Fall Ben Smith: Anwalt attackiert Haftbefehl und Beschlagnahme

⚖️ Haftbefehl gegen Ben Smith – doch er bleibt vorerst im Ausland. Sein Anwalt spricht von einem zivilrechtlichen Aktien-Streit in Laos statt von Betrug und wirft den Behörden Unverhältnismäßigkeit vor. Ist das Verfahren politisch motiviert?

Fall Ben Smith: Anwalt attackiert Haftbefehl und Beschlagnahme
Thaitabloid
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BANGKOK, THAILAND – Im Fall des umstrittenen Geschäftsmanns Ben Smith eskaliert der Streit mit den Behörden: Sein Anwalt will ihn vorerst nicht nach Thailand zurückkehren lassen und stellt den Haftbefehl als Folge eines zivilen Aktien-Deals mit Laos dar.

Anwalt – Rückkehr vorerst ausgeschlossen

Smith werde sich vorerst nicht in Thailand stellen, weil es an Vertrauen in das thailändische Justizsystem fehle, erklärte sein Rechtsvertreter Witoon Kengngan.

Eine Rückkehr komme nach seinen Worten erst infrage, wenn realistische Chancen auf eine Kaution nach internationalen Standards bestünden.

Was der Haftbefehl laut Verteidigung wirklich betrifft

Laut Witoon Kengngan geht es bei der Anzeige der Central Investigation Bureau (CIB) um einen Streit über Anteilskäufe bei einer Firma in Laos und damit im Kern um eine zivilrechtliche Auseinandersetzung.

Vorwürfe wie Betrug oder Geldwäsche, die in der öffentlichen Debatte zuvor mitschwingen, wies er zurück und sprach von politisch motivierten Darstellungen, die Smith als Scammer brandmarken sollten.

Politischer Streit – Anutin gegen Rangsiman

Der Anwalt verwies darauf, die nun bekannt gewordene Darstellung decke sich mit früheren Äußerungen von Anutin Charnvirakul, der Smith eher als Geschäftsmann beziehungsweise Broker beschrieben hatte.

Zugleich widersprach er Aussagen aus dem Parlament von Rangsiman Rome, der Smith als zentrale Figur in Betrugsstrukturen bezeichnet hatte.

991 Millionen Schaden – aber mehr als 10 Milliarden beschlagnahmt

In der Beschwerde sei ein Schaden von 991 Millionen Baht genannt, während Behörden Vermögenswerte im Wert von mehr als 10 Milliarden Baht beschlagnahmt hätten, kritisierte Witoon.

Die Summe von 991 Millionen Baht sei auch der Betrag, der als zugrunde liegende Vortat an das Anti-Money Laundering Office (AMLO) gemeldet worden sei, weshalb die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen in Frage stehe.

Drei Auffälligkeiten im Ablauf

Witoon nannte als erste Unregelmäßigkeit, dass das mutmaßlich betroffene Unternehmen in Laos bislang nicht öffentlich benannt worden sei.

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ZUM ANGEBOT

Zweitens habe eine Anzeige aus dem Jahr 2024 zunächst angeblich ohne ordnungsgemäße Vollmachten vorgelegen, bevor am 9. Februar eine neue Beschwerde eingereicht worden sei, und drittens sei nach Vergabe einer Strafsachennummer am 12. Februar schon am 26. Februar ein Haftbefehl erlassen worden, was er als ungewöhnlich schnell bezeichnete.

Fristen, Altvorwürfe und ein Vergleichsfall

Der Anwalt stellte außerdem die Frage, wie ein Betrugsvorwurf zu Vorgängen aus 2022 erst 2024 angenommen werden konnte, da bei privatem Betrug häufig eine Anzeige binnen drei Monaten nach Kenntnis erforderlich sei.

Als Vergleich nannte er einen als gewöhnlichen Geschäftsfall beschriebenen Betrugsstreit rund um einen Anwalt namens Tattam, bei dem ein Zivilgericht demnach die Rückgabe von Vermögenswerten angeordnet habe.

Aussage 2024 – und der Vorwurf einer vorgezogenen Beschlagnahme

Smith habe den CIB-Beamten bereits am 10. Juli 2024 eine Erklärung abgegeben, deren Empfang quittiert worden sei, sagte Witoon.

Er behauptete, Vermögen sei beschlagnahmt worden, bevor ein Strafverfahren in der Sache überhaupt regulär vorangetrieben worden sei, was er als Unregelmäßigkeit wertete.

Wo Smith ist und was als Nächstes kommt

Nach einem Bericht von Thaitabloid ließ Smith offen, ob er später doch nach Thailand zurückkehren werde, während Witoon betonte, Kautionen seien in prominenten Fällen besonders schwierig.

Den aktuellen Aufenthaltsort seines Mandanten wollte Witoon nicht nennen, kündigte aber an, nach Beratung könnten weitere Belege und Unterlagen nachgereicht werden.

Wie siehst du den Fall?

Der Fall zeigt, wie schnell in Thailand aus einem wirtschaftlichen Streit ein politisches Thema werden kann, bei dem am Ende vor allem die Transparenz von Ermittlungen und Beschlagnahmen über Vertrauen entscheidet.

Sollten Haftbefehle und Beschlagnahmungen in solchen Fällen strenger begründet und schneller gerichtlich überprüfbar sein, oder braucht der Staat gerade bei großen Summen maximale Handlungsfreiheit—Diskussion in den Kommentaren.

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Quelle: Thaitabloid

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