CHIANG MAI, THAILAND – Wegen des Krieges im Nahen Osten brechen Thais an Tankstellen im ganzen Land in Panik aus. In Chiang Mai leerten Autofahrer am Mittwoch ganze Zapfsäulen leer – Diesel und Gasohol 91 sowie 95 sind an mehreren Stationen schlicht nicht mehr verfügbar.
Leere Tanks, lange Schlangen
An der PTT-Tankstelle nahe der Mae-Jo-Universität drängten sich am Mittag Studierende und Anwohner. Wer Diesel oder Gasohol 91 und 95 wollte, ging leer aus. Viele wichen auf Premium-Diesel oder Gasohol E20 aus – und zahlten dafür vier bis fünf Baht mehr pro Liter.
Das Personal hängte Schilder auf: kein Befüllen von Kanistern oder 200-Liter-Fässern. Der Grund ist simpel – wer in Großgebinden tankt, nimmt anderen Fahrern den Kraftstoff weg.
Tankwagen kommen, aber zu spät
Ein Mitarbeiter der betroffenen Tankstelle erklärte gegenüber Reportern: Normalerweise kommt der Lieferwagen einmal täglich, doch am Mittwoch traf er zu Mittag noch nicht ein. Der Fahrer sei unterwegs, eine Lieferung für den Nachmittag sei geplant.
Derweil standen Dutzende Fahrzeuge in der Schlange. Manchen erging es schlecht: Als sie nach langer Wartezeit an die Zapfsäule fuhren, war der Tank schon wieder leer.
Regierung beruhigt – Bürger tanken trotzdem
Die Regierung rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Auslöser der Hysterie ist die Ankündigung Teherans, die Straße von Hormus zu sperren, nachdem US-amerikanische und israelische Streitkräfte den Iran angegriffen hatten. Offiziell versichern die Behörden, Thailand sei ausreichend mit Treibstoff versorgt.
Dennoch ließen sich die Menschen landesweit nicht beruhigen. Von Chiang Mai bis in den Süden bildeten sich Schlangen vor den Zapfsäulen – getrieben von der Angst, dass die nächste Preiswelle noch vor dem Abend kommt.

Hamstern oder Vorsorge – wer zieht die Grenze?
Die Bilder erinnern an frühere Krisenmomente: Menschen, die Kanister in den Kofferraum laden, während andere leer ausgehen. Ob diese Welle in einer tatsächlichen Versorgungskrise endet oder sich als kollektive Überreaktion herausstellt, dürfte sich in den nächsten Tagen zeigen – doch der Schaden am Vertrauen ist bereits angerichtet.



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