LAEM CHABANG, THAILAND – Am 10. März hat Vizepremier und Umweltminister Suchart Chomklin im Hafen von Laem Chabang eine Großkontrolle begleitet, bei der 18 verdächtige Container wegen mutmaßlich illegaler Elektroschrott-Importe untersucht wurden.
Kontrolle mit politischem Signal
Die Inspektion vor Ort führte Suchart Chomklin, in Thailand auch als „Rong Heng“ bekannt, gemeinsam mit mehreren Behörden durch den Hafen.
Im Kern ging es um den Verdacht, dass gefährlicher Abfall als harmloser Metallschrott deklariert worden war, um Kontrollen zu umgehen.
Ermittler-Allianz gegen Schmuggler
Auslöser war eine Zusammenarbeit von Zollbehörde, Department of Special Investigation (DSI) und Pollution Control Department, die grenzüberschreitende Schmuggelstrukturen ins Visier nahm.
Die Behörden verwiesen darauf, dass solche Einfuhren sowohl gegen thailändisches Recht als auch gegen die Basler Konvention zum grenzüberschreitenden Transport gefährlicher Abfälle verstoßen.
So wurden Container „auffällig“
Zollchef Phanthong Loysakunanon erklärte, Grundlage des Zugriffs seien DSI-Ermittlungen in der Akte 27/2569 gewesen, die Muster bei E‑Schrott- und Plastikschrott-Schmuggel aufgedeckt hätten.
Typische Methode: Die Ladungen wurden als „scrap metal“ oder „scrap iron“ angemeldet, obwohl sich im Gemisch tatsächlich auch Elektronikbauteile befanden.
Technik, Daten und Risikoprofile
Der Zoll nutzte nach eigenen Angaben Risikomanagement-Systeme, Fracht-Tracking und moderne Inspektionstechnik, um besonders riskante Sendungen herauszufiltern.
Die gewonnenen Hinweise flossen anschließend als Ermittlungsansätze in DSI-Verfahren und mögliche Strafverfolgung ein.
Drei Gruppen – ein Verdacht
Bei der Kontrolle wurden die 18 Container in drei Gruppen geöffnet, wobei die erste Gruppe aus 12 Containern bestand, die als „scrap iron“ aus Haiti für ein privates Unternehmen deklariert worden waren.
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In diesen 12 Containern fanden Beamte vermischten Eisenschrott, der mit Leiterplatten und weiteren E‑Schrott-Komponenten verunreinigt war, insgesamt rund 284.919 Kilogramm mit einem geschätzten Wert von über 2,53 Millionen Baht.
Spuren aus den USA und internationale Hinweise
Eine zweite Gruppe umfasste vier Container, die laut Behördenhinweisen des DSI und des internationalen Watchdogs Basel Action Network (BAN) auffällig geworden waren.
Diese Ladungen waren als „Metal Scraps“ und „Mixed Metal“ aus den USA deklariert und sollten nach Angaben der Ermittler weiter nach Japan und Hongkong verschifft werden.
Vorbelastete Importeure – zwei weitere Container
Die dritte Gruppe bestand aus zwei Containern, die der Zoll bereits zuvor festgesetzt hatte, weil der Importeur in der Vergangenheit durch von BAN markierte Sendungen aufgefallen sein soll.
Deklariert waren sie als „aluminum scraps“ aus den USA und den Niederlanden, nun wurden sie erneut im Zusammenhang mit dem E‑Schrott-Verdacht geprüft.
Rücksendung und Strafverfahren angekündigt
Nach vorläufigen Ergebnissen bestätigte sich, dass mehrere Container illegalen Elektroschrott im Metallschrottgemisch enthielten und damit gegen Importverbote für gefährliche Abfälle verstießen.
Die Sendungen sollen nach Verfahren der Basler Konvention in die Herkunftsländer zurückgeführt werden, während die Behörden gleichzeitig Strafmaßnahmen gegen beteiligte Netzwerke ankündigten.



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