbinden Europa mit Asien – eine Rolle, die seit dem russischen Angriff auf die Ukraine noch gewachsen ist, weil Airlines seitdem den russischen Luftraum meiden und auf südliche Routen ausweichen. Fällt nun auch der Nahe Osten als Transit weg, verlieren die großen asiatisch-europäischen Verbindungen ihre wichtigsten Zwischenstopps.
Alternativen existieren, doch sie sind länger, teurer und kapazitätsmäßig begrenzt. Laut Cirium-Daten fielen heute bereits 40 Prozent aller Flüge nach Israel und 6,7 Prozent aller Flüge in die Gesamtregion aus – und die Zahlen steigen.
Bangkok sperrt den Goldhandel
Noch am Vormittag zog Hua Seng Heng die Notbremse: Das Handelshaus stoppte seinen Online-Goldhandel und alle Barrenverkäufe bis Montag – zu groß war die Preisvolatilität, zu unkalkulierbar das Marktgeschehen ohne Referenzkurse über das Wochenende. MTS Gold und YLG folgten und setzten ebenfalls den Barren- und Online-Handel bis zum 2. März aus.
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Gold kletterte bereits vor dem Angriff auf über 5.230 Dollar je Unze. Wer am Freitag noch kaufen wollte, kommt heute nicht mehr ran.
Das Außenministerium warnt 28.000 Thais in Israel
Bangkoks Außenministerium schickte heute früh eine dringende Warnung an alle Thai-Staatsangehörigen in Israel und Iran: sofort die Risikogebiete verlassen, solange noch kommerzielle Flüge fliegen. Rund 28.000 Thais arbeiten in Israel, die meisten als Erntehelfer in der Landwirtschaft. Weitere 300 halten sich in Iran auf.
Die Thai-Botschaften in Tel Aviv und Teheran kontaktieren derzeit ihre Landsleute. Noch hat Bangkok keine Berichte über verletzte Thai-Staatsangehörige erhalten – doch die Lage ändert sich stündlich.
Kehrt die Normalität zurück – oder ist das erst der Anfang?
Die Lage ändert sich stündlich, ein Ende der Sperrungen ist nicht absehbar. Ob die Eskalation auf die Luftfahrt beschränkt bleibt oder sich der Konflikt weiter ausweitet – für Thailand, seine Bürger im Nahen Osten und seine Tourismusindustrie steht heute mehr auf dem Spiel als nur Flugpläne.
Wichtige Kontakte bei Reiseproblemen
Für Thai-Staatsangehörige im Nahen Osten
Thais in Israel – Königlich Thailändische Botschaft Tel Aviv
📞 Notfall: +972 54 636 8150 | +972 50 367 3195
✉️ consular.tlv@mfa.mail.go.th
Thais in Iran – Königlich Thailändische Botschaft Teheran
📞 Notfall: +98 912 500 7933 | +98 912 159 8699
✉️ thaiteheran@gmail.com
In Thailand – Konsularisches Call-Center des Außenministeriums
📞 02 572 8442
Für deutschsprachige Reisende in Thailand
Deutsche Botschaft Bangkok – 9 South Sathorn Road, Bangkok 10120
📞 +66 (0)2 287 9000 (auch im Notfall)
📱 Bereitschaftsdienst außerhalb der Dienstzeiten: +66 (0)81 845 6224
🌐 bangkok.diplo.de
Österreichische Botschaft Bangkok – Soi Nantha-Mozart, South Sathorn Road
📞 +66 (0)2 105 6710
📱 Notfall außerhalb Amtsstunden: +66 (0)81 903 6516
Schweizer Botschaft Bangkok – 35 North Wireless Road, Bangkok 10330
📞 +66 (0)2 674 6900
📱 Helpline Bern (kostenlos): +41 800 24 7 365
Flugstatus und Reisewarnungen
Qatar Airways – Umbuchungen und Erstattungen (nächste 7 Tage kostenlos): qatarairways.com | App: Qatar Airways App
Emirates – Flugstatus und Umbuchungen: emirates.com | Dubai Airport: bis auf weiteres gesperrt
Etihad Airways – Wiederaufnahme ab 14:00 Uhr Ortszeit 1. März: etihad.com
Thai Airways – Flugstatus und Umbuchungen: thaiairways.com | 📞 +66 (0)2 356 1111
Flightradar24 – Echtzeit-Flugkarte der gesperrten Lufträume: flightradar24.com
Reise- und Sicherheitshinweise – Auswärtiges Amt Deutschland: auswaertiges-amt.de | BMEIA Österreich: bmeia.gv.at | EDA Schweiz: eda.admin.ch



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